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„Damit haben die Jungs und Mädels von den Medien nicht gerechnet“

24. Januar 2017

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Hö hö. Ich kann mir ein Grinsen nicht verkneifen. Sigmar Gabriel zu kennen wäre sicherlich zu viel gesagt, gemeinsame Zeiten in irgendwelchen Ausschüssen auf Braunschweiger Bezirksebene sind zig Jahre her. Aber als ich neulich ein Interview mit ihm sah, war mir glasklar, dass er nie nicht der Kanzlerkandidat der SPD wird. Wer so über seine Familie spricht, zweite Ehe, junge Frau, nach seiner mittlerweile erwachsenen Tochter aus erster Ehe nun noch ein kleines Mädchen, 4, Mädchen Nr. 3 ist im Frühjahr in Erwartung – nee! Wer so im Brustton der Überzeugung sagt „ich kann nur Mädchen“, der kann auch nur Mädchen und nicht auch noch Kanzlerkandidat.

Meine Tochter ist etwas älter als seine große Tochter. Ich weiß wie es ist, wenn man viel unterwegs ist und das eigene kleine Kind sich darüber beklagt. Gabriel ist ein paar Tage jünger als ich, aber – so rein hypothetisch – wenn ich heute noch einmal Vater werden würde, dann würde ich nach Möglichkeit versuchen die alten Fehler zu vermeiden. So habe ich gedacht, neulich, als ich das Interview sah. Egal, welche taktischen Gründe es gibt, dem Martin Schulz die Kanzlerkandidatur zu überlassen, das ist für mich meine Erklärung.

Hö hö – grinsen muss ich deshalb, weil ich seitdem auf die Meldung von heute gewartet habe. Und was habe ich zwischendurch in den Gazetten nicht alles gelesen, über Gabriel, über Schulz, usw. usw.. Stets habe ich mir gedacht: „Stochert ihr man weiter im Nebel rum, ich weiß es! Ihr werden euch noch wundern.“ Tja, und heute stellt sich Gabriel vor seine SPD, erklärt seinen Verzicht auf die Kanzlerkandidatur, gleich auf den Parteivorsitz noch mit – und sagt: „Damit haben die Jungs und Mädels von den Medien nicht gerechnet.“ Nun mag jeder von Gabriel halten was er will, aber heute wird er ausnahmsweise mal keine Widerworte ernten. Dafür sind zukünftig seine drei Mädels da, mit Ehefrau vier ….

Nr. 471 ^.^

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8 Kommentare leave one →
  1. Albert permalink
    24. Januar 2017 19:58

    Wenn Gabriel jetzt anträte, würde er scheitern, und mit ihm die SPD. Schulz hat die eindeutig besseren Wahlchancen. Das weiß Gabriel. Ich bin überzeugt, das ist der wahre Grund für seinen Verzicht.
    Albert

    Gefällt 1 Person

    • 25. Januar 2017 08:53

      Moin,
      na ja, das mag auch so sein, aber nennen wir meine Erklärung eine „faktische Alternative“?
      😉
      Grüße aus Scharbeutz

      Gefällt mir

  2. schifferw permalink
    25. Januar 2017 15:19

    Naja, der Deal war doch von Anfang an klar – der Rest täuschendes Hinhalten des Wählers, des Souveräns! Ich hätte mir so sehr gewünscht, dass der SPD wieder mehr Vertrauen entgegengebracht wird, aber mit solchem Schmierentheater schafft man eben genau das Gegenteil – egal wie gut Schulz sein mag! Und Gabriel will als Außenminister dann mehr Zeit für die Familie haben? Also, wer sich wirklich mehr um seine Familie kümmern will, zieht eine andere Konsequenz!

    Gefällt 1 Person

    • 25. Januar 2017 21:45

      Moin. Ok, so kann man es auch ausdrücken.
      Aber ob der Deal schon immer – für alle – so klar war? Ich hege Zweifel.
      Aber einig sind wir uns sicherlich, dass das gestern alles suboptimal abgelaufen ist. Aus vielerlei Gründen ….
      Gabriel als Außenminister – ja, damit habe ich nicht gerechnet. Wenn er denn die dafür nötigen diplomatischen Fähigkeiten haben sollte, dann hat er sie bisher gut verborgen.
      Aber, sehen wir es doch mal so: Das ist nun ein Job mit Zeitvertrag. Nach dem 24.9. werden die Karten neu gemischt. Und bis dahin muss er sich nicht mehr im dauerhaften Spagat zwischen Wirtschaftsministerium und Parteivorsitz üben, sondern sich nur noch „ein bisschen“ um die Außenpolitik kümmern.
      Warten wir mal ab, was passiert 😉
      Grüße von der Ostsee

      Gefällt 1 Person

  3. 26. Januar 2017 10:31

    Ich könnte lachen, ich habe den Schulz garnicht richtig wahrgenommen, ich sehe Ihn von links in den Bildschirm laufen und die Treppe hoch und nun ist er Kanzlerkanditat. Hahahahahaah, jeder der weiss wie Politik funktionier oder denkt es zu wissen wird dieser Schmarrn so nicht überrascht haben, das ist alles geplan und Gabriel ist eben hochkannt raus geflogen da erscheinen mir diese Respekterweisungen immer wie einen Fars.

    Gruß
    Lucian

    Gefällt 1 Person

    • 26. Januar 2017 10:50

      Moin Lucian.
      Fars, ja, das habe ich gestern Abend gedacht, als der „Heute-Kleber“ die SPD-Geschäftsführerin Barley interviewt hat und die sagte, dass sie vom Gabriel-Rücktritt und der Schulz-Kanzlerkandidatur nicht überrascht sei, „das habe ich schon länger gewusst“. Ah ha, habe ich mir gedacht. „Gewusst“, weil sie es von Gabriel oder Schulz wusste, oder ob es „nur“ eine Ahnung war, wie bei mir?
      Na ja, wir werden sehen, der 24.9. wird’s zeigen. Die Wahrheit liegt bekanntlich in der Wahlurne. Glaubt man den Experten vom ARD-Deutschlandtrend, dann würde Schulz mit Merkel bei einer Direktwahl des Kanzlers gleichauf liegen: 41:41. Aber daran kann sich natürlich noch viel ändern ….
      Viele Grüße von der Ostsee!

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