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Herbst – oder #KiyiyaVuranInsanlik

3. September 2015

Dunkle Wolken 150902

Heute ist, laut den Meteorologen, der 3. Herbsttag. Pünktlich zum Herbstanfang zogen hier (OH) dunkle Wolken auf, über die herbstlichen Winde (auf Fehmarn) freuen sich vornehmlich die Surfer und Kiter.

Kiter-Wind-Fehmarn

Zumindest hier an der Ostseeküste hat sich der Sommer verabschiedet, und auch die vielen Touristen. Man bekommt wieder Parkplätze in Strandnähe und die Ordnungsamtsmitarbeiten können die vielen, den Sommer über verteilten, Strafzettel abarbeiten.

Toter Baum

Nicht alles hat den Sommer überlebt, wie der Baum in Nachbars Garten. Wenigstens sein Holz kann noch zu etwas dienen.

Viele Menschen haben den Sommer auch nicht überlebt. Menschen, die aus Angst um ihr Leben die Flucht nach Europa gewagt haben – und für die das Mittelmeer (und nicht nur dort) zum Grab wurde. Zum Massengrab.

Es gibt Bilder, die als Medienikonen zur mauersprung-von-conrad-schumann-aZeitgeschichte gehören. Eines dieser Fotos ist das vom “Mauersprung” des DDR-Grenzers Conrad Schuhmann, 1961. Er war einer der ersten Grenzflüchtlinge beim Bau der “Berliner Mauer”. Ein Bild, was um die Welt ging und in vielen Bücher usw. auch heute noch zu finden ist.

Zu dieser “Berühmtheit”, aber ganz trauriger Art, könnte auch dieses Foto gelangen, was in diesen Tagen in den Medien auf der ganzen Welt verbreitet wird, auf Twitter unter dem Hashtag  #KiyiyaVuranInsanlik  –  einen Artikel dazu gibt es bspw. auf  t-online (KLICK)

KiyiyaVuranInsanlik - Ailan Kurdi

Das Bild der Leiche des dreijährigen Ailan Kurdi – einem syrischen Flüchtlingsjungen am Strand nahe des türkischen Ferienorts Bodrum – wird zum Sinnbild der Flüchtlingskrise.

Was die Weiterverbreitung des Fotos auch in meinem Blog betrifft, schließe ich mich der t-online Redaktion an:

t-onl-Red-150903

Mir geht durch den Kopf, dass ich mit dem Verkauf meines Hauses letzte Woche ganz freiwillig die letzte tatsächliche Verbindung zu meinem alten Zuhause gekappt habe. Diese “Freiwilligkeit” hatten meine Großeltern, mein Vater als Kind, 1945 nicht – und haben die Flüchtlinge heute, 70 Jahre später, auch nicht.

Nr. 366 ^.^

6 Kommentare leave one →
  1. 4. September 2015 19:14

    Hi, schön daß du wieder hier bist 😉
    Als ich das Bild des kleinen Ailan Kurdi Mittwochabend in den Nachrichten gesehen habe, da hat mich das unendlich traurig gemacht. Es hat mich an das auch in aller Welt bekannte Foto von Kim Phuc aus Vietnam erinnert.
    Das Bild mit Ailan Kurdi ist für mich das Sinnbild für die Schizophrenie der europäischen Flüchtlingspolitik, bzw. dem Umgang mit den Menschen, das mit Kim Phuc war für mich sinnbildlich für den Irsinn des Vietnamkrieges, bzw. ist sinnbildlich für jeden gottverdammten Krieg, weil immer auch – oder am meisten – die Kinder darunter zu leiden haben.
    Wir telefonieren?
    Viele Grüße aus H von DS (ich habe ein neues Kennzeichen 😉

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    • 4. September 2015 19:39

      Moin, ja, nächste Woche gerne, bin jetzt bzw. am WE unterwegs
      Viele Grüße nach H mit See 😉 und ein schönes Kennzeichen hast du jetzt 🙂

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  2. 5. September 2015 02:35

    Ich habe letztens in einem sozialen Netzwerk eine Fotomontage mit diesem Bild gesehen – oben der ertrunkene Junge – wie er einsam und zurück gelassen tot am Strand liegt – und darunter einen verendeten Orca, der am Strand liegt und den etliche Menschen umarmen, als wäre ein guter Freund von Ihnen gegangen. Das zeigt das ganze schizophrene: Diese Welt (oder um es richtig auszudrücken, denn unser Heimatplanet kann nichts dafür: der Verstand der Menschen auf diesem Planeten) ist krank – es gibt keine Werte mehr, keine Moral, keine Menschlichkeit. Schaue ich mir auf dem Weg zur Arbeit an, was für Zombies durch die S-Bahnen und Busse schlurfen – den Blick stur aufs Handydisplay fixiert, mit den Fingern irgendwelchen Quark tippend – dann frage ich mich: wer soll denn diese Welt retten? Die Generation „NichNack“? Die würden ohne es zu merken in die falsche Bahn einsteigen, weil Sie von Ihrer Umwelt nichts mitbekommen sondern in Ihrer virtuellen Freundeswelt gefangen sind. Soll man solchen verpeilten Nullschnallern das Schicksal dieser Welt in die Hand legen? Das macht mir Angst..
    Das ich zu dem Flüchtlingsthema eine eigene Meinung habe – dergestalt, dass wirklich alles, was man falsch machen konnte von unserer Regierung auch falsch gemacht worden ist, ist ein anderes Thema. Wir hatten ja darüber schon am Telefon gequatscht – vielleicht mache ich mal einen Beitrag in den Sonntagsgedanken davon – traurigerweise wird man bei einer nachdenklichen Meinung zur aktuellen Flüchtlingspolitik gleich in die Nazi-Ecke gesteckt – leider ebenfalls ein Zeichen, dass Menschen nicht mehr differenzieren können.

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    • 5. September 2015 12:05

      Moin Peter,
      bevor ich gleich wieder weg bin, noch ein paar Zeilen:
      Es ist doch immer gut eine eigene Meinung zu haben, auch wenn man damit manchmal gegen den Strom schwimmt.
      Wichtig für mich ist nur, dass wir uns dabei in einem gewissen Rahmen bewegen: Die Achtung selbst gegebener Regeln, sei es für uns in Deutschland die Achtung des Grundgesetzes mit seinen Grundrechten, oder bspw. innerhalb von Europa die Achtung der europäischen Menschenrechtskonventionen. Und – für mich auch ganz wichtig – der Respekt vor dem Andersdenkenden (sofern er sich an die Regeln hält).
      https://sven2204.wordpress.com/2015/09/05/kurz-so-gesagt/
      Mich hat in dem Zusammenhang die Aussage des österreichischen Außenministers beeindruckt (gestern). Doch selbst wenn es den Dialog mit einer für alle Staaten als halbwegs gerechten empfundenen Lösung geben sollte, wird es immer noch Menschen geben, einerseits vielleicht eher den „bildungsfernen“ Schichten und oder den Nationalisten zuzuordnen, anderseits den vielleicht eher den „Gutmenschen und Sozialromantikern“, als das andere Extrem, die damit nicht einverstanden sind. Ja und? Das muss Demokratie aushalten. Und das hat Demokratie bisher auch ausgehalten. M. E. wird es erst dann gefährlich, wenn wir unsere eigenen Regeln missachten und die Andersdenkenden per se verteufeln.
      Viele Grüße aus dem regnerischen Scharbeutz.

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