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Irrlichter des Wahnsinns

3. September 2013

Zwei Meldungen, heute in der Süddeutschen gelesen:

+++  In Spanien tobt seit Jahren eine heftige Wirtschaftskrise, kürzt die Regierung dramatisch die Sozialleistungen, die Arbeitslosenquote führt zu einem Exodus der Jugend. Mittendrin kauft Real Madrid den Fußballer Gareth Bale für 100 Millionen Euro (und einem kolportierten Gehalt von netto über 1 Millionen Euro, nicht im Jahr, im Monat). Dennoch ist ein Aufschrei (der Spanier) nicht in Sicht.

+++  Der Mobilfunkkonzern Vodafone gibt seinen 45-Prozent-Anteil am US-Konzern Verizon Wireless ab. Das bringt den Briten zwar die riesige Summe von knapp 100 Milliarden Euro, aber bereitet den Konzernstrategen auch einige Sorgen. Die wichtigste Frage (gleich einem Aufschrei der Aktionäre): Was macht das Unternehmen mit dem vielen Geld?

Schnäppchen

Meine Schnäppchen 😉   ein „Aufschrei“ als ich das Sonntag gesehen habe 😉

Dagegen klingt die Meldung “Microsoft kauft von Nokia die Handy-Sparte für 5,44 Milliarden Euro” fast schon wie ein Schnäppchen. Ist das nicht alles Wahnsinn – wie vieles anderes auch? Bei solchen Meldungen “stehen mir immer die Haare zu Berge” – jedenfalls die, die noch da sind. Wenn ich dann auf der anderen Seite sehe, dass … – nein, ich will mich nicht aufregen! Nein, ich denke an meinen Blutdruck …! Aber ich denke auch, nein, ich erfahre es täglich, dass z. B. im Sozial- und Bildungswesen an allen “Ecken und Kanten” Geld fehlt. Da wird mitunter nur noch der Mangel verwaltet. Eine gerechte Verteilung der Ressourcen ist was anderes – aber wer will, oder kann daran schon was ändern? Die herrschende Politik, dieser Appendix vermiformis, zu deutsch Wurmfortsatz, der kapitalistischen Wirtschaft? Entschuldigung, wenn ich lache …!

In solchen Momente fällt mir immer das Wader-Lied “Trotz alledem” ein – wie wahr, wie wahr!

Wader - trotz alledem(Bild = Link zu YouTube)

Nr. 241 ^.^

 

7 Kommentare leave one →
  1. 3. September 2013 18:46

    Es ist wirklich seltsam, wie die Welt doch auseinanderdriftet. Auf der einen Seite dieses „darf es noch etwas mehr sein vom goldenen Tablett“ und auf der anderen Seite, wie kann ich mein Leben lebenswert leben?! Ich erinnere mich an so eine Kaufhauskonzernmitbesitzerin, die jammerte auf einmal (aus ihrem kleinen Häuschen heraus 😉 ) dass sie als Folge ihrer Geldgier nun von 500,- monatlich leben müsse (glaube ich zwar nicht), weil sie in die Insolvenz geschlittert sei. Gedanken machte sie sich auch da keine um jene, welchen sie diese Euros vorher nicht gönnte, als sie noch stinkereich war und sie lieber in ihren klitzekleinen Sparstrumpf stecken ließ.
    Aktuell wundere ich mich (eigentlich überhaupt nicht), dass wir für militärische Zwecke immer Geld haben, aber im sozialen nie. Mich würde mal interessieren, wie viele Projekte könntest du initiieren, statt dir einen einzigen Panzer zu kaufen 😉 … also ich würde mir ja auch keinen Panzer kaufen oder Kampfflugzeug oder U-Boot oder oder oder. Statt Konflickten, lieber Prävention –> Bildung, lebenswertes Leben, Kulturaustausch, Verstehen…
    Sorry, bin weit weg vom Thema gekommen, aber … gerade gelesen, dass Israel und USA im Krisengebiet mal einfach so eine Rakete herumfliegen ließen. NEIIIIN, das ist sicher keine Provokation, nur technisches Spielchen…

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  2. 4. September 2013 20:05

    Meine Tinafrau hat heute dies gelesen und regt sich furchtbar darüber auf…http://www.tagesspiegel.de/politik/gewinn-aus-raab-sendung-aerzte-ohne-grenzen-wollen-kein-geld-von-steinbrueck/8735754.html

    Ihr seit schon merkwürdig, ihr Menschen . Sei lieb gegrüßt!

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    • 15. September 2013 17:01

      Tja Cora,
      sei froh dass du kein Mensch bist, diese „Merkwürdigkeiten“ bleiben dir erspart. Denke ich …, oder etwa nicht?
      Viele Grüße, auch an Tinafrau 😉

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  3. 5. September 2013 18:46

    Hallo, ich kann „lokielie“ nur beipflichten und den Ärger von „Tinafrau“ sehr gut verstehen.
    Manchmal denke ich, wir brauchen wieder einen „Che“;
    hasta siempre Comandante – http://www.youtube.com/watch?v=Ogk5B4JilQg
    „Jesus Christus mit der Knarre“, aber „mit Knarre“ mag ich nun doch nicht, wo die Gewalt anfängt, hört das Hirn auf.
    Bis bald, DMMS aus H 😉

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    • 15. September 2013 17:11

      … tja, der gute, alte Che – ich frage mich, wie oder wo er in der heutigen Zeit wäre: bei al-Qaida oder Ärzten ohne Grenzen – oder so …!
      Wie Wader singt: „Ein neuer Sozialismus müsste her, doch wenn der wie der alte wär, würd’s wieder nichts – trotz alledem!“ Aber das sind Träume, die wir früher zwar mal hatten, damals mit der Rose in der Faust, aber heute wissen wir, dass es zumindest zu unseren Lebzeiten Träume bleiben werden.
      Bis denne …

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