Zum Inhalt springen

Reformation – Zwischen Himmel und Hölle

31. Oktober 2017

95Thesen_Lutherstadt_Wittenberg-b2

Die Politik beschert uns heute bundesweit einen freien Tag. Anlass ist, dass sich heute am 31. Oktober 2017 zum 500. Mal die Veröffentlichung der 95 Thesen jährt, die Martin Luther – der Überlieferung nach – an die Tür der Schlosskirche in Wittenberg geschlagen haben soll. Und seit irgendwann nennen wir diesen Tag bundesweit „Reformationstag“.

Gestern Abend zeigt das ZDF das Opus „Zwischen Himmel und Hölle“. Ich finde den Film insofern gut, weil er in einem – für mich – überzeugenden Geschichtspanorama die Zeit der Reformation zeigt, nicht den Reformator Martin Luther allein – und ihn und seine Mitstreiter wie Thomas Müntzer schon gar nicht verklärt.

„Wie viel Mord und Totschlag hat es denn schon unter dem Deckmantel des Glaubens gegeben?“

Ich erinnere mich an einen schon länger zurückliegenden Besuch in Wittenberg. Natürlich sehen wir uns die geschichtsträchtige Schlosskirche an, an deren Tür irgendwann Luthers 95 Thesen dauerhaft verewigt wurden. Wenn mein Gedächtnis nicht irrt, fragte mich damals mein Kumpel G. aus Lüneburg: „Wie nennt man einen Lüneburger, der aus der Kirche ausgetreten ist? Lüneburger Heide!“ HAHA! „Wer nicht in der Kirche ist, der bekriegt sich auch nicht wegen des Glaubens. Wie viel Mord und Totschlag hat es denn schon unter dem Deckmantel des Glaubens gegeben?“ Sinngemäß so begründet er seinen Kirchenaustritt.

Das Thema ist sicher diffizil zu betrachten, aber die Sache mit dem Glauben scheint ein steter Wandel zwischen „Himmel und Hölle“ zu sein. Damit meine ich alle Gläubigen! Und obwohl ich noch Kirchensteuerzahler bin, sag‘ ich mal …: „Um eine humanistische Lebensauffassung zu vertreten, muss ich keiner Glaubensgemeinschaft angehören!“ Und die Zahl derer, die den beiden Großkirchen den Rücken kehren, wird immer größer. Das sind die aktuellen Zahlen der fowid (Meldung vom 04.0.2017, zum Vergrößern auf das Bild klicken):

Wie auch immer, lasst uns den freien Tag genießen!  539

 

8 Kommentare leave one →
  1. 31. Oktober 2017 11:26

    Man kann auch atheistisch sein und Kriege führen. ( Stalin, Mao …)

    Gefällt 1 Person

    • giskoe permalink
      31. Oktober 2017 18:00

      Stalin und Mao haben als oberste Befehlshaber ihrer Armeen auf die Aggressionen von Deutschland bzw. Japan reagiert!
      Man darf aber auch nicht vergessen, daß die Waffen der Bundeswehr immer noch gesegnet werden. Waffen sind zum Töten da. Also töten mit Gottes Segen 😦

      Gefällt 1 Person

    • 2. November 2017 09:57

      Moin. Das stimmt natürlich. Um Kriege zu führen MUSS man keiner Religion angehören, aber oft war gerade das der Grund für Aufstände, Kriege, usw.. Zu dem im Beitrag Geschriebenen muss ich anmerken, dass wir vorher in Mülhausen erfahren hatten, wie der Thomas Müntzer, anfänglich ein Luther-Anhänger, später der Anführer der dortigen Bauernaufstände „mit Mord und Totschlag im Namen der Religion“, (teilweise) heute noch als Nationalheld verehrt wird, quasi als Vorkämpfer für einen „Arbeiter- und Bauernstaat“ gegen die Obrigkeit gilt.
      Ansonsten ich für mich jeder Krieg per se schon eine Niederlage! Und dann ist es auch egal, ob einen Krieg wegen der Religion oder wegen des Glaubens an eine Ideologie geführt wird.
      Das ist meine Meinung.
      Grüße von der Ostsee!

      Gefällt 2 Personen

  2. giskoe permalink
    1. November 2017 09:15

    @ schlingsite: soviel zur Rolle der BW-Militärpfarrer: https://www.jungewelt.de/artikel/320962.schn%C3%B6ggersburg-f%C3%BCr-eins%C3%A4tze-im-urbanen-bereich-wichtig.html

    Gefällt 2 Personen

    • 2. November 2017 10:02

      Moin. Ja, gehört und gelesen habe ich auch schon von Waffensegnungen durch Militärpfarrer. Aber das Thema ist mehr so bei mir im Hinterkopf, konkret und belegbar kann ich dazu nichts sagen. Nur so viel, aus Wikipedia:
      Mit den Reformen nach dem Zweiten Vatikanischen Konzil gehört der Waffensegen in der katholischen Kirche endgültig der Vergangenheit an. In den neuen Ausgaben des Pontifikale sind derartige Segensformeln nicht mehr enthalten. Auch der ehemalige deutsche Militärbischof Walter Mixa stellte im Jahr 2001 fest, „eine solche Segnung sei heute unzulässig und schon in beiden Weltkriegen katholischerseits nicht vorgenommen worden“.
      https://de.wikipedia.org/wiki/Waffensegnung
      Und evangelischerseits …? Na ja ….
      Grüße von der Ostsee!

      Gefällt 1 Person

      • giskoe permalink
        2. November 2017 19:03

        Zumindest gehen dann die, die die Waffen führen „mit Gottes Segen“ ihrem „Handwerk“ nach oder opfern sich,,,

        Liken

    • Albert permalink
      4. November 2017 12:15

      Durch die Zentrale Dienstvorschrift 40/1 Standortdienstvorschrift des Bundesministers der Verteidigung i. d. F. vom 19.1.1967 (m. W. noch die aktuelle Version) werden die zuständigen Standortältesten ausdrücklich darauf hingewiesen, dass das Mitführen von Waffen bei Gottesdiensten und Prozessionen verboten ist. Außerdem ist geregelt, dass Gottesdienste, Andachten und kirchliche Unterweisungen aus Anlass militärischer Feiern vor der militärischen Feier und getrennt von dieser stattfinden. Auf diese Weise soll die Eigenständigkeit und der besondere kirchliche Charakter von Gottesdiensten betont und zugleich nur jeder Hinweis auf angebliche Segnung von Waffen vermieden werden.
      Ich hoffe, ich konnte zur Aufklärung beitragen.
      Alabert

      Gefällt 1 Person

Kommentar verfassen

Trage deine Daten unten ein oder klicke ein Icon um dich einzuloggen:

WordPress.com-Logo

Du kommentierst mit Deinem WordPress.com-Konto. Abmelden /  Ändern )

Google Foto

Du kommentierst mit Deinem Google-Konto. Abmelden /  Ändern )

Twitter-Bild

Du kommentierst mit Deinem Twitter-Konto. Abmelden /  Ändern )

Facebook-Foto

Du kommentierst mit Deinem Facebook-Konto. Abmelden /  Ändern )

Verbinde mit %s

This site uses Akismet to reduce spam. Learn how your comment data is processed.

%d Bloggern gefällt das: