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Letzte Hoffnung: Gericht

11. Juni 2015
Auf hoher See und vor Gericht bist du in Gottes Hand. (Sprichwort)

Auf hoher See und vor Gericht bist du in Gottes Hand. (Sprichwort)

„Dann klagen wir!“  Ein Satz der häufig genug gesagt wird, wenn die Welt, oder der eigene Mikrokosmos, wieder mal von scheinbar schreiender Ungerechtigkeit erfüllt ist. Nur ist das mit dem Klagen immer so eine Sache ….

„Es hilft nichts, das Recht auf seiner Seite zu haben. Man muss auch mit der Justiz rechnen.“  Ein Satz von Dieter Hildebrandt. Recht hat er. Denn nach dem Urteil eines Gerichts fühlen sich meist beide Seiten weiter im Recht, nur die einen richtig, die anderen falsch verstanden. Oft geht es dann in die nächste Instanz.

In der Politik sind die Gerichte mittlerweile so etwas wie ein Regulativ geworden, die parlamentarische Entscheidungen eingrenzen. Gut so! Gut so? Darüber ließe sich trefflich debattieren. So wie die jetzt in Niedersachsen, wo das OVG Lüneburg die eine Stunde Mehrarbeit für Gymnasiallehrer (24,5 statt 23,5) wegen Verfassungswidrigkeit kassiert hat. Dabei geht es nicht um die eine Stunde, in allen anderen Bundesländern haben Gymnasiallehrer mehr Unterrichtsverpflichtungen, sondern um die Begründung. Und die war für das Gericht ungenügend (6, setzen), sprich die Landesregierung hat ihre Hausaufgaben nicht richtig gemacht. Ich hatte die Mehrarbeit im Dez. 2013 in einem Artikel erwähnt, was meine davon betroffene Tochter zu folgendem Kommentar veranlasste:

[357] NS-Kommentar

Der Teufel liegt also, wie so oft, im Detail. Gleiches gilt – um nur zwei aktuelle Beispiele zu nennen – für die Vorratsdatenspeicherung (zwei Parlamentsgutachten sehen in dem Gesetzentwurf verfassungsrechtliche Mängel) und die Maut (Gauck unterzeichnet Gesetze zur Pkw-Maut). Wieder wird es Klagen geben und Gerichte werden zu entscheiden haben. Gut so (!) oder gut so (?)?

Ich bin dann mal wech – siehe Bild oben – also quasi in „Gottes Hand“.

Bis bald mal wieder.

Nr. 357 ^.^

4 Kommentare leave one →
  1. 11. Juni 2015 12:08

    Ich wünsche Dir nachträglich alles gute zum Geburtstag, LG Dani

    Gefällt 1 Person

  2. 12. Juni 2015 08:35

    Hi Svenni,
    Zum Bürzeltag hatten wir ja schon kurz gequatscht, trotzdem noch mal alles Gute – doppelt hält besser!
    Bei Gericht denke ich lieber an den Begriff aus der Gastronomie – obwohl man auch wegen einem Gericht vor Gericht kommen kann – wenn man zum Beispiel in der Kantine Gammelfleisch verarbeitet. http://www.derwesten.de/nrz/staedte/duesseldorf/hundefutter-justiz-klaert-skandal-um-kantinen-fleisch-id10471126.html
    Ansonsten ist ja das Klagen vor Gericht eines der liebsten Freizeitbeschäftigungen des Deutschen. Liest man manchmal, mit was Richter sich befassen müssen, muss man am gesunden Menschenverstand von dem Klagenden zweifeln – trotzdem findet sich immer ein Rechtsanwalt, der den Idioten aufbaut, ihm Hoffnung macht seine Spinnereien vor Gericht durchzuboxen und Ihn auch noch vor Gericht vertritt. Warum? Weil der Anwalt auf jeden Fall Geld bekommt – egal ob sein Mandant gewinnt oder verliert: der Advokat ist immer der Gewinner. Und das ist leider das traurige an der Geschichte.
    Nicht umsonst führte der König Friedrich Wilhelm I. für Anwälte eine einheitliche Juristentracht ein;
    „Wir ordnen und befehlen hiermit allen Ernstes, dass die Advocati wollene schwarze Mäntel, welche bis unter das Knie gehen, unserer Verordnung gemäß zu tragen haben, damit man die Spitzbuben schon von weitem erkennt.“
    Aber dass eine Klage vor Gericht abgewiesen wird, weil die Begründung nicht ausreichend ist – das ist ja quasi das Loser-L auf die Stirn gemalt. Peinlich hoch 10.. Was für Juristen sitzen denn in der Landesregierung, dass man eine Klage einreicht, die nicht Sattelfest ist.
    Aber das ist ja das schöne bei Gericht und so wie beim Fußball: Mann weiß nie wer am Ende gewinnt.. 😉

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