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Kontraste – und warum ich kein Lokführer geworden bin

17. Oktober 2014

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Unser Leben ist kontrastreich. Immer wieder gegensätzlich. Auch wenn sich unser Alltag meist in der großen Grauzone zwischen weiß und schwarz abspielt. Aber nicht immer: Kontrast141011-151-b600

Bekannte wollten nur mal eine Woche ausspannen, sich in einem gemütlichen Hotel erholen. Deshalb sind sie auch mit der Bahn, statt mit dem Pkw, knapp 900 km quer durch die Republik gereist. Morgen am Samstag soll es zurück gehen. Oder sollte?

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Nach der Erholung folgt der Stress. Die Lokführer streiken. Mal wieder. Jedenfalls die in der GDL organisierten. Und das sind die meisten. Also wird es morgen vielerorts so aussehen: Bahn-Streik-141017-2

Und nun? Zumindest die ICE-Strecke München-Hamburg soll zweistündlich bedient werden. Soll. Und der Rest? Wie kommt man zum ICE? Die Nachrichten werden darüber berichten. “Bad news are good news”. Immer wieder diese bekannte journalistische Maxime. Ich mag sie nicht. Aber ich muss mit meiner Schreiberei auch kein Geld verdienen. Zum Glück! Das war auch der Grund, warum ich kein Lokführer geworden bin. Natürlich war das als kleiner Bengel mein Traumberuf. Lokführer! Mein Cousin war einer – und hat mir später mal erzählt, was er verdient. Ups. So waren die einzigen Loks, die je geführt habe, die auf meiner Modelleisenbahn. Damit will ich hier aber nichts über die Forderung der GDL sagen. Und ob es so “sein dürfen sollte”, dass eine kleine Gewerkschaft das “ganze Land lahm legt”. Kontrast141012-1b600

Kontrastreich, im Sinne von ausgewogen das Reale widerspiegelnd, sollen Nachrichten sein. Enttäuscht war ich von der sonst so seriös wirkenden öffentlich-rechtlichen ARD, dass diese von ihrem eigenen Programmbeirat wegen ihrer Ukraine-Berichterstattung kritisiert wurde:  “Das Erste hat einseitig, wenig differenziert und lückenhaft berichtet.”  Und dann noch die Entschuldigung in der ARD dafür, dass man den Tod zweier Menschen in einem Beitrag prorussischen Separatisten zugeordnet habe, tatsächlich seien jedoch ukrainische Freiwilligenverbände verantwortlich. “Öffentlich-Rechtliche Sender haben das Gebot der Neutralität in ihrer Berichterstattung unbedingt einzuhalten. Dieser Fall ist ein schönes Beispiel dafür, wie unser Rundfunkbeitrag für politische Zwecke missbraucht wird.” Dass diese Aussage vom AfD-Vize Gauland stammt, macht sie nicht unbedingt ganz falsch.

Nr. 306 (WP 246) ^.^

10 Kommentare leave one →
  1. DMMS permalink
    18. Oktober 2014 09:43

    1. ist es vollkommen in Ordnung wenn Arbeitnehmer ihre Forderungen nötigenfalls auch mit Streiks durchsetzen. Leider sind viel zu viele Arbeitnehmer nicht gut oder gar nicht organisiert, so daß sie von der Willkür der Arbeitgeber abhängig sind. Streiks muß unsere Gesellschaft aushalten. Vielleicht werden andere Bereiche dann auch mal wach!
    2. Auch wenn ich nichts von der AfD halte, Herr Gauland hat vollkommen Recht
    LG DMMS

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    • 22. Oktober 2014 11:37

      Moin,
      ich will nicht widersprechen. Allerdings, ich sag‘ mal …, habe ich Gesprächsbedarf zu dem Punkt Tarifeinheit vs. Tarifpluralität.
      Höchstrichterliche Rechtsprechung hin oder her, die Tarifeinheitlichkeit hat m. E. bis 2010 gut funktioniert. M. W. wird in Berlin an einem Gesetz gearbeitet, welches das regeln soll. Warten wir es ab.
      Viele Grüße

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  2. 18. Oktober 2014 12:16

    Tja, so kommt die Bahn mal wieder in die Medien – mal (noch nicht) mit Preiserhöhungen, sondern mit ihrer bundesweiten „Auszeit“. Ich verzichte so weit wie irgend möglich auf die Bahn. Und wenn nicht, dann gibt es immer wieder Ärgernisse – kommt nicht, lange Wartezeit, sehr kurze Umsteigezeit … kann ich gern darauf verzichten. 😉
    Und ob die Forderungen derzeit gerechtfertigt sind – ich weiß es eigentlich nicht. Kenne zu viele, die gern diese Konditionen hätten und NICHT haben.

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    • 22. Oktober 2014 11:57

      Moin Jürgen,
      deinem letzten Satz kann ich zustimmen. Ich kenne auch viele …, wenn die Zahlen so stimmen, die ich gelesen habe.
      Nachtrag zu meinem Artikel: Die Bekannten haben sich einen Mietwagen genommen, hatten Glück am Sonntag einen zu erhalten. Die Auskünfte der DB, wann welcher Zug fährt, waren zu diffus. Und dann mit Kleinkind ….
      Auf alle Fälle habe ich Nachricht erhalten, dass die Bahn zumindest für das Rückfahrticket erstatten will, wird. Das deckt dann wenigsten einen Teil der Kosten für den Mietwagen.
      Viel Ummekehr 😉 und Lust auf die Bahn haben sie erst mal nicht mehr.
      Viele Grüße

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  3. 19. Oktober 2014 03:54

    es werden bei der Bahn Millionen versenkt – Alleine was ein bescheuerter ICE-Zug kostet (für mich ein Prestige-Objekt – dazu nur auf bestimmten Strecken sinnvoll) – aber, die, die den fahren sollen, bekommen einen Hungerlohn, obwohl Sie die Verantwortung von hunderten Fahrgästen haben.
    Bei Ärzten ist es ähnlich. In den neuen Bundesländern sind die Arbeitsbedingungen so schlecht, dass niemand dort als praktischer Arzt in schwach besiedelten Gebieten überleben kann. Mittlerweile gibt es im Osten in einem Land ein Programm, wo deutsche Medizinstudenten, die nicht so ein SuperAbi haben und den NC hier nicht geschafft haben nach Pecs geschickt werden (freiwillig natürlich). Die Stadt hat eine bekannte Uni und liegt in Ungarn – mein Kumpel hat dort auch studiert – hat Ihm Super gefallen dort. Da wird größtenteils in Deutsch gelehrt und die Stadt ist sehr schön – hat Ähnlichkeit mit Heidelberg. Dort können die Ihr Studium machen – bekommen sogar ein Stipendium für die Zeit – müssen sich aber Verpflichten im Anschluss für eine Anzahl von X Jahren in den neuen Bundesländern als Arzt zu praktizieren. Sowas wie der Film „Doc Hollywood“ mit Michael J. Fox in echt quasi..
    Anderes Thema – die Politik: Das mit der Nachrichtenerstattung bei den öffentlich rechtlichen war eine ganze Zeit ein sehr kontroverses Thema auf g+. Jeder der die Nachrichten anzweifelte war ein prorussischer Separatist oder eine vom russischen Geheimdienst bezahlte „Socket Puppet“ – und jeder der Sie glaubte ein Schaf, dass sich von der USA in einen Krieg ziehen lassen würde. da ging’s hoch her. Ich stand – und stehe auch Heute noch eher auf der Seite Russlands – auch wenn dann gleich wieder argumentiert wird, dass das keine Demokratie sondern eher eine Diktatur ist, wo Menschenrechte nichts gelten. Ich persönlich sehe da keinen großen Unterschied zu den USA – solange es dort die Todesstrafe und Guantanamo Bay gibt und eine offizielle Todesliste und unsere Regierung dazu nichts zu sagen hat.
    Wenn es um den Erwerb von Rohstoffen in fremden Ländern ging, war (und ist) der USA keine Lüge und keine Handlung zu schmutzig um Sie unter die Kontrolle zu bekommen.

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