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„Gut vorbereitete Spontanität“

20. November 2017

Tweet-Julia-Klöckner-201117

Moin. Nun ist es raus: Jamaika hat sich erledigt. Nix mit „Habemus Kanzlerin“. Bei allem was ich heute Morgen dazu gelesen habe, trifft – für mich – der Tweet von Frau Klöckner (CDU) den Nagel auf den Kopf: „Gut vorbereitete Spontanität (der FDP).“ Mehr will ich dazu auch nicht sagen.

Ich kenne den Spruch in ähnlicher Form: „Spontanität will wohl überlegt sein.“ Was auf den ersten Blick widersinnig scheint, kennt ihr vielleicht auch: Da wabern einem gewisse Gedanken im Hinterkopf umher, aber es fehlt noch der richtige Moment, die auch konkret umzusetzen. Doch wenn man glaubt, der sei gekommen, dann geht es los. Ganz vehement. Was für Außenstehende spontan aussieht, ist in Wahrheit im Hinterkopf gut vorbereitet.

Und nun? Erst einmal wird es die üblichen reflexartigen Schuldzuweisungen, usw., geben. Wohl mehr in den Medien als von den Politikern selbst. Geschenkt. Tatsächlich ist jetzt Bundespräsident Steinmeier gefragt. Den Anschein der Spontanität wird er nicht erwecken. Er wird mit Bedacht reagieren – und wer seine mahnenden Worte gestern zwischen den Zeilen genau gelesen hat, der soll nicht zwingend davon ausgehen, dass es sofort Neuwahlen geben wird. Das ist nur eine Möglichkeit. Die andere wäre eine Merkel-Minderheitsregierung, die sich die Mehrheiten zu den einzelnen Themen suchen muss. Das wäre zwar ein Novum im Deutschen Bundestag, aber denkbar: Wir müssen nur in die Bundesländer oder über unsere Grenzen hinaus schauen, bspw. nach Dänemark.

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4 Kommentare leave one →
  1. 20. November 2017 11:06

    Neuwahlen? Das ist die Frage!
    https://smsmedien.wordpress.com/2017/11/20/muss-deutschland-jetzt-neu-waehlen/
    Meine Einschätzung: Eine Minderheitsregierung hätte sicher keine Erfolgsgarantie, aber sie wäre auch nicht vom Vorneherein zum Scheitern verurteilt. Jedenfalls nicht zwingend mehr, als es eine Jamaika-Koalition gewesen wäre.
    SMS

    Gefällt 1 Person

    • 20. November 2017 11:18

      Moin. Sag‘ ich doch. Meines Wissens haben unsere dänischen Nachbarn mehr Minderheitenregierungen als welche mit absoluter Mehrheit gehabt. Wenngleich die dänische Verfassung, wieder meines Wissens, Minderheitenregierungen gewissermaßen unterstützt, so käme es auf einen Versuch an. Für mich auch deshalb, weil eine Neuwahl keine Gewähr dafür bietet, dass sich die Mehrheitsverhältnisse ändern würden.
      Fraglich ist zunächst auch noch, ob die SPD beim Nein zu einer Koalition bleibt. Aber wenn das Parlament seinen Wählerauftrag so richtig ernst nimmt, dann sollten auch wechselnde Mehrheiten möglich sein. Vielleicht wäre dann neu für viele Politiker, dass sie sich mehr mit den Themen auseinandersetzen müssen! Oder?
      Wer weiß, was noch so passiert in den nächsten Tagen? Vielleicht ist die ein oder andere „Spontanität“ schon gut in dem ein oder anderen Kopf vorbereitet!
      Grüße aus Scharbeutz

      Gefällt 1 Person

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