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„Meckerköppe“ vs. Verantwortung

17. März 2016

Meckerköppe

Jeder von uns kennt die „Meckerköppe“: Menschen unter uns, die immer etwas zu meckern haben, zumeist destruktiv, statt konstruktiv an Problemlösungen mitzuwirken. Besonders ausgeprägt ist diese Eigenschaft bei Oppositionspolitikern. Wenn man „nichts zu sagen hat“, sprich keine Verantwortung übernehmen muss, kann man leicht so tun, als wenn man alles besser kann. Den Beweis muss man nicht erbringen. Es sei denn, man wird dazu aufgefordert:

Ich zitiere eine Meldung des NDR von gestern, es geht um den Haushaltsentwurf 2017 der schleswig-holsteinischen Landesregierung:

Finanzministerin Monika Heinold (Grüne) hat CDU-Landeschef Ingbert Liebing in einem Offenen Brief dazu aufgefordert, konkret Stellung zur Haushaltspolitik zu nehmen. Heinold schickte dem Vorsitzenden der Nord-CDU am Mittwoch einen 20-Punkte-Fragenkatalog zu. Unter anderem will die Ministerin darin wissen, wie Liebing Mehrausgaben finanzieren und zugleich ohne neue Schulden auskommen will. Auslöser war eine kritische Pressemitteilung Liebings zu den Eckwerten des Haushalts 2017, die Heinold am Dienstag vorgelegt hatte. Der CDU-Politiker sagte, Heinold gehe es „nur um Show“. Er werde jetzt nicht im Detail antworten. | 16.03.2016 18:19 [NDR]

Es geht „nur um Show“? Ich halte das für eine „tolle“ Ausrede. Ich finde es gut, dass Ministerin Heinold vom designierten Spitzenkandidaten der CDU bspw. wissen will,

  • wie hoch die Investitionsquote seiner Meinung nach sein soll,
  • wie er Mehrausgaben finanzieren und zugleich ohne neue Schulden auskommen will,
  • in welchem Umfang mehr Geld gegen Unterrichtsausfall, schlechte Straßen, Mangel an innerer Sicherheit und eine schlechte Ausstattung der Universitäten aufgebracht werden soll,
  • wie die konkreten Vorstellungen im Hinblick auf die Flüchtlingskosten, Stellenanhebungen bei der Polizei und den Stellenbedarf im Bereich der Inklusion aussehen.

Ist das „nur Show“? Warum will Herr Liebing nicht im Detail sagen, wie er den kommenden Haushalt gestalten würde? Es ist ein Jahr vor der nächsten Landtagswahl in SH eine gute Zeit zu erklären, wie er bzw. die SH-CDU es besser machen würde. So aber qualifiziert sich Liebing m. E. nicht dafür, Verantwortung zu übernehmen und die Nachfolge von SPD-Ministerpräsident Torsten Albig anzutreten.

Anmerkung: Die Namen und Parteien können beliebig ausgetauscht werden. Das hier ist nur ein Beispiel für „Meckerköppe“ aus Schleswig-Holstein.

Nr. 414 ^.^

10 Kommentare leave one →
  1. 17. März 2016 13:49

    Muss man doch eigentlich gar nicht mehr kommentieren 😉
    Hier im Süden ist es ja gelaufen…und nun kommt es dick, denn wer kann (will) mit wem in die Kiste?!
    Brauchst du etwas Sonne? Habe endlich mal wieder welche anzubieten 😀

    Gefällt 1 Person

    • 18. März 2016 10:56

      Moin Jürgen,
      nein, eigentlich nicht. Und ich finde es schade, schon beinahe traurig, dass teilweise von vornherein Gespräche ausgeschlossen werden. Sind das verletzte Eitelkeiten?
      Sonne, na ja, so ein bisschen haben wir mittlerweile auch abbekommen, zumindest stundenweise. Dann war ich auch draußen.
      Ich habe heute angefangen, ein paar Bilder in meinem Fotoblog in einer Trilogie zu zeigen. Teil1: https://svenmeierx.wordpress.com/2016/03/18/maerz-trilogie-teil-1-am-strand-und-so/
      Teil 2 wird morgen folgen, Teil 3 übermorgen.
      Im Moment lenkt mich das auch ein bisschen ab.
      Viele Grüße von der See an den See – und genieße die Sonne! Schönes Wochenende!

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  2. 17. März 2016 19:39

    Meckern können alle , nur so langsam braucht es echte Lösungen

    Gefällt 1 Person

    • 18. März 2016 11:00

      Moin Christine,
      ja, das stimmt wohl. Aber, brauchten wir nicht schon immer irgendwie „echte Lösungen“? Ist nicht oft genug nur der kleinste gemeinsame Nenner praktiziert worden? Aber wahrscheinlich gehört das in einer Demokratie dazu, dass vieles zwar wünschenswert, aber nicht alles machbar ist, weil irgend einer immer was zu meckern hat. Oder so ähnlich 😉
      Ich wünsche dir ein schönes Wochenende!

      Gefällt 1 Person

  3. Albert permalink
    18. März 2016 11:16

    Als ich im Radio hörte, dass unsere Grüne Finanzministerin Heinold den CDU-Liebing in einem offenen Brief gefragt hat, was er wie ohne neue Schulden anders machen würde, musste ich grinsen. So, nun bitte „Butter bei die Fische“! Doch darauf werden wir lange warten, alles andere würde mich wundern.
    Albert aus SH

    Gefällt 1 Person

    • 18. März 2016 11:26

      Moin. Ja, mich auch. Angeblich will Liebing 2017 nach der nächsten Wahl alles besser machen. Es wäre allerdings gut vorher zu erfahren, wie er das den machen will? Oder sollen wir „die Katze im Sack“ kaufen?
      Viele Grüße aus Scharbeutz und ein schönes Wochenende!

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  4. 20. März 2016 12:06

    Ich habe davon im Radio gehört und finde die Reaktion eurer Finanzministerin auf das „Gemecker“ der Opposition genial.

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