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Starke Typen – starke Sätze

23. März 2017

Eier_kraulen-Podolski-b600

Gestern. Das war der Tag des Lukas Podolski. Sein letztes Länderspiel beendet mit dem traumhaften Siegtor. Man muss kein Fußball-Fan sein um zu verstehen, dass sich gestern ein „starker Typ“ aus dem Kreis der Nationalmannschaft verabschiedet hat.

Podolski, der Super-Fußballer, aber auch der Meister des Kurz-Satzes. Trocken, humorvoll, bescheiden – nie ein Laut-Sprecher. Und ehrlich, mit einer hohen sozialen Kompetenz ausgestattet:

Collinas Erben - Podolski-170322

(Vergrößern)  Zu Journalisten soll er einmal gesagt haben „Ich gebe euch so kurze Antworten, damit ihr nicht so viel schreiben müsst.“

Unvergessen wird auch seine Aussage während der EM im letzten Jahr bleiben, als er Bundestrainer Löw nach dessen „Handspiel“ in Schutz nahm (Bild oben). Kürzer und knapper geht’s nicht: „Fasst euch an die eigene Nase, bevor ihr über andere lästert!“

Gut, manchmal bestärkt er seinen Ruf, nicht zu den „Intellektuellsten des Geschäfts“ zu gehören: „Fußball ist wie Schach, nur ohne Würfel.“ Äh, ja …. Aber auch dem besten Fußballer passiert einmal ein Foul.

Bei den „starken Typen“ will ich Christian Streich nicht vergessen. Christian Streich? Das ist der Trainer der Freiburger Bundesliga-Fußballer. Sein Auftritt letzten Samstag im Aktuellen Sportstudio (ZDF) hatte eine breite positive Resonanz in den Sozialen Medien:

Christian Streich -ZDF-170318-bTw

Chapeau! Der Fußball braucht solche „starken Typen“. Typen, wie Podolski, Streich, „Chéwald“ Lienen, den St. Pauli Trainer, die Bayern Lahm und Müller – und noch ein paar mehr. Typen, die für so etwas wie Werte und Moral stehen, sozial kompetent sind und sich auch mal über den Sport hinaus äußern. Typen, die in dem oft opportunistischen Geschäft zuallererst Mensch bleiben. Nur der Fußball braucht die? Nein, unsere Gesellschaft. Aber viele hören eher auf das, was aus dem Fußball kommt, als auf das, was Politiker sagen. Oder wer hat gestern die Antrittsrede vom neuen Bundespräsidenten Steinmeier mitbekommen? In der gibt es auch einige „starke Sätze“. Bspw. über die Angst, mit der die Populisten Stimmung machen und mit der sie einfache Antworten auf eine komplizierter gewordene Welt vortäuschen. Dazu sein Appell an Erdogan: „Geben Sie Deniz Yücel frei!“. Ob Steinmeier als Bundespräsident auch ein „starker Typ“ wird, das muss er noch beweisen.

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One Comment leave one →
  1. 25. März 2017 11:16

    Es ist bezeichnend für für die Medienlandschaft, dass in der Woche mehr über das letzte Länderspiel eines Fußballers berichtet wurde, als über den Amtsantritt des Bundespräsidenten – immerhin das höchste Amt im Staat. Allerdings bedienen die Medien nur uns als Gesellschaft, sie liefern das, was die Masse der Kundschaft wünscht.
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