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#JE_SUIS_CHARLIE

8. Januar 2015

Es kommt selten vor, dass ich sprachlos bin. Vorhin (da war noch gestern) saß ich am PC, nebenbei lief der Fernseher. Ich hörte irgendetwas über Satire und Karikaturen. Kurz dachte ich an die dauernde Frage  “Was darf Satire?”  und dass ein befreundeter Journalist mir vor vielen Jahren gelehrt hatte:  “Schreibe keine Ironie, denn die versteht der Leser nie!”.  Aber  “Bildlich gesprochen macht anschaulich.”  war ein Leitsatz meines alten Dozenten, denn oft kann man mit Bildern mehr als mit Worten ausdrücken. Dachte ich noch so – dann hörte ich von 12 Toten – und war erst einmal sprachlos.

[313] Charlie Hebdo -b500swTb#

Deshalb habe ich mir die folgenden Zeilen vom Postillion entliehen, meiner immer wieder gerne besuchten Satire-Seite:

Islamisten und Islamhasser auf der ganzen Welt fühlen sich derzeit angesichts eines furchtbaren Anschlags auf die französische Satirezeitschrift Charlie Hebdo mit mindestens 12 Toten einmal mehr in ihrem Weltbild bestätigt. Während Islamisten vor allem stolz darauf sind, erneut Angst und Schrecken verbreitet zu haben, genießen Islamhasser den perfekten Moment, um in den sozialen Netzwerken gegen Minderheiten und Zuwanderung zu hetzen. Beide Seiten dürfen sich auf regen Zulauf freuen.

Einen weniger guten Tag hatte heute die überwältigende Mehrheit derjenigen Menschen, die einfach in Frieden leben und nichts mit derartigen Extrempositionen zu tun haben wollen – darunter Muslime, Christen, Anhänger anderer Religionen, Agnostiker und Atheisten.

Tragisch ist, was ich auf der Seite des Deutschlandfunks gesehen habe:

Stéphane Charbonnier, genannt “Charb”, ist eines der Opfer des Angriffs auf die Redaktion von “Charlie Hebdo”. Seit 2009 war der Karikaturist und Journalist Chefredakteur der Zeitung. Seine letzte Zeichnung hat es in sich.

[313] Charlie Hebdo - letzte Karikatur von Stéphane Charbonnier -b

Sie wirkt aus jetziger Sicht makaber und trägt einen Hauch von Vorahnung –  die letzte Karikatur von “Charb”. Die Zeichnung zeigt einen bewaffneten bärtigen Mann. Der provozierende Titel lautet ins Deutsche übersetzt: “Immer noch keine Attentate in Frankreich.” Der Bärtige erwidert: “Na, warten Sie mal ab. Man hat bis Ende Januar Zeit, um die Festtagsgrüße auszurichten.”

Die Frage “was darf Satire?” wurde eben in der Tagesschau beantwortet:  “Satire darf alles, nur nicht sterben!”

Heute ist der 8. Januar und je suis Charlie, ich bin Charlie!

Nr. 313 (WP253) ^.^

4 Kommentare leave one →
  1. 8. Januar 2015 06:56

    Das ist das Nine Eleven für Frankreich gewesen. Ich habe es selber gar nicht mit bekommen. Ich war unterwegs zu einem Vorstellungstermin, und nachdem ich die Zusage hatte ab nächste Woche bei ThyssenKrupp in der IT-Abteilung zu arbeiten zu meiner Mutter gefahren um den Erfolg zu feiern. Erst später Abends zu Hause rief mich ein Freund an und erzählte mir von diesem Anschlag. Dies ließ meine Euphorie stark sinken..
    Diese Mörder mögen sich vielleicht als Helden fühlen – aber mit Sturmgewehren bewaffnet gegen unbewaffnete, unschuldige Menschen? Das ist kein Heldentum. Das ist die größte Feigheit, die ich mir vorstellen kann. Und es zeigt wie gefährlich es sein kann fanatische Islamisten, die im nahen Osten Kampferfahrung gesammelt haben und tickende Zeitbomben sind wieder in ein friedliches Land zu lassen.
    Wie wird es weitergehen? Dieser Anschlag kann das Zusammenleben von Muslimen und andersgläubigen auf Jahre vergiften – es kommt sicher darauf an, wie sich die muslimische Kirche in Frankreich dazu stellt. Verurteilt Sie das ermorden der Journalisten, könnte sie selber Angriffsziel der fanatischen Spinner werden. Zeigt Sie Verständnis, dafür könnte weitaus schlimmeres passieren.
    Friedliche Koexistenz auf neutralem Raum kann nur ohne Gewalt funktionieren. Doch da sind wir ganz weit weg..

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    • 8. Januar 2015 09:34

      Moin Peter,
      erst einmal alles Gute für 2015 – und wie ich lese, scheint es persönlich für dich gut zu werden. Ich freue mich, dass du wieder einen Job hast! Glückwunsch!

      Gerade höre ich im Radio, dass es eine erneute Schießerei in Paris gegeben hat.

      Es ist tragisch.

      Für mich ist das ein Anschlag auf unser Wertesystem. Diesmal, scheinbar wieder, mit einem religiösem Hintergrund. Aber wir sind uns sicher einig, dass das nicht immer zwangsläufig so sein muss. So hat es in der Vergangenheit in Europa auch immer wieder Terroranschläge gegeben, die nun überhaupt nichts mit Religion zu tun hatten.

      Die Gründe dafür sind sicherlich vielfältig. Aber ich stimme dir zu, dass gerade jetzt derartige Ereignisse Wasser auf die Mühlen der Islamhasser sind und der friedlichen Koexistenz zuwiderläuft.

      Mehr am Telefon.
      Bis denne ….

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  2. 8. Januar 2015 07:15

    Hallo Sven,
    Ein ereignisreiches Jahr
    ist zu Ende.
    Mit der Weihnachtszeit hatten
    wir die Gelegenheit, es in Ruhe
    Revue passieren zu lassen und
    Kraft für neue Herausforderungen
    und Ziele zu schöpfen.
    In diesem Sinne wünsche ich Dir
    und Deiner Familie alles Gute
    im neuen Jahr LG Dani

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    • 8. Januar 2015 09:00

      Moin Dani,
      auch dir / euch wünsche ich alles Gute,
      in den letzten Wochen war bei mir auch „faulenzen“ angesagt, Ruhe, Erholung („Pausenbilder“) und nun ist wieder der Alltag eingekehrt.
      Tragisch, dass das Jahr mit solch einem Terroranschlag beginnt.
      Viele Grüße von der Ostsee in die Schweiz,
      wir lesen uns!

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