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Mensch Gauck

19. März 2012

Seit gestern haben wir wieder einen neuen Bundespräsidenten. Nr. 11 seit 1949, oder Nr. 3 seit 2010. Dr. h. c. Joachim Gauck. Mal ganz förmlich. Obwohl, so wie ich ihn erlebt habe, war er nie „förmlich“, sondern für mich nur authentisch. Ein Mensch der so spricht, wie du und ich: manchmal auch wie ihm „der Schnabel gewachsen ist“ ….

Das hat ihm natürlich auch Kritik eingebracht: z. B. seine Äußerungen zu Sarrazins Buch „Deutschland schafft sich ab“ („mutig“) und zur Occupy-Bewegung („albern“). Aber mal ganz ehrlich: „Mutig“ hat Gauck es genannt, dass Sarrazin die bisher misslungene Integration auf die Agenda gebracht hat, aber von seinen biologistischen Thesen hat er sich distanziert. Und „albern“ hat Gauck die Idee der Occupyer genannt, die EZB besetzen zu wollen, die Bewegung selbst nie. Das darf ein Mensch doch noch sagen dürfen, auch der Mensch Gauck, der zu der Zeit nur ein Ex-Bundespräsidentschaftskandidat war, ein Bürger (ohne Parteibuch), ganz normal wie du und ich.

Ihm wird auch vorgeworfen, er habe „einen Freiheitsbegriff, der die soziale Basis von Freiheit völlig außen vor lässt“. Na ja – wer von euch kennt einen Pastor, dem das Soziale fremd ist?

Buchtipp: Joachim Gauck  –  „Freiheit – Ein Plädoyer“ -> KLICK  (NDR)

Ich sag’s mal so: „Die Freiheit ist das Fundament der Basis“. Die Freiheit grundsätzlich alles sagen und schreiben zu dürfen, was man denkt, zu demonstrieren, wenn einem etwas nicht passt, Behörden zu verklagen, wenn man sich falsch behandelt fühlt, usw., usw. – ich meine nichts weiter als unsere Grundrechte. Es ist noch nicht so lange her, da wurden jedem 4. Deutschen diese Grundrechte nicht alle zuteil.

Freiheit ist aber kein Selbstläufer – das will Gauck uns vermitteln. Freiheit will gelebt werden, wir müssen sie nützen und im Zweifelsfall auch aushalten. Dazu ein Zitat von Peter auf  petersplace.net (Artikel -> KLICK): „Leider ist der Deutsche ja ein Sesselfurzer, der seinen Hintern nicht hochbekommt. Deshalb kann ja die Regierung mit uns machen was Sie will und tut es auch! Merke, wer sich verhält wie ein Schaf, der wird auch geschoren!“

Ich will nicht geschoren werden, trotz meines „breiten Scheitels“ bin ich auch noch nie geschoren worden und werde es auch zukünftig zu verhindern wissen. Und vielleicht gibt es in Zukunft weniger „Sesselfurzer“, vielleicht gelingt es Joachim Gauck dem ein oder anderen zu verdeutlichen, welch hohes Gut die Freiheit ist und es an uns selbst liegt, wie wir damit umgehen.

Das wollte ich nur mal so gesagt haben …!

^.^

4 Kommentare leave one →
  1. 19. März 2012 22:02

    Hi Sven,
    Du bist ja ein richtiger Vielschreiber. Da läuft nicht nur die Nase, sondern auch die Tinte aus dem Füller.. höhöhö… ^^
    mit dem geschoren werden, meinte ich so Dinge, wie die GEZ ( wer mal versucht hat dort rauszukommen, der weiss, wie Behördenwillkür in Perfektion funktioniert) oder auch Energiekosten, egal ob Strom oder Gas. Die erhobenen Kosten stehen doch in keiner vernünftigen Relation zum Gewinn. Aber man hat keine Chance etwas dagegen zu tun, weil man diese Dinge in der heutigen Zeit braucht. Anbieter wechseln? Ist doch meistens Augenwischerei. Bekam letztens auch ein tolles Angebot der „DA“, die jetzt langfristig mit RWE zusammenarbeitet. Ganze 7 Euro hätte ich zu meinem momentanen Anbieter im Jahr gespart. Alleine so ein Angebot als Superschnäppchen zu verkaufen ist Beschiss. Wenn nicht mindestens 10% Ersparnis drin sind, mache ich nicht mal die Mühe, so einen Rotz zu lesen…
    Dazu kommen die ganzen versteckten (und auch ganz offenen Kürzungen im sozialen Bereich) – Kürzung von Bezugsdauern beim ALG 1, Repressalien (im Einklang mit Kürzungen) gegenüber ALG2-Beziehern, Renteneintrittsaltererhöhung auf 67 usw. und so fort. es gibt vieles, was bei den Bürgen einfach so abgenickt wird, weil wir so erzogen worden sind, dass wir bloss das Maul halten. Es müsste uns mal beigebracht werden, endlich die Fresse aufzumachen.. 🙂

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    • 19. März 2012 22:26

      Ja Peter,
      heute hat es hier geregnet, Hagel war mit dabei, also habe ich mir mal die Zeit genommen hier zu lesen, zu stöbern, zu kommentieren. Außerdem lag mir persönlich der Gauck-Artikel am Herzen.
      Stimmt, es liegt einges im argen bei uns! Soziale Gerechtigkeit? Wo denn? Deshalb ja auch die Vorwürfe an Gauck, dass er zu dem Thema kaum etwas gesagt hat. Aber wie du schon gesagt hast, es liegt an uns, den „Hintern aus dem Sessel zu erheben“ und das „Maul aufzumachen“.
      Übel wird mir dabei, wenn ich mir die Zahl in Erinnerung rufe, dass auf jeden Abgeordneten mehr als drei eingetragene Lobbyisten kommen, Leute aus der Wirtschaft, die keine andere Aufgabe haben, als gegenüber der Legislative ihre Interessen (die der Wirtschaft) durchzusetzen. Ich frage mich schon lange, wie unabhängig (unsere) Politik wirklich ist?
      Schauen wir mal, was noch so kommt …!?
      Grüße vom Sven in die Stadt des amtierenden und kommenden Deutschen Fußballmeisters ^^

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  2. Ronald permalink
    21. März 2012 02:40

    Heute mal aus Brasilien ! Freiheit kenne ich von von der anderen Seite Deutschland,’s . von hörrensagen !Bürgerrechtler Stasi Akten , ein Besucher sagte mir nicht nur vom Osten , sondern auch vom Westen aus , wurde auf Menschen geschossen , war also doch alles harmlos nun ergreifen Ost Deutsche Pastoren in die die Politik im Westen ein , haben ja im Osten unter dem Dach der Kirche ¨Bürgerrechtlich gekämpft ? Freue mich nur , das ich dieser Politik .emflohen bin >Nun wird Herr Gauch endlich nach vielen Jahren .
    den Leuten beibringen , den Namen Ossis aus der Welt zu schaffen .Doch für Dich liebe Grüsse aus Brasilien . Harry
    Ach ja würde gern mal Deine neue Net Adresse haben ! Picarras76@gmail.com

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    • 23. März 2012 07:22

      Moin Harry,
      ich habe dir eine Mail geschickt, nun has du auch wieder meine Mail-Adresse.

      Harry, dass hier „auf Menschen geschossen“ wird, kann ich so nicht bestätigen. Im Gegenteil: hier bei uns darf und kann jeder demonstrieren, wo gegen er möchte und wo er Lust zu hat. Und es gibt viele Stimmen, die sich wünschen, dass wir Deutschen mehr davon Gebrauch machen würden, z. B. für mehr soziale Gerechtigkeit und gegen die Macht der Banken.

      Dass wir nun einen in Rostock geborenen Pastor als Bundespräsidenten haben, das stört mich überhaupt nicht. Für mich verkörpert er, dass „Freiheit“, eben auch gegen „Gott und die Welt“ demonstrieren zu dürfen, keine Selbstverständlichkeit ist. „In einer Welt der Ja-Sager muss es die geben, die es wagen, ‚Nein‘ zu sagen oder wenigstens ‚Nein zu tun'“, hat Gauck einmal gesagt. Richtig!

      Lieber Harry, demnächst wieder mehr, viele Grüße aus Ostholstein nach Brasilien!

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