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Noch eine Weihnachtsgeschichte – oder Herman van Veens verschwundenes Kaninchen

25. Dezember 2013

Hätte ich das gestern Morgen, Heiligabend, also “Heiligmorgen”, für möglich gehalten, dass ich heute am 1. Weihnachtstag doch schon wieder “hier” sitze? Geschweige denn am Montag …. – nee, bestimmt nicht!

Alles gut. Alle Post ist verschickt, ab irgendwann gestern sind wir doch noch zur Ruhe gekommen. Wahrscheinlich war der Gang in die Timmendorfer Waldkirche und die gute Predigt von Pastor Vogel über friedliche Zeiten der richtige “Entschleuniger”. Nun schmort das Fleisch noch so vor sich hin, die Kartoffeln sind aufgesetzt – und es bleibt ein bisschen Zeit:

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Es gibt heute Gulasch. Mit Rotkohl. Weihnachten und Rotkohl war bei mir schon immer so. Als Kind bei meinen Eltern und die 30 Weihnachten die ich mit meiner Ex verlebt habe. Nur war das heutige Gulasch früher Kaninchen. So Richtung 50 Weihnachten Kaninchen. Ich denke an eine Weihnachts-Geschichte von Herman van Veen. Am 14. Dezember gastierte er im Lübecker Dom. Wir waren auch dort.

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Als du klein warst, hast du dich nicht gefragt,

was die Bedeutung von Weihnachten war,

oder woher der Name ‚Freitag‘ kam,

oder das Wort ‚Köttel‘,

und warum das Fest in deiner Straße

genau am 5. Mai gefeiert wurde.

Alles war so wie es war.

Man fragte sich noch nicht nach dem Warum;

Auch nicht, als zum dritten Mal

Dein Kaninchen kurz vor Weihnachten

Spurlos verschwand.

An Weihnachten kamen Oma und Opa zum Essen,

und wir aßen das gebraten,

was ich los war.

Wir sangen Lieder beim Weihnachtsbaum.

Von Engelchen, die durch die Lüfte schwebten,

und denen, die aus dem Morgenland kamen,

und von Hirten auf dem Feld,

von einem Stern über einem Stall

und einem Kindlein im Stroh,

das Jesus Christus hieß.

Jesus,

diesen Namen hörte man

den Rest des Jahres nur dann,

wenn Onkel Frans wütend war oder

mein Vater sich mit dem Hammer

auf den Fingernagel geschlagen hatte.

Nach den Liedern kamen die Geschichten

Von den Großen, als Opa noch ein Junge war,

über den Krieg von vierzehn/achtzehn

und dem, der danach kam, dem schlimmsten von allen.

Und je später der Abend,

desto phantastischer die Geschichten.

Herman van Veen

Ich hoffe, dass Herman nichts dagegen hat, wegen copyright und so, dass ich seine Zeilen hier veröffentlicht habe. Herman, sonst schreibe mir.  – – – So, das Essen ist fertig, dieser nun letzte Artikel für dieses Jahr auch. Habt eine friedvolle Zeit – und nehmt euch nicht zu viel vor für das neue Jahr. Die Halbwertszeiten solcher Vornehmungen sind bekanntlich sehr kurz.

Nr. 260 ^.^

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5 Kommentare leave one →
  1. 25. Dezember 2013 13:07

    Genieße den Gulasch und die Weihnachtszeit. Die Geschichte ist gut, man sollte sich öfter mal normale Gedanken machen. 😉
    Viele Grüße und … hier gibt es heute Rouladen mit Rotkohl (heißt hier seltsamerweise Blaukraut)

    Gefällt mir

    • 1. Januar 2014 16:46

      Moin Jürgen,
      gemacht, Essen war gut, ich bin schwerer, am morgen geht’s wieder anders rum 😉
      Viele Grüße und alles Gute für das neue Jahr

      Gefällt mir

  2. 25. Dezember 2013 14:26

    Blaukraut oder Rotkohl, egal, ich kenne beide Bezeihnungen
    und Herrman hat sicher nichts dagegen, ich hab ihn schon öfters mal live gesehen, dieser Mensch ist fantastisch.

    Gefällt mir

    • 1. Januar 2014 16:48

      Moin Marie,
      stimmt, egal wir das Kraut heißt, es hat mal wieder geschmeckt,
      und stimmt, HvV live ist was anderes als von LP oder CD, live gefällt er mir viel besser, also visuell, als nur audiomäßig ….
      Viele Grüße und alles Gute für das neue Jahr

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