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Ja, sind wir denn alle depressiv – oder das mit dem Wörtchen „zu“ …

11. September 2015

Bevor ich hier “feststelle”, dass das Wetter – mal wieder – zum Wochenende “zu” schlecht ist, “stelle ich erst einmal fest”, dass wir – bis heute – ein paar schöne Sonnentage hatten, wie es die Fotos in meinem Fotoblog beweisen (bitte je auf das Bild klicken):

Bevor der Regen --

Rosenhagen --

So, das Positive hätten wir. Ansonsten gilt (wie meine Freundin zu sagen pflegt): “Ich jammere nicht, sondern ich stelle fest”! Aber wie ist das eigentlich mit dem Jammern – übersetzt, wenn ich meine Unzufriedenheit zum Ausdruck bringe? Damals habe ich gelernt, dass man Kindern von Bauern in jungen Jahren Steine auf die Brust legt, damit sie früh genug das Jammern lernen. Und hören wir den Landwirten heute zu, dann ist es entweder zu warm, zu kalt, zu nass, zu trocken – immer mit dem Wörtchen “zu” vor dem Wiewort. Aber mal ganz ehrlich: haben wir dann als Kleinkinder nicht (fast) alle diese sprichwörtlichen “Steine auf der Brust” gehabt?

Durch Zufall bin ich in der SZ auf ein mit YouTube verlinktes Filmchen gestoßen: FRAG EIN KLISCHEE – in dem Fall – FRAG EINE DEPRESSIVE – mit der Frage: “Geht dir dein ständiges Gejammer nicht auch selber auf die Nerven?”

Frag-eine-Depressive-1-500R

Antwort der Betroffenen: “Doch, tatsächlich. Ich nerv‘ mich ganz oft selbst, gerade in depressiven Episoden gehe ich mir unglaublich auf den Sack – weil ich denke, es muss überhaupt nicht so sein wie es gerade ist. Es ist natürlich extrem anstrengend, wenn man sich ständig mit negativen Gedanken beschäftigt, man kommt in so eine Spirale, aus der man einfach nicht mehr raus kommt – und wenn es dann vorbei ist, diese depressive Episode, dann fasst man sich natürlich an den Kopf und denkt, was habe ich eigentlich die letzten Wochen so gemacht, warum habe ich so viel vor mir selbst gejammert. Ich denke, es kann gar nicht so schlimm sein, weil eigentlich ist mein Leben echt ok.”

Ich sag’ mal …: “In Anbetracht dessen, was um uns herum so passiert, ist unser Leben (in den meisten Fällen) doch ‘echt ok’. Doch wie oft nutzen wir bei einer ‘Feststellung’ das Wörtchen ‘zu’ vornweg – und bringen damit eine gewisse Unzufriedenheit zum Ausdruck? Sind wir etwa (fast) alle (etwas) depressiv?”

Die Antwort mag sich jeder selbst geben. Ich stelle für mich gerade fest, dass das Wetter draußen zu schlecht ist, um raus zu gehen, ich aber eigentlich müsste, weil ich zu wenig Kuchen im Haus habe. Und ich bin keine Bauer!

Nr. 368 ^-^

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7 Kommentare leave one →
  1. nixe permalink
    11. September 2015 18:32

    Mein Bäcker wohnt um die Ecke, aber ich bin „zu“ faul hinzugehen.
    Liebe Grüße und ein entspanntes Wochenende

    Gefällt 1 Person

    • 12. September 2015 08:34

      Moin.
      Ich glaube, „zu“ faul zu sein ist eines der Begleitsymptome in einer depressiven Phase. Oder kann es sein. Oder so ähnlich. Ich habe wohl schon „zu“ viel Kaffee intus, nehme mich also bitte nicht „zu“ ernst 😉
      Viele Grüße und ein schönes Wochenende!

      Gefällt 1 Person

  2. 11. September 2015 20:50

    Ja, vllt. ist Depressivität in Maßen genossen, auch gar nicht so verkehrt. Aber auch nicht zu sehr. Das ist wahrscheinlich wie bei allen andern Drogen, mit denen man sich versucht aus der Wirklichkeit zu flüchten.

    Eija, bei all den Verletzungen , die im Laufe der Zeit erlitten werden mussten. Dann fehlt auch manchmal einfach die Kraft und der Mut. Doch wünsche ich jedem, genau die Kraft und den Mut zu finden. Voraussetzung dafür sind wohl Hoffnung und Vertrauen..

    Gefällt 1 Person

    • 12. September 2015 08:54

      Moin,
      beim letzten Satz kann ich dir nur zustimmen. Ich denke, dass viele unter uns ihre persönlichen Erfahrungen mit Depressionen gesammelt haben. Sei es, bspw. im Zusammenhang mit einem sog. „Burnout“, selbst davon betroffen, oder weil eine nahestehende Person unter dieser Erkrankung leidet.
      M. E. ist wichtig zu wissen, dass die Depression eine echte Erkrankung und keine Simulation ist. Depression ist keine Willensschwäche. Äußerungen wie „reiß dich zusammen“ bewirken eher, dass der Patient noch tiefer in die Depression sinkt. „Hoffnungslosigkeit“ ist sicher ein Symptom der Depression, dies bedeutet aber nicht, dass nicht geholfen werden kann. Die meisten Depressionen sind besser behandelbar als körperliche Erkrankungen. Dabei sind „Hoffnung und Vertrauen“ sicherlich gute Voraussetzungen für eine Genesung.
      Das ist nur meine Meinung, ich bin kein Psychologe.
      Viele Grüße und ein schönes Wochenende!

      Gefällt 1 Person

  3. 17. September 2015 17:46

    war gerade auf deinem photo-blog, du wohnst wohl oben oder … ach du hast es gut … 🙂

    Gefällt 1 Person

    • 17. September 2015 17:55

      Moin. Ja, also mit dem „oben“ wohnen. . Nach meinem Ausstieg usw. bin ich vor knapp vier Jahren dahin gezogen, wo ich mich seit Kinderjahren schon immer sauwohl gefühlt habe: An die Ostsee, nach Ostholstein.
      Besuche hier kann ich nur empfehlen 😉
      Viele Grüße

      Gefällt 1 Person

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