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Magischer Moment: Die Geschichte eines Fotos

16. Juni 2013

Das ist die Überschrift eines Artikels auf der NDR-Seite – von Lars Gröning. Thema Hochwasser-Helfer, aktuell, von heute. Ich würde den Artikel rebloggen, aber das funktioniert natürlich nicht. Weil er mir aber wichtig ist, bleibt mir nur ihn zu guttenbergen:

Hochwasser2497NDR - Sven Lehmann

Es ist jetzt genau eine Woche her. Ein Morgen an der Elbe in aller Herrgottsfrühe. Ein Teil der Einsatzkräfte, die in Raffatz im Amt Neuhaus die Deiche mit Sandsäcken erhöhen, macht Pause. Auch viele Frauen sind im Einsatz. Eine von ihnen sitzt auf dem Deich und schaut ins Morgenrot. Ein Kamerad fotografiert sie – und hält dabei einen Moment fest, dem es schwer zu fallen scheint, sich zu entscheiden: einerseits die scheinbare Idylle, andererseits der zähe, kräfteraubende Kampf gegen die Macht des Wassers. Ähnlich geht es der Frau auf dem Foto. Es ist die Tierarzthelferin Sarah Biermann, 23 Jahre alt und seit 13 Jahren bei der Freiwilligen Feuerwehr Handorf im Kreis Lüneburg aktiv.

Einige von ihnen waren zehn Tage lang dabei. Entstanden ist das Bild in einer kurzen Pause, irgendwann bei Sonnenaufgang zwischen halb vier und halb fünf. Nur ein kurzer Moment der Ruhe. Für die 23-Jährige symbolisiert das Foto deshalb vor allem eines: Das dieses Hochwasser auch schöne Seiten haben kann. „Klingt total blöd, aber es ist so,“ sagt Sarah Biermann. Sie habe vor allem beeindruckt, wie sehr Betroffene und Helfer zusammengehalten haben in den vergangenen Tagen. „Und das macht auch Mut.“

SarahBiermannSvenLehmann

Sarah Biermann und Sven Lehmann: 2 Videobeiträge auf NDR

Sven Lehmann ist der Fotograf, der das Foto geschossen hat. Er war sich gleich sicher, dass das ein gutes Bild wird: …. Unter den vielen beeindruckenden Fotos der Elbeflut ragt seines ganz sicher heraus. Ein Foto, nicht geschossen von einem professionellen Fotografen, sondern von einem freiwilligen Feuerwehrmann, nach einer langen Nachtschicht in Raffatz am Elbdeich.

Ich hoffe, dass niemand der Protagonisten etwas gegen diesen Blogbeitrag hat – sonst bitte melden: sven2204@gmx.net.

Hochwasser-Spenden-ARD-600

^.^

6 Kommentare leave one →
  1. 16. Juni 2013 13:25

    Das ist ein schönes Foto – und so widersprüchlich, idyllisch und bedrohlich.
    Ich habe heute schon gespendet, will wenigstens so ein bisschen helfen. Wir hatten hier in der Region Hannover – Hildesheim ja auch mit dem Hochwasser zu tun, aber das war längst nicht so schlimm wie in Bayern oder an der Elbe.
    Beeindruckt hat mich die Hilfsbereitschaft und wie sich junge Menschen selbst über die sonst viel gescholtenen „Social Medias“ selbst organisert und dadurch viel erreicht haben. Neben den vielen Pegel-Höchstständen wird das bestimmt auch mit in die Geschichte eingehen. Irgendwie passt das Foto dazu: „Generation Gummistiefel“, wie in der Berichterstattung oft zu hören war.
    Viele Grüße,
    bis bald 🙂

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    • 16. Juni 2013 15:49

      Moin,
      ja, diese Hilfe hat mich auch beeindruckt – und dass diesmal die ganze Koordination der Einsatzkräfte, die gesamte Logistik, besser geklappt haben soll als zuletzt. Das zeigt doch, dass man gelernt hat ….
      Nur was den Schutz vor zukünftigen Hochwassern betrifft, scheint etwas auf der Strecke geblieben zu sein. Hier in SH meint man, dass das Elbewasser in Lauenburg um so höher steigt, wie flussaufwärts die Deiche sicherer werden. Da kannst du durchaus hören, dass ohne den Deichbruch bei Fischbeck das Wasser um einiges höher gewesen wäre.
      Das kann ich sogar nachvollziehen. Nun könnte man ja meinen, dass man doch einfach Ausgleichsflächen schaffen sollte, so wie die Havel-Polder, oder Deiche zurück setzen, damit der Fluss mehr Platz hat. Ja. Ganz einfach. Die Havel-Polder wurde, habe ich gehört, 1955 eingerichtet – zu, richtig !! – DDR-Zeiten. Würde das heute auch noch klappen? Ich zitiere dazu sinngemäß Matthias Platzeck, vor einigen Tagen im Fernsehen: „In den Zeiten der Not wissen alle, was getan werden müsste. Aber schon 14 Tage später, gibt es alle möglichen Bedenken und die persönliche Bereitschaft, z. B. um Land her zu geben, lässt erheblich nach.“ Auch dass kann ich mir gut vorstellen.
      ❤ Ostseegrüße
      … und habt ihr in Hannover denn auch mit dem Hochwasser zu tun gehabt, Leine? Von der Hildesheimer Ecke usw. hatte ich ja gehört ….

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  2. 16. Juni 2013 16:06

    Ich danke dir für deinen Beitrag !

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    • 16. Juni 2013 16:11

      bitte, du weiß doch, wenn mir was am Herzen liegt, dann schreibe ich (meistens jedenfalls 😉
      ❤ Ostseegrüße

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  3. 25. Juni 2013 08:43

    Hi Sven,
    schön, dass es noch Menschen gibt, die auch in schwierigen Momenten noch die Schönheit der Natur erkennen. Bleibt zu hoffen, dass der Mensch erkennt, dass die Natur nur auf das reagiert, was der Mensch Ihr antut.
    Im Ruhrgebiet hat man gelernt – einige Hochwasser haben den Anwohnern ihre eigene Kacke zurück ins Wohnzimmer gespült. die Emscher (früher eine schnurgrade einbetonierte, trübe stinkende Kloake, die das Abwasser aus unzähligen Haushalten aufnahm) wird nun renaturiert, das Abwasser wird getrennt und das Reinwasser soll auf natürlichem Weg versickern um dem Grundwasser zugeführt zu werden. http://www.ibhenschel.de/Umbau_Mischwassernetz.pdf
    Das kann ich bei meinen sonntäglichen Spaziergängen in der Bolmke schon sehen – das Wasser des Flusses ist wieder klar.
    Und am Ende wird sich jetzt zeigen ob die Regierung für Ihr eigenes Land auch die nötigen Milliarden so locker springen lässt, wie für Zypern, Griechenland und Co..
    Wollen wir drauf wetten, dass die „unbürokratische Hilfe“ nur noch bis nach der Wahl ein Thema ist?

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  1. Fast 7 Wochen ohne … | Ich sag' mal ...

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