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Ebbe: 1. in der Kasse und 2. am Strand!

14. September 2017

[525] Gericht-Strand-NDR170913

Keine Strandgebühren = gleich Ebbe in den Kassen? Zugegeben, die NDR-Überschrift
Strandgebühr ist rechtswidrig
ist nur zum Teil richtig. Aber in der Sache entspricht sie meinem Rechtsempfinden.

Betroffen sind – das Urteil dürfte auf alle Küstengemeinden übertragbar sein – die Strände, an denen es keine Infrastruktur gibt. Salopp gesagt: „Wo es keine Umkleidekabinen, Klos und Kioske gibt, darf keine Strandgebühr mehr erhoben werden. In allen anderen Fällen ja.“

Betroffen davon sind auch nur Tagesgäste, die bisher an Automaten oder bei Strandkorbvermietern eine Strandkarte kaufen mussten. Oder sollten, viele haben es so wie so nicht getan! Aus Protest, weil nicht einsehbar (!) wie hier auf Fehmarn:

[525] Fehmarn-Strandgebühr-Nee [170820]

Übernachtungsgäste müssen in der Regel weiter ihre sog. Kurtaxe bezahlen und damit indirekt auch eine Strandgebühr. Um zukünftig eine Ebbe in der Kasse zu vermeiden, wird die vielleicht sogar erhöht, wenn die Einnahmen durch die Tagesgäste wegfallen.

Ebbe hatten wir heute auch am Strand. Das Sturmtief „Sebastian“ ist über den Norden hinweggezogen und hat auch bei uns Spuren hinterlassen, hauptsächlich nur in Form von Ebbe, wie bei mir am Strand von Scharbeutz.

[525] Ostsee-Ebbe-Scharbeutz

Der Sturm hat das Wasser aus der Bucht gedrückt und heute Nacht hatten wir in Neustadt einen Pegelstand von 1,05 m unter MW (Mittlerer Wasserstand), bei dieser Aufnahme am Vormittag waren es noch 91 cm.

[525] Pegel-Neustadt-170914-1m-b

Glücklicherweise läuft das Wasser nur langsam zurück. Wenn jedoch ein Sturm von West auf Ost dreht, dann haben wir hier auch schon mal schnell über einen Meter mehr als normal und durch diesen Badewanneneffekt dann „Land unter“. Aber so schlimm wird’s wohl nicht.

So, ich habe auch Ebbe: Im Kühlschrank – und tschüss!

525

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7 Kommentare leave one →
  1. Albert permalink
    14. September 2017 21:33

    Das Thema ist auch hier in Schleswig-Holstein wiederholt hoch gekocht und es hat immer wieder Bestrebungen gegeben auf das Strandeintrittsgeld zu verzichten.
    Leider waren die Kommunen dagegen. Sie argumentieren, dass sie das Geld für die Strandreinigung usw. benötigen.
    Wenn sie nun auf einen Teil der Gebühren verzichten müssen, werden sie sich das Geld über höhere Kurtaxen und/oder Parkgebühren wiederholen.
    Albert

    Gefällt 1 Person

  2. schreiberling permalink
    15. September 2017 08:24

    Genau so ist es. Heute in der Zeitung: es wird über Parkgebühren nach gedacht…. sie müssen jetzt schauen, wie sie anders an das nun fehlende Geld herankommen. Der Kompromiss, der seit ein paar Jahren bestand, dass die Nachbargemeinden zum Wangerland eine sogenannte „Nachbarschaftskarte“ erwerben können (10,-€/Erwachsener, gültig für eine Saison) war , meiner Meinung nach sehr gut. Aber wer Herr J. ein wenig „beobachtet“.. er erinnert mich stark an eine „Komikfigur“ die ein Schild vor sich trägt auf der das Wort DAGEGEN steht. Grundsätzlich erst mal gegen alles sein…. hier geht es, meiner Meinung nach weniger um die Strandgebühren, sondern ums Prinzip : dagegen zu sein. Das ist meine ganz persönliche Einschätzung.
    Wir bekommen das hier schon Jahre direkt mit. Manchmal lohnt es sich, einen Kompromiss zu akzeptieren und nicht seinen Kopf auf biegen und brechen durch zu setzen, denn wie Albert erwähnt, die Touris bleiben eh auf den Gebühren sitzen….. schade.

    Gefällt 1 Person

    • 15. September 2017 10:20

      Moin & willkommen auf meiner Seite.
      Ich kann den „Fall Wangerland“ hier von der Ostsee aus schlecht beurteilen, aber natürlich gibt es gewisse Parallelen. Aus meiner Erinnerung heraus gab es hier auch immer wieder Forderungen nach dem Wegfall der Strandgebühren – allerdings meist von Parteien vor den letzten LTW, das macht sich dann ja auch gut 😉
      Meines Wissens wurden hier sog. Nachbarschaftskarten mit der Begründung abgelehnt, dass die ein Verstoß gegen den Gleichbehandlungsgrundsatz seien. So hätte ich als Scharbeutzer bei einem Strandspaziergang nach dem Überschreiten der Gemeindegrenze mit Timmendorfer Strand dort eine Eintrittskarte kaufen müssen. Na ja …, eine Nachbarschaftskarte für die Saison hätte ich vielleicht gekauft. Aber auch eine für Travemünde, eine für Sierksdorf, eine für Neustadt? Das liegt hier doch alles so eng beieinander. Anmerken will ich jedoch, dass hier jede Gemeinde einen entgeltfreien Strandabschnitt hat – wohl eine gesetzliche Vorgabe. Die nützt aber nur den Badegästen, weniger den Spaziergängern.
      Sicherlich kostet die Pflege der Strände Geld. Ich verstehe auch, dass die chronisch klammen Kommunen jeder Einnahmemöglichkeit ausschöpfen. Ich kenne aber auch genügend Fälle, wo Strände der Natur überlassen sind und mittlerweile, erst seit wenigen Jahren, ohne eine infrastrukturelle Gegenleistung abkassiert wird – siehe Beispiel Fehmarn. Und da hört es für mich auf: So wie ich jederzeit in einem Wald spazieren gehen kann, will ich das auch eintrittsfrei an unseren Stränden können!
      Über den Rest können wir gerne trefflich debattieren, wer was wofür bezahlen soll. Auch darüber, welche Ausgaben die Kommunen für den Tourismus haben und welche Einnahmen sie durch den erzielen, oder erzielen müssen, um die Ausgaben zu decken.
      Grüße von der Ostsee aus Scharbeutz!

      Gefällt 1 Person

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  1. Gedanken im Bild … | SvenMeierX

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