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Die im Dunkeln sieht man nicht

9. August 2013

Dunkel --- 500

Die im Dunkeln sieht man nicht”, eine für mich lesenswerte “Meinung” von Heribert Prantl in der SZ zum Fall Mollath. Dass Mollath nun nach fast acht Jahren in der Psychiatrie wieder auf freiem Fuß ist, lässt meinen Glauben an die deutsche Justiz wieder wachsen. Auch wenn Mollath nach diesen Jahren erst einmal nicht viel mehr bleibt als eine in dieser Zeit aus Kernen selbst gezüchtete Dattelpalme und ein Orangenbäumchen (Foto SZ/dpa) ….

Mollath130806-1dpa

Über alles, was sich im Dunkel verbirgt, wurde schon immer spekuliert, gibt es vielleicht mehr Dichtung als Wahrheit, ranken sich Mythen. Wir werden es nie genau wissen …. Bei der “Spitze eines Eisberges” hingegen wissen wir, dass sich der größte Teil des Eises unter der Wasserlinie verbirgt. Das ist fassbar, damit können wir umgehen. Aber im Dunkel der Zeit? Nun zerren die Medien, durch investigativen Journalismus und, oder informiert durch Whistleblower, immer mehr ans Tageslicht. Das ist erst einmal gut. Vieles wäre sonst weiter im Dunkel verborgen. Aber: Informationen sollten verifiziert sein, eine Berichterstattung darf nicht zur Meinungsmache oder gar Hetzjagden führen. Auch dafür gibt es genügend Beispiele, die für mich nichts mit verantwortungsvollem Journalismus zu tun haben. Die “Vierte Gewalt” darf ihre Macht nicht missbrauchen, indem Einschaltquoten, Auflagenzahl oder Klicks wichtiger sind als die Information selbst.

Gewissermaßen trifft das auch aktuell auf den Fall Hoeneß zu. Nun mag man von ihm halten was man will, aber auch für ihn gilt bis zu einer rechtskräftigen Verurteilung die Unschuldsvermutung. Unter Bezug auf eine einzige unbestätigte Quelle zu behaupten, dass er auf seinem Schweizer Konto nicht 20, sondern 350 Mio. Euro gehabt haben soll, hat schon was. Das könnte den Unterschied zwischen einer Bewährungs- und einer Haftstrafe ausmachen. Wer hat ein Interesse an derartigen Spekulationen …? Deshalb kann ich gut verstehen, dass sein Anwalt Unterlassungserklärungen verlangt haben und eine Klage vorbereiten soll. Oder Steinmeier, dem reflexartig vorgeworfen wird, 2002 als Kanzleramtsminister die heutigen Überwachungstätigkeiten der Amerika bzw. des BND in Deutschland autorisiert zu haben. Hallo? PRISM & Co. gab es damals noch nicht, erst Jahre später, und da war bekanntlich nicht mehr Schröder Kanzler, sondern Merkel. Und somit Steinmeier auch kein Kanzleramtsminister mehr. Also, bitte ein bisschen mehr Fairness miteinander! Und Frau Merkel, was haben Sie eigentlich dazu zu sagen? Kein bla bla, sondern substanziell?

Ostsee ---

Dunkel hin, dunkel her, ich wünsche euch viel Sonne und eine gute Weitsicht …!

^.^

7 Kommentare leave one →
  1. 9. August 2013 10:40

    Meinst du wirklich, dass vor Wahlen Wert auf Offenheit, Ehrlichkeit, Fairness gelegt wird? 😉 Man kann alles immer so schön gegen den ANDEREN nutzen, sich selbst blütenweiß und mit der einzigen Perspektive hinstellen. Nein, Wahlkampf ist fast immer schmutzig, die Wahrheit leider sehr weit weg. Ehrlichkeit und Politiker – eigentlich zu oft ein Wiederspruch. LEIDER!!!
    Pessimismus – bei mir? Nein! 😀 Eher Realismus und … mal sehen, wie viele sich wie im September entscheiden werden. Wenigstens ein Maßstab wird es werden, Änderung wohl kaum.
    Viele Grüße aus dem noch strömenden Regen in den Norden.

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    • 9. August 2013 11:10

      Moin Jürgen,
      fix noch, bin nämlich justemente auf dem Weg in die „alte Heimat“. Hier ist es schön, zumindest 250 km weiter südlich soll es auch so sein. Das ist auch gut so, da gibt’s nämlich heute Abend Bier vom Fass, usw. 😉
      Ja, Politiker und Ehrlichkeit, das schließt sich oft aus, leider auch Politiker und Fairness. Und in Wahlkampfzeiten erst recht.
      Auf die Wahlen in 6 Wochen bin ich in der Tat gespannt. Gespannt, na ja, großartig ändern wird sich wohl nichts, ich wette 100 zu 1, dass uns Merkel als Kanzlerin erhalten bleibt. Wohl nicht, weil sie so gut ist, eher wohl, weil es an adäquaten Alternativen mangelt. Gespannt bin ich eher auf die „Protestquote“ ….
      So, nun muss ich los,
      schönes Wochenende mit hoffentlich wieder Sonne 🙂

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  2. 25. August 2013 07:17

    Traurig, dass Gustl Mollath als erstes wohl mal Hartz 4 beantragen muss. Da lernt er dann gleich die nächste Schikanierbehörde kennen. Schadensersatz wenn man unschuldig im Gefängnis sitzt, ist glaube ich in Deutschland mit Tagessätzen von 25,00 € geregelt. Er saß aber in der Psychiatrie.
    Bei seinem bisherigen Glück im Leben wird er dann wohl nix bekommen. Aber hoffen wir mal, dass er wenigstens die „Knast-Pauschale“ kriegt: Da bekommt er für seine 8 Jahre mal grade 73.000 €. Hört sich viel an, aber ist lächerlich. Was soll jemand der wieder bei 0 anfängt damit anfangen? Eine kleine Wohnung (natürlich nur zur Miete), Möbel, Tapeten ein gebrauchtes Auto. Da sind dann ja schon mal 10 bis 15 Kiloeuro weg. Und was macht er mit dem Rest? Er hatte eine Werkstatt für hochkarätige Sportwagen – dafür bekommt er keine Werkstatt-Ausstattung. Kunden muss er ja auch erst mal haben – kann er also vergessen..
    Einen Job in seinem Alter? Vielleicht hilft Ihm der Promi-Bonus.
    Schlimmstenfalls wird ihm das Amt für Armutsverwaltung erst mal vorrechnen, was er für ein Schonvermögen hat und dann zwingen von seiner „Abfindung“ zu leben.
    Ganz im Ernst? An seiner Stelle würde ich mir ne Knarre besorgen und alle wegballern, die ihm übel mitgespielt haben – bei seiner Frau angefangen. Schlimmer kann’s für Ihn ja wohl nicht mehr werden…^^

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    • 15. September 2013 12:59

      Ja Peter, so ist das wohl – er wird zunächst von der Grundsicherung leben müssen. Dann folgt das neue Verfahren …, so wie ich das verstanden habe, ist er erstmal „nur draußen“, aber noch nicht durch ein neues Verfahren (in den wesentlichen Punkten) rehabilitiert.
      Und ich sag‘ mal … keine materielle Entschädigung kann das aufwiegen, was ein unschuldigt Verurteilter „durchmachen“ musste …
      Sie auch https://sven2204.wordpress.com/2013/09/14/falsche-verdchtigung/
      Grüße nach Dortmund!

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