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Demokratie vs. Schwarmintelligenz ??

2. November 2011

Demokratie, wer hat sie erfunden? Nein, nicht die Schweizer , diesmal nicht, es waren die Griechen. Das Wort „Demokratie“ ist im antiken Griechenland entstanden und bedeutete dort die direkte Volksherrschaft.  ->Wiki

Nun geht es um Griechenlands Zukunft in der Euro-Zone: Schleppt sie durch! – Nein, lasst sie gehen!  (Artikel in der SZ) Die Meinungen zu Griechenland gehen heutzutage weit auseinander.

Der französische Premierminister François Fillon bringt es auf den Punkt indem er fordert, die Griechen müssten „schnell und unzweideutig sagen“, ob sie weiter dem Euro-Raum angehören wollten. Er fügte hinzu: „Das griechische Volk muss daran erinnert werden, dass man nicht in Europa sein kann, um von seiner Solidarität zu profitieren, und außerhalb Europas, um der Disziplin zu entkommen, die für jedes Land gilt“.

Genau darum geht es! Die Wahl zwischen Pest und Cholera – und infiziert haben sich die Griechen selbst. Ist es nicht verständlich, wenn Ministerpräsident Papandreou die Griechen befragen will – ein Staatsoberhaupt, dass zwischen dem Diktat der Geldgeberstaaten und der destruktiven außerparlamentarischen Opposition im eigenen Land so gut wie keine Bewegungsfreiheit mehr hat? Er will, dass sich sein Volk für den harten Kurs der Sanierung entscheidet, indem er es vor die Wahl stellt, anderenfalls ein noch katastrophaleres Schicksal zu erleiden. Im Heimatland der Demokratie macht einer ernst mit der Beteiligung des Volkes. Was ist dagegen einzuwenden?

Wovor haben Merkel, Sarkozy & Co. Angst? Sicherlich stehen sie im Moment düpiert da und versuchen das Heft des Handelns wieder in die Hand zu bekommen. Aber warum wollen sie das griechische Volk nicht selbst über seine Zukunft entscheiden lassen? Aus Angst vor der so genannten Schwarmintelligenz der Masse, dass sich die Griechen bei aller verständlichen Emotionalität gegen Europa und den Euro entscheiden, was nicht gut für die Märkte wäre, also auch nicht für uns? Zeigt das nicht nur wie abhängig wir von den Märkten sind?

„Die Demokratie ist keine Frage der Zweckmäßigkeit, sondern der Sittlichkeit.“ – Willy Brandt. Recht hat er. Opponieren gehört dazu, aber bitte möglichst konstruktiv und nicht nur immer wieder destruktiv „nein“ sagen. Das sollten sich nicht nur viele Griechen zu Herzen nehmen, sondern auch manch einer aus der Occupy-Bewegung. Auch das ist für mich eine Frage der „Sittlichkeit“.

Also werden wir mal abwarten. Ich persönlich habe Zweifel dass wir wirklich eine noch viel größere Wirtschafts- oder Eurokrise kriegen, wenn ein Staat mit der Wirtschaftsleistung von Hessen aus der Euro-Zone ausscheidet. Da mache ich mir schon mehr Sorgen um Italien und Spanien. Und die Märkte? Vielleicht müssen die lernen dass nicht alles so marktkonform ist, wie sie es gerne hätten. Vielleicht sind sie dann zukünftig auch vorsichtiger bei der Vergabe von Krediten bzw. dem Ankauf von Staatsanleihen.

Aber ehrlich: ich möchte im Moment kein Grieche sein ….

^.^

7 Kommentare leave one →
  1. 3. November 2011 07:13

    Der Grund, weshalb Volksabstimmungen am liebsten von den Politikern verboten würden, ist doch der, dass das Volk nicht in irgendwelchen Seilschaften gefangen ist und wie Marionetten an den Fäden der Wirtschaft tanzt.
    Wenn wir’s dürften, würden doch schon seit Jahren in Deutschland einige Dinge anders laufen. Dann wären wir raus aus der EU und hätten unsere D-Mark wieder. Die war wenigstens stabil. Der Euro wird doch durch die Wirtschaftskatastrophenländer mit ihrer Staatsinsolvenzverschleppung weich wie Marmelade. Wie Länder in die EU reinflutschen können, die nicht mal ansatzweise die Vorgaben der EU in Punkto Staatsverschuldung erfüllen macht nachdenklich. Nee, bloss damit ich alle paar Jahre mal an der Grenze nach Spanien kein Geld mehr wechseln muss, wenn ich in Urlaub fahr‘, dafür brauch ich sicher kein einheitliches Europa..

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    • 3. November 2011 19:22

      Hallo Peter,
      du magst Recht haben, aber daß mit der DM sehe ich anders. Schaue z. B. in die Schweiz, wie deren Export usw. unter dem starken Franken leidet und in der Konsequenz Arbeitsplätze kostet. Auch in der Tojurismusbranche, weil ein Schweiz-Urlaub viel teurer geworden ist und Touristen deshalb weg bleiben.

      Aber sonst gebe ich … „Sven“ Recht, die Politiker haben Angst vor der sogenannten „Schwarmintelligen“, deshalb haben wir ja eine „repräsentative Demokratie“ – und ärgern uns, daß unsere „Repräsentanten“, die Abgeordneten, oft nicht das machen, was wir wollen 😉

      lG von der Doris

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  2. 3. November 2011 21:07

    .. und wie ich vorhin gerade in den Nachrichten gesehen habe, ist Papandreou eingebrochen, nix Volksbefragung: das „Diktat der Geldgheber“, wie heißt das dann, die „Diktatoren“ ?, haben sich durchgesetzt.

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  3. 4. November 2011 00:59

    dazu passt ja das: http://www.youtube.com/watch?v=sRJ_6nI4VQ8&sns=fb

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Trackbacks

  1. Was ein Grieche über Griechenland sagt: | Ich sag' mal ...
  2. 2:1 für Ökonomie und Emotionalität vs. politischer Interessen | Ich sag' mal ...

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