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CSCL Indian Ocean – „Et hätt noch emmer joot jejange“

5. Februar 2016

Die Narren sind los. Wir haben die „5. Jahreszeit“ – auch wenn Jürgen damit das Wetter meint, weil es zurzeit in keine der anderen Jahreszeiten passt. Auch eine Definition. Wir hier im Norden haben es ja nicht so mit Karneval, Fastnacht und Fasching. Während die einen im Süden der Republik fröhlich feiern, steigern wir hier das Bruttosozialprodukt. Jedenfalls versuchen wir es. Nur wenn eines der größten Containerschiffe der Welt vor Hamburg im Elb-Schlick festsitzt, dann gerät einiges ins Stocken. Diese Nachricht habe ich dazu bei VesselFinder.com gefunden:

CSCL-Indian-Ocean-aground-on-the-Elbe-River-160204b900.jpg

„Et hätt noch schlimmer kumme künne“, würden die Rheinländer jetzt sicherlich sagen. In der Tat, der 400 m Containerriese liegt nach dem vermeldeten Ausfall seiner Ruderanlage am nördlichen Rand der Fahrrinne und blockiert diese nicht. Gut auch, dass nach Medienberichten hier der Untergrund aus Schlick besteht, während die Südseite sehr steinig sein soll. Nicht auszudenken, was hätte passieren können …, ein Supergau für die Elb-Region und ein Albtraum für die Hafenstadt Hamburg. Um die Lage zu verdeutlichen, hier zwei Screenshots (Stand gestern Abend) von MarineTraffic.com:

CSCL Indian Ocean MarineTraffic -Elbe 160204T

Eine Übersicht: Zum Vergrößern bitte ich jeweils auf die Bilder zu klicken.

CSCL Indian Ocean MarineTraffic 160204T

Auf diesem Bild ist die genaue Örtlichkeit zu erkennen – und wie bereits ein Tanker vor Ort liegt, damit der Ozeanriese heute um seinen Treibstoff erleichtert werden kann, zur Absicherung flankiert von zwei Schleppern.

Sicherlich kann man nun sagen: „Et hätt noch emmer joot jejange“. Ja, bisher. Ich bin auch kein Gegner einer weiteren Elbvertiefung, dafür habe ich mich mit dem Thema zu wenig beschäftigt. Aber ich verstehe die Frage, ob immer größer, immer schneller, immer billiger nicht auch irgendwo seine Grenzen haben müsste, sollte, hat? Die Frage mag jeder für sich beantworten, oder wie die Rheinländer jetzt sagen würden: „Et kütt wie et kütt“. Na denn, warten wir es ab. Mehr und Aktuelles dazu gibt es auf der Seite des NDR.

Nr. 406 ^.^

6 Kommentare leave one →
  1. 5. Februar 2016 18:16

    Et es wie et es. Wat wells de maache? 😛

    Gefällt 2 Personen

  2. 5. Februar 2016 23:42

    Nach letzten Meldungen wird das Schiff noch einige Tage im Elbeschlick liegen.
    Zur Chronologie der Elbvertiefung: http://www.ndr.de/nachrichten/hamburg/hafen/verstehen/Chronologie-Die-Debatte-um-die-Elbvertiefung,geschichteelbvertiefung100.html
    Entschieden wird das Ja oder Nein wieder von den Gerichten, wie so oft, wenn die Politik etwas durchsetzen will, was nicht alle wollen.

    Gefällt 1 Person

    • 6. Februar 2016 09:15

      Moin, ja, ich habe mitbekommen, dass das Bundesverwaltungsgericht auf eine Grundsatzentscheidung des EuGH wartet. Ich verstehe auch, dass es hier ökologische Interessen gibt, die den wirtschaftlichen entgegen stehen. Aber ich habe mich nie näher mit dem Thema beschäftigt.
      Viele Grüße von der Ostsee

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  3. 7. Februar 2016 10:39

    Moin moin,
    bei euch stranden Containerschiffe – bei uns fallen die Züge aus. So hat jedes Bundesland sein eigenes Verkehrsdilemma.
    Thema Containerschiffe oder Bulk Carrier – die fahren doch kaum noch die Kosten ein. Es gibt zu viele Schiffe und zu wenig Fracht. Trotzdem wird immer größer gebaut – klar 50 Meter länger verbraucht nicht wesentlich mehr Treibstoff steigert die Transportkapazität aber um etliche Container, sodass die Stücktransportkosten etwas sinken.
    Wenn ich mir aber Fotos von den dicken Brummern anschaue, dann wird mir Angst und Bange. Die meisten fahren unter Billigflaggen und sind in die Jahre gekommene Rosteimer. Wenn so ein Kahn 10 Jahre durch Megawellen, Sturm und Ladungsbewegungen durchgewrungen wurde, würde ich keiner Schweißnaht mehr trauen. Die Dinger sind doch kurz davor einfach auseinanderzufallen.

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    • 12. Februar 2016 10:52

      Moin Peter,
      na ja, dieser „Kahn“ hier ist erst ein Jahr alt. Aber mit den Kosten magst du Recht haben – insofern dass ich jüngst gelesen habe, dass wegen der Kriese in China und dem Embargo gegen Russland Hamburg bei der Umschlagsmenge hinter Rotterdam und Antwerpen auf Platz drei in Europa zurück gefallen ist.
      Die von dir geschilderte Angst ist auch ein Argument der Gegner einer Elbvertiefung, dass nämlich irgendwann mal etwas passiert und wenn dann so ein Riese die Elb-Fahrrinne längere Zeit blockiert, schlimmstenfalls noch Schadstoffe aus dem Schiff austreten, dann wäre das der „Supergau“, wirtschaftlich für Hamburg, umweltmäßig für die Elb-Region.
      Viele Grüße

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