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Aua, aua – oder #esmuellert

13. September 2015

Der kicker gilt allgemein als gut informiertes Fachblatt in Sachen Fußball. Heute gibt’s das zu Thomas Müller zu lesen (das Bild ist mit dem Artikel verlinkt):

Müller120Mio

Ich sag’ mal …; Aua, aua, das ist doch Wahnsinn! Irgendwie bin ich an dem Punkt angelangt, dass mein Interesse am derart kommerzialisierten Fußball so rapide sinkt, wie sich lieber die astronomischen Ablösesummen und Gehälter der Fußballer abwärts bewegen sollten!”

Aua, aua denke ich auch angesichts der aktuellen Flüchtlingskrise. Ich habe gerade ein Interview mit unserem Entwicklungsminister Gerd Müller (CSU) gehört. Wenn ich es richtig widergebe, sprach er angesichts von zurzeit 12 Mio. Flüchtlingen in den Krisengebieten, von denen Europa bisher 5% in diesem Jahr aufgenommen habe: “Wir brauchen eine neue Initiative der Vereinten Nationen. Die EU, Russland, die USA, Iran und die Türkei müssen über ihren Schatten springen und nach vier Jahren das grausame Morden vor Ort beenden. Wir brauchen eine Waffenruhe in Syrien. Was dort abläuft, ist unvorstellbar.” Müller geht davon aus, dass die Flüchtlinge dann wieder in ihre Heimat zurückkehren würden.

LN-HL-Fluechtlinge150913

Bis es soweit ist – ja, bis, bis dahin können die vielen freiwilligen Helfer aller Ortens jede Unterstützung gebrauchen, wie hier in Lübeck –> KLICK Artikel in den LN

So dankenswert diese Hilfe ist, so notwendig ist sie auch. Sie kann und wird aber in den Ausmaßen kein Dauerzustand sein. Wir brauchen durch die Politik ganz schnell klaren Regeln in Deutschland, in Europa – und, da bin ich wieder bei Gerd Müller, in den Krisengebieten. Noch ein Satz – zum Nachdenken – von Minister Müller, ARD am 11.: “Unser Wohlstand in Europa, in Deutschland begründet sich zu einem erheblichen Teil auf den wertvollen Ressourcen und der Ausbeutung dieser Ressourcen in afrikanischen Ländern.” #esmuellert – schön wenn es helfen würde, ob nun dem FC Bayern München oder den Flüchtlingen ….

Nr. 369 ^.^

3 Kommentare leave one →
  1. Albert permalink
    14. September 2015 20:23

    Die Flüchtlinge sind auch im Norden angekommen und ich finde es gut, dass es, so wie in Lübeck, viele ehrenamtliche Helfer gibt, ohne die die Hauptamtlichen längst hätten kapitulieren müssen.
    Aber wir kriegen das hin. Das sage ich nicht, weil es Frau Merkel auch gesagt hat, sondern weil wir schon ganz andere Krisen gemeistert haben. Damit meine ich, dass wir hier in Schleswig-Holstein nach 1945 rund eine Millionen Flüchtlinge und Vertriebene aufgenommen haben. Die Zahl ist von besonderer Relevanz, weil Schleswig-Holstein vorher nur rund eineinhalb Millionen Einwohner zählte. Nach dem Krieg waren es rund zweieinhalb Millionen, heute sind es rund 2,8 Millionen.
    Gemessen an der Bevölkerungszahl hat keine andere Provinz so viele Flüchtlinge und Vertriebene aufgenommen wie Schleswig-Holstein.
    Selbstverständlich gab es Konflikte, Widerstände. Das war keine einfache Zeit über Jahre hinaus und erst in den fünfziger Jahren hat sich die Lage merklich entspannt. Aber die Integration der vielen Menschen hat geklappt.
    Ich bin guter Hoffnung, dass es auch nun wieder klappen wird. Allerdings brauchen wir schnell eine europäische Lösung und ganz besonders die Kommunen dürfen nicht mit ihren Nöten allein gelassen werden. Frau Merkel darf nicht nur sagen „Wir kriegen das hin“, die Bundesregierung muss auch entsprechend handeln.
    Ein Satz noch zum Entwicklungsminister Müller: Ich sehe es auch so, dass die Ursachen der Flüchtlingskrise a) im Bürgerkrieg in Syrien, und b) in den katastrophalen wirtschaftlichen Verhältnissen in Afrika liegen. Was wir hier heute mitbekommen, dass sind lediglich die Symptome dieser Ursachen.
    Ich lese weiter, Grüße vom Albert

    Gefällt 1 Person

    • 15. September 2015 08:15

      Moin Albert,
      danke für den geschichtlichen Rückblick. Allerdings weiß ich nicht, ob wir die Zeit nach 1945 mit heute so ohne weiteres vergleichen können. Auch weil die Ursachen 1945 andere waren als sie es heute sind. Nicht zu vergessen, dass der wirtschaftliche Aufschwung damals viel zur Integration beigetragen hat.
      Ich lese heute Morgen in den Nachrichten, dass eine europaweite Flüchtlingsquote vorerst – mal wieder – gescheitert ist. Ich finde das traurig. Gleichzeitig mache ich mir Gedanken, was wir – Deutschland – leisten können? Da gibt es einerseits die sog. „Willkommenskultur“, die ich sehr begrüße – für mich sehr bedeutsam als Gegensatz zu den brennenden Flüchtlingsheimen – anderseits die humanitären Notstände. Die Abschottung der EU nach außen und in der EU selbst mag eine Entlastung bringen, auch in Deutschland. Und ich will nicht verhehlen, dass unsere „Willkommenskultur“ in den Flüchtlingslagern außerhalb der EU Anreize geschaffen hat, die wir nicht befriedigen können. Jedenfalls nicht so, wie wir es uns unter menschenwürdigen Umständen vorstellen. Aber was ist die Alternative, was wird passieren?
      Ich habe mir heute die Zahlen der UNHCR angeschaut:
      https://www.uno-fluechtlingshilfe.de/fluechtlinge/zahlen-fakten.html
      Demnach gibt es (von den weltweit rund 60 Mio.) nicht 12 – so wie ich Müller verstanden hatte, aber vielleicht meinte er nur die syrischen Flüchtlinge – sondern rund 20 Mio. (Binnen-)Flüchtlinge allein in Vorderasien und Nordafrika, die in Lagern leben und vor den heimischen Verhältnissen geflohen sind. Selbst wenn ich unterstelle, dass viele von diesen 20. Mio. Menschen wieder in ihre Heimat zurück wollen und darauf warten, dass sie es können, werden immer mehr – je länger es dauert – den Weg nach Europa suchen. Angesichts der teilweise katastrophalen humanitären Zuständen in diesen Lagern – schenkt man den Berichten Glauben – ist der Weg nach Europa ein logischer. So wie ich mich wohl auch auf den Weg machen würde, kann ich auch jeden anderen verstehen. Das ist die Herausforderung, vor der Europa steht. Abschotten, dichtmachen, Europa zu einer Festung ausbauen, mit Stacheldraht und dem Mittelmeer als Burggraben, das ist eine Möglichkeit, wenn auch eine fragwürdige. Die Voraussetzungen dafür zu schaffen, dass die Menschen erst gar nicht (in den Massen) nach Europa wollen müssen, eine andere …. Von daher hat m. E. nichts, von dem was uns bevorsteht, mit den Ursachen von 1945 zu tun. Eins ist aber gleich: Wir reden über Menschen, Menschen in Not!
      Grüße vom Sven

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