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„Sapere aude“ – oder die SPD hat die Wahl zwischen Pest und Cholera

17. Januar 2018

Es war zu erwarten: Land auf, Land ab wird debattiert, wie sich die SPD nun verhalten soll – wieder in eine GroKo eintreten oder sich der Regierung verweigern?

Ich verstehe, dass dieses wichtige Thema von den Medien bedient werden muss. Gelegentlich bezweifele ich jedoch, ob es alle Menschen gleichermaßen interessiert? Viel Widersprüchliches ist darüber zu hören und zu lesen,

  • warum die SPD da unten steht, wo sie steht,
  • was alles im Sondierungspapier fehlt und rein müsste,
  • dass sich das Ergebnis nur wie ein „weiter so“ ohne jegliche Aufbruchsstimmung liest
  • und warum die SPD jetzt a) staatspolitische Verantwortung übernehmen muss und b) die Oppositionsführung übernehmen muss und die nicht der AfD überlassen darf.

Wer steigt bei so viel Wirrwarr noch durch? Und wenn in derselben Zeitung vor den Gesprächen die von der SPD geforderte Bürgerversicherung verrissen und danach das Fehlen selbiger im Sondierungspapier kritisiert wird, dann weiß ich auch nicht mehr. Was denn nun?

Wenn sei nich kann un hei nich will …

… kriegen wir wahrscheinlich bald Neuwahlen. Ich verhehle nicht meine Präferenz für eine Minderheitsregierung. Sapere aude nennt Urban Priol das im Sinne der Interpretation Immanuel Kants: „Habe den Mut dich deines eigenen Verstandes zu bedienen!“ Mittlerweile hege ich jedoch Zweifel, ob die Parteien wirklich ein Interesse an wechselnden Mehrheiten haben. Zu unterschiedlich sind die Ideologien und zu mächtig der Profilierungswunsch. Und dass bei Abstimmungen ein jeder Abgeordnete sich „nur seines Verstandes bedient“ halte ich zurzeit für illusorisch. Zu groß sind die Abhängigkeiten und wer wiedergewählt werden möchte, der folgt besser den Vorgaben der Führenden.

„Die SPD hat die Wahl zwischen Pest und Cholera“ sagte vorgestern eine Bekannte zu mir. „Geht sie in die GroKo, dann verschwindet sie bei der nächsten Wahl in der Versenkung, geht sie in die Opposition, dann kriegen wir Neuwahlen und haben das gleiche Dilemma wie jetzt.“

Ist das so? Würde sich die SPD in einer GroKo inhaltlich wie auch personell erneuern können? Und selbst wenn, ohne Kompromissbereitschaft ginge es auch dann nicht.

Also Neuwahlen? Wenn die Parteien mit demselben Spitzenpersonal wieder antreten, würde sich den Umfragen nach nicht viel ändern. Warum auch?

Vielleicht kann Sapere audeauch für Merkel, Schulz & Co. gelten – wie im Mannschaftssport: Droht wegen eines Spielers (Politikers) eine Niederlage, wird er ausgetauscht. Der Trainer bedient sich simpel seines Verstandes. Logisch. Nur wenn in unterklassigen Mannschaften der Trainer ebenso Spieler ist (Spielertrainer), erlebt man kaum, dass der sich selbst vom Platz nimmt. Merkel & Schulz sind so etwas wie Spielertrainer. Sind sie mittlerweile – 2018 – auch unterklassig?

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12 Kommentare leave one →
  1. 17. Januar 2018 12:04

    Du meinst Neuwahlen mit Spitzen-Kandidaten wie Jens Spahn, Alexander Dobrindt, Manuela Schwesig, Lars Klingbeil, Robert Habeck und so weiter?
    Das wäre mindestens ein Versuch wert, denn das GroKo-Papier ist bisher höchsten ein Aufbruch in Filzpantoffeln.
    Ich zitiere aus dem Guardian (sinngemäß übersetzt):
    „Zwar hat Angela Merkels konservativer Block aus CDU und CSU einen Koalitionsdeal mit der Mitte-Links-SPD von Martin Schulz erreicht. Aber es ist längst noch nicht sicher, dass dieser Deal Bestand haben wird. Vieles wird davon abhängen, ob das vereinbarte Sondierungsdokument nach Einschätzung der SPD-Basis ihre Forderungen ausreichend genug berücksichtigt, um das im vergangenen Jahr weit verbreitete Gefühl überwinden zu können, dass die Partei besser in der Opposition aufgehoben wäre, als zum dritten Mal Juniorpartner einer von Merkel geführten Koalition zu sein.“
    Es ist in der Tat schwierig …
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    • 17. Januar 2018 12:41

      … nanu?, just der Guardian, das notorische Antisemitenblatt?, es hat zwar nichts mit diesem Artikel zu tun, aber die CDU-CSU als „konservativen Block“ zu bezeichnen ist ja völlig lachhaft.

      Konservativ-? Was tun die denn alles so Konservatives: Israelbashing, Trump-Dämonisierung, Ehe-für-alle, hohe Steuern, Verfassungsbrüche, Funktionärsstaat, Beschneidung der Meinungsfreiheit. Alles seeehr konservativ in der TAT 😀

      Man fragt sich, wo man dann selber steht, wenn derlei Überallmachtsstaat-Dreiviertelsozialisten heutzutage schon als konservativ gelten soll. Wahrscheinlich würden Linksextreme wie die vom Guardian einen wie mich eh als Halbnazi bezeichnen. Jedoch ich sei aber Jude, würd ich dann ganz schüchtern einwenden. Ha, falsche Antwort aber, denn so einer gilt für die glatt als Zionazi, dafür dann als doppelter.

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      • 19. Januar 2018 15:25

        Gemeinhin wird der Guardian als linksliberale Zeitung gesehen und wenn auch hin und wieder die Politik des Staates Israels kritisch betrachtet wird, ist die Zeitung kein „Antisemitenblatt“. Unter Antisemitismus verstehe ich etwas anderes.
        SMS

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      • 19. Januar 2018 17:06

        Der Guardian strotzt von Hass auf Israel, aber er strotzt mitnichten von Hass oder nur von dezidierter Ablehnung gegen den Iran, gegen Saudi-Arabien oder gegen Nordkorea.
        Sehen Sie, genau das ist Antisemitismus, und genau das macht den Guardian zu einem Antisemitenblatt.

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    • 21. Januar 2018 11:17

      Moin. Ja so etwas in der Art. Nur so sehe ich die Möglichkeit, dass wir bei Neuwahlen einen anderes Ergebnis als im September kriegen.
      Grüße!

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  2. 17. Januar 2018 12:18

    Aber Sven (Hi übrigens), huch, was willst Du denn von / mit /durch die SPD-? Warum bekümmert Dich die SPD.? Wozu, für was?, usw. usf.

    Die SPD ist der allerschrecklichste Verein seit dem Ende der NSDAP. Also die NPD find ich ja überhaupt nicht so schrecklich wie die SPD, denn die NPD brüllt und stinkt und schwitzt und weiß dabei genau, dass ka‘ Ssau auf sie achtet, jedoch die SPD sagt Muuh und Bääätschi und WIR!, und sie will der Welt vorschreiben, wie und was sie zu denken habe, und sie erpresst Polen, und die PSD schafft die Meinungsfreiheit ab (NWDG) und ermöglicht die Dauerbespitzelung jedes Bürgers. Ferner hat SPD-Steinmeier, das Frettchengesicht, am Grab eines der widerlichsten Oberterroristen und Judenschlächter (dazu Mentor der Baader-Meinhofs) einen deutschen Staatskranz niedergelegt, während SPD-Gabriel, der fette Sprach-und Denkkrüppel, über seinen Freund Abbas herumtwittert („habe meinen Ffeund Abbas getroffen!“, usf.), der Terroristen für ihre Taten fürstlich bezahlt (mit Geld, das ihm nicht gehört) und der Passanten mit Messern ermorden lässt und der just das liebend gern mit den Juden machen will, woran schon Gabriels Vater kläglichst gescheitert ist. Während die SPD-Nahles, die nie was Anderes gelernt und gearbeitet hat außer Funktionär, ihr bescheuertes Bääätschi kreischt.

    Die SPD ist total verfault und sinnloser als die sinnloseste Sinnlosigkeit (HUNDERT PROZENT SCHUUULZ!!), sieh Dir diese Nasen doch an.
    Sieh Dir Schulzn an, sieh nur zwei Sekunden diesen Schulz, und Du weißt sofort, wieviele Siebzehntel Pappenstiele sie Wert ist, die SPD.

    Der große Friedrich Ebert würde sich hundertmal im Grab rumdrehen, wenn er das ahnen müsste.

    Gefällt 2 Personen

    • 17. Januar 2018 17:52

      … ach noch eppes, weil wir hier grad so nett beisammensitzen und über diese Erfreulichkeiten reden.

      Vorhin – ich gehe nicht oft diese Strecke, aber vorhin ging ich diese Strecke!, also diese Strecke von der Innenstadt am Millerntorplatz vorbei nach Hause nach St.Pauli, also vorhin war es statistisch sehr unwahrscheinlich, auf dieser wie erwähnt sehr selten begangenen Strecke just auf etwas zu treffen, das meinen Kommentar von 12:18 bestätigt, aber ich traf auf dieser äußerst selten begangenen Strecke tatsächlich vorhin auf ein Überbleibsel schriftlicher Art, die ein verwirrter Geist dorten aufs Trottoir geschrieben hatte. Ganz groß mit bunten Kreiden. Und so sehr verwirrt war dieser Geist auch wieder nicht, denn er wählt höchstwahrscheinlich SPD, und das, was er schrieb, ähnelte etwaglich den meisten Kommentaren unter Artikeln des SPON und von ZEIT online. Es ging darum, dass die Juden durch Drogenhandel und durch Aufkauf von „Legislativen“ alles zerstörten. Es standen da drei Texte ganz groß auf dem Trottoir, und in allen ging es um die Juden und um „Rothschild“, der/die alles aufkauften und durch Drogenhandel alles zerstörten.

      Ja, wie wahrscheinlich ist es statistisch!, dass ich just diesen selten begangenen Weg gehe und just dorten grad darauf treffe? Daraus muss man schließen, dass derlei wirklich sehr, sehr oft irgendwo geschrieben stehen muss. Nicht?
      Nu, im SPON und ZEIT online usf. steht es ja auch andauernd geschrieben. Nix Trolle. So denken sie tatsächlich und real, die Leute, und dann gehen sie hin und wählen SPD oder treten ein und dienen sich darin hoch.

      Nein?

      Doch. Im vergangenen Sommer hielt Mahmoud Abbas eine nazistische Rede vor dem Eurpoaparlament, nein keine nazistische, sondern eine linksextreme Rede (dazwischen ist ja kein Unterschied), und da sagte er, dass die Juden die Brunnen vergiften. Keiner hat protestiert. Die SPD am Allerwenigsten.
      Abbas ist a) ein gern und oft gesehener Gast in vielen SPD-Veranstaltungen, Konferenzen, gemeinsamen Beschlüssen usf., und b) sagte just Martin Schulz nach dieser Rede, er habe sie „sehr inspirierend“ gefunden.
      Schulz inkarniert die SPD, nicht?
      Schulz IST die SPD. Er ist der Hundertprozentschulz, hundert Prozent SPD, der zu hundert Prozenten die linksnazistische Rede eines Terroristenbosses „sehr inspirierend“ fand.

      Und ja, das und so IST sie, die SPD.
      Mehr gibt es darüber nicht zu sagen.

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  3. 17. Januar 2018 22:10

    P.S.
    Ach, noch was, weil’s so schön ist:
    Außenministerdarsteller Gabriel, der kaum eine Gelegenheit auslässt, um Israel zu dämonisieren, unterstreicht gern, dass Mahmoud Abbas sein „Freund“ sei. Was reden diese Freunde untereinander?, und will man das wissen?
    Wenn man will (nur SPD-Nasen wollen das nicht), lässt sich derzeit viel über Abbas‘ neueste Brandrede lesen. Etwa hier:
    https://worldisraelnews.com/israel-slams-abbas-for-anti-semitic-holocaust-denying-speech/

    Abbas ist ohnehin ein Holocaustleugner, dazu ist er ein eingefleischter Judenhasser und Friedensfeind (Kriegstreiber sag ich nicht; diese Vokabel haben die Linken schon seit Lenin und überhaupt seit Sowjetzeiten notorisch abgenutzt). Ein Feind der Zivilisation, ein Terrorpate und ein Schlächter seiner eigenen Leute.
    Mit solchem Abschaum ist die SPD auf Du und Du.
    Die SPD hat noch niemals den Herrn Abbas kritisiert. Aber die SPD bezeichnet Israel immer wieder als Apartheidsstaat. Wie hätte Lenin bei der Gelegenheit gesagt, sofern er bloß mal die Wahrheit usf.: An ihren Lügen sollt ihr sie erkennen 😀
    Sapere aude.

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    • 19. Januar 2018 17:07

      Sven?
      … wird ignoriert?

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      • 21. Januar 2018 11:33

        Moin. Nein, hier wird nix ignoriert. Alles zu seiner Zeit.
        Gelegentlich erlaube ich mir Aussagen meiner Leserinnen und Leser unkommentiert so für sich stehen zu lassen. Darüber mag sich jeder selbst sein Urteil bilden.
        In solchen Momente denke ich oft an den ollen Adenauer: „Nehme die Menschen wie sie sind, andere gibt es nicht.“ 😉
        Grüße von der Ostsee

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  1. Friederike dreht sich links herum …!? | Ich sag' mal ...

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