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2:1 für Ökonomie und Emotionalität vs. politischer Interessen

28. Juni 2015

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Der Athena-Lindia-Tempel bei Lindos auf der griechischen Insel Rhodos könnte als Spiegelbild für den Staat Griechenland stehen: alt und (leider) in seiner Struktur kaputt.

Griechenland. Scheinbar gibt es – nicht nur hierzulande – eine Mehrheit für den Austritt der Griechen aus der Eurozone. Begründet wird das einerseits von den Technokraten aus rein ökonomischer Sicht, anderseits gar nicht: man scheint das „täglich grüßt das Murmeltier“ einfach leid zu sein und möchte einen Schlussstrich gezogen sehen. Das nenn’ ich Emotionalität pur. Dem gegenüber gibt es die große politische Meinung, dass alles versucht werden muss, um Griechenland im Euro zu halten. Offiziell werden dafür Stabilitätsgründe usw. genannt, vielleicht ist es aber auch ein bisschen die Angst der Politiker, den Wählern die Fälligkeit der Ausfallbürgschaften zu erklären. >*s.u.)

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Ist bald nichts mehr los in Griechenland, alles zu und aus?

Nun soll wieder das griechische Volk „demokratisch über das Diktat der Institutionen“ entscheiden. Das hatten wir schon einmal 2011. Was unterscheidet die beiden Referenden?

  • Erstens kam es 2011 auf Druck der anderen Europäer (Merkel & Co.) aus Angst vor der griechischen Stimmungslage („Schwarmintelligenz“) gar nicht dazu,
  • zweitens wollte die damalige griechische Regierung unter Papandreou die Zustimmung für den Sanierungskurs, die neue unter Tsipras empfiehlt ausdrücklich die Ablehnung, und
  • drittens ist die Eurozone heute besser gegen ein „Nein“ der Griechen gewappnet als noch vor vier Jahren, eine Eurokrise wird weitgehend ausgeschlossen.

In einem sind sich fast alle Fachleute einig: das, was bisher geschehen ist, war im Grunde genommen ein riesiger Banken-, und weniger ein Griechenland-Rettungsplan – zu Lasten der europäischen Steuerzahler. Das bedeutet, dass bei einem „Ausfall“ Griechenlands nicht kurzfristig „systemrelavante Banken gerettet“ werden müssen, was damals ein Albtraum war, sondern heute langfristig „nur der öffentliche Rettungsschirm“.

In den Medien gibt es zu diesem Thema schon eine Vielfalt von sinnigen und unsinnigen Kommentaren. Ich bin beim Für und Wider zwiegespalten, bleibe gespannt und dabei, was ich schon 2011 geschrieben habe: “Ich möchte im Moment kein Grieche sein ….”

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>*) Ausfallbürgschaften für Griechenland von ca. 320 Mrd. Euro: der deutsche Anteil wird im schlimmsten (unwahrscheinlichen) Maximalfall mit rund 80 Mrd. Euro beziffert. Die Summe würde nicht sofort fällig, sie würde aber über Jahrzehnte den Bundeshaushalt belasten und steht erst einmal so im Raum. Der deutsche Bundeshaushalt 2015 beträgt rund 300 Mrd. Euro und erstmals seit 1969 sollen keine neuen Schulden hinzukommen. Die deutschen Staatsschulden betragen “pi mal Daumen” 2.050 Mrd. Euro (1.300 Mrd. Euro beim Bund, 750 Mrd. Euro bei den Ländern und Kommunen). Eins noch: die EZB hat mit den Staatsanleihenaufkäufen bisher Mrd.-Zinsgewinne gemacht und ihre Überschüsse an die nationalen Zentralbanken des Eurosystems ausgeschüttet. Die Bürgschaften haben also, ohne dass bislang ein Cent gezahlt werden musste, Geld eingebracht: Deutschland in den letzten Jahren min. mehrere hundert Mio. Euro.

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Nr. 360 ^.^

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2 Kommentare leave one →
  1. Voldemort permalink
    29. Juni 2015 09:45

    Ich prophezeie Böses:
    – Die drohende Staatspleite Griechenlands erschüttert die Börsen.
    – Die Geldgeber müssen sich jetzt eingestehen, dass ihre Austeritätspolitik gescheitert ist. Aber sie üben ihre ganze Macht aus und lassen die Griechen zwischen zwei grausamen Möglichkeiten wählen.
    – In Griechenland werden die Menschen auf die Straße gehen und die Gefolgsleute der linken Tsipras-Regierung werden sich mit ihren Gegnern bekriegen.
    Dunkle Wolken machen sich auf, den Himmel über Griechenland zu verdunkeln.

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    • 29. Juni 2015 12:52

      Moin.
      Ich sag‘ mal …, „Der eine sagt so, der andere so – und nichts wird so heiß gegessen wie es gekocht wird.“
      Warten wir ab, was in den nächsten Tagen passieren wird ….
      Viele Grüße

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