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Reha-Kolumne (III)

11. Februar 2010
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Vom Workaholic zum Aussteiger ?!?

 

Die Woche der Ernüchterung.

Das Therapie-Angebot scheint im gleichen Verhältnis wie die Anzahl der Betten zu stehen: 126 Akut-Plätzen stehen lediglich 30 Reha-Plätze gegenüber. Wenn man dazu berücksichtigt, dass ein Akut-Patient durchschnittlich 8 – 10 Wochen in „dieser Anstalt“ verweilt, ein Reha-Patient aber nur 4 Wochen, dann weiß man, wo die Schwerpunkte liegen.

Mein Plan für diese Woche: 2 x Einzelgespräche á 45 Min., 2 x Gymnastik á 30 Min., 2 x Autogenes Training á 15 Min. (mache ich sowieso täglich) und eine Visite. Macht 7 Termine in 5 Tagen. Gruppentherapie und Wassergymnastik werde ich dann zum Reha-Ende bekommen, wenn ich 4 Wochen bleibe.

Blick über den See auf Klinik und Behandlungssofe 2. Klasse für Reha-Patienten

O. k., ich sehe es ein. Für die Akut-Patienten ist das alles viel wichtiger hier. Ich hätte ja noch warten können bis ich auch einer geworden wäre. Nein, das war ein Scherz. Soviel ist aber jetzt schon nach über einer Woche klar: inwieweit meine rheumatischen Beschwerden auch psychosomatischer Natur sind, kann man nicht sagen, kann sein, muss aber nicht. Und gegen mein „Burnout“ hilft nur Geduld, Geduld und noch mal Geduld. Schneller könnte es gehen, wenn ich mich tatsächlich nur um mich und nicht immer noch um andere kümmern würde. Deutliche Ansage!

Soll ich jetzt sagen: „Kümmert euch selbst um euren Scheiß und lasst mich damit zu frieden, ich habe meine eigenen Probleme und kann gut auf eure verzichten“? „Genau so, vielleicht etwas freundlicher“, meinte meine Therapeutin! Und wenn dann sei es wichtig, dass ich Positives zurück bekomme, also ein Gleichgewicht entsteht ….

Na denn, einleuchtend ist es schon …. Nachdenkliches Smiley

Bis später, bis es wieder heißt:

Neues aus der Anstalt

– Vom Workaholic zum Aussteiger ?!?

^.^

8 Kommentare leave one →
  1. Doctor H. permalink
    11. Februar 2010 10:07

    Ja, die Therapeutin hat leider Recht. Es muss nicht so extrem sein, aber es kann hilfreich sein, sich die Probleme andere Menschen nicht zu seinen eigenen zu machen. Ich bin auch so ein bisschen der Helfer-Typ. Aber nach den letzten Vorkommnissen im letzten Jahr kann ich jetzt auch mal die Augen zumachen und weitergehen, wenn jemand zu blöd ist, seinen eigenen Namen in die Anmeldemaske zu schreiben. Dazu muss man sich zwar am Anfang ein bisserl zwingen, aber es gelingt nach einiger Zeit immer besser. Es hilft extrem, wenn man mal nachrechnet, wieviel Menschen einem in seinem eigenem Leben geholfen haben (freiwillig, und nicht weil Sie dafür geld bekommen haben :-)). Also ich komme da nur auf eine Handvoll. Und die wiederholen sich mein ganzes Leben. Das beruht aber auf Gegenseitigkeit. – So ist das eben in einer Freundschaft.. :-))

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  2. sven permalink
    11. Februar 2010 15:00

    Ja Doc, vom Kopf her weiß ich das auch, aber mit der Umsetzung ist es nicht immer so einfach. Das "Helfer-Syndrom" ….Mir hat ein Psychologe mal dazu geschrieben: "… schwierig wird es, wenn man zum hilflosen Helfer mutiert …". Und genau das ist der Punkt. So wie du es auch geschrieben hast: Geben und Nehmen sollten sich im Gleichgewicht befinden.

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  3. Dreamer permalink
    13. Februar 2010 05:50

    Mein lieber "Sven", der "Doc" und deine Therapeutin haben Recht und DU weißt es auch, das weiß ich! Mache dich davon frei dich als Egoist zu sehen, wenn du jetzt an dich denkst. Du warst keiner und bist keiner. Wie "Doc" geschrieben hat: es KANN nicht nur, es IST hilfreich, "sich die Probleme anderer Menschen nicht zu seinen eigenen zu machen", denn dann wirst du tatsächlich zum "hilflosen Helfer", wie dein Psychologe gesagt hat. Das geht auf Dauer nicht gut, das weißt du doch auch – schon vergessen?Komm zum Karneval nach Hannover, heute um 15.11 Uhr geht es los. Danach ein paar „Prinzen-Hölsch“ … und die „Roten“ gewinnen heute zuhause gegen die Bremer „Fischköpfe“ – es wird viel los sein in der Stadt, das richtige Entspannungsprogramm 😀

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  4. sven permalink
    17. Februar 2010 09:09

    @ Doris: 1. deine „Roten“ haben ja eine ordentliche Klatsche gekriegt, 1:5, blamabel … und 2. ist während ich in der „Anstalt“ bin ist absolutes Alkoholverbot angesagt. Nix mit „Hölsch“, wenn dann sowieso lieber Wein 😉 Ja ja, und mit dem anderen habt ihr ja recht. Ich weiß es doch auch. Doch das Herz und den Verstand zur Zusammenarbeit zu bewegen ist nicht so einfach (Woody Allen). Aber ich habe die letzten Tage dran gearbeitet, meinen Kopf für meine Dinge frei zu bekommen! Wie es Doc geschrieben hat: „Man muss auch mal die Augen zumachen und weitergehen, wenn jemand zu blöd ist, seinen eigenen Namen in die Anmeldemaske zu schreiben.“ Oder so ähnlich 😉 Aber selbst wenn ich „die Augen zumache“, weiß ich, was abläuft. Und das was ich weiß zu ignorieren, das ist nicht so einfach!

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  5. Doctor H. permalink
    17. Februar 2010 09:56

    Das packst Du.. Los alle mitschreien: " SVEN PACKT ES! SVEN PACKT ES! SVEN PACKT ES! SVEN PAC…." ^^

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  6. Tina permalink
    17. Februar 2010 10:06

    …kt es…ich schreie gerne mit! Und man merkt, daß du deinen Humor ja hast. Das hilft am Allermeisten und Lachen!Vielleicht machst du nur ein Auge zu, und schaust nur auf dich selbst. Befehl: Egoismus!!Ich drück dich!

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  7. sven permalink
    17. Februar 2010 11:20

    Danke, danke. Nach meinem Kommentar von vorhin hatte ich Visite. Den ganzen Vormittag auf der Bude gehockt und gewartet – und als letzter dran gekommen. Nach ein paar klärenden Worten zwischen meinem Arzt und mir steht fest, dass ich hier nicht verlängere, also Mitte nächster Woche nach Hause fahre. Wie es dazu gekommen ist, schreibe ich nachher in meiner nächsten Kolumne 😉

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  8. Katjas permalink
    17. Februar 2010 19:45

    Hallo Sven!Wenn Du dann doch schon nach Hause fährst, nimm wenigstens noch mit, was Du kriegen kannst! Sie haben ja nicht Unrecht mit dem egoistisch sein. Einen gesunden Egoismus zu entwickeln dauert aber seine Zeit. Soziale Berufe= Helfersyndrom ? Komisch, kommt mir so verdammt bekannt vor, "kratz am Kopf" – Woher nur ????? ;-))))Und ich schließe mich an: "Du packst es" !!!! 😉 Drück Dir die Daumen – mal so ganz fest ;-)LG Katja

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