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Wie viel Abgase muss man inhaliert haben …

29. Januar 2018

Gestern lese ich eine Äußerung des Niedersächsischen Ministerpräsidenten und VW-Aufsichtsrats Stephan Weil: „Zehn Affen stundenlang mutwillig Autoabgase einatmen zu lassen, um zu beweisen, dass die Schadstoffbelastung angeblich abgenommen habe, ist widerlich und absurd.“

Ich frage mich: „Wie viel Abgase muss jemand inhaliert haben, um auf solche Ideen zu kommen? Oder haben bei den Verantwortlichen andere psychotrope Stoffe eine wahrnehmungsverändernde Wirkung hervorgerufen?“

Abgase-Affen-SZ

Das Bild ist mit dem SZ-Artikel verlinkt.

Heute lese ich in der SZ, dass es nicht nur die Tierversuche gab, sondern auch Menschen Abgastests ausgesetzt wurden. Wenn schon die Tierversuche „widerlich und absurd“ sind, wie „widerlich und absurd“ ist das denn – selbst wenn das freiwillige Probanden waren?

Ich sag‘ mal …: „Wir können darüber debattieren, ob Tierversuche in der Medizin-Forschung nötig sind, ohne die wir lebensverlängernde Medikamente sicher nicht hätten. Aber bei der Wirkung von Abgasen auf den Menschen hört es für mich allein aus ethischen Gründen nun wirklich auf!“

Außerdem ist die Frage für mich zu kurz gedacht: Es geht doch nicht nur um den Menschen an sich, sondern um das Klima, mit und in dem wir Menschen leben müssen. Nur mal bezogen auf Deutschland: „Jeder von uns verbraucht durchschnittlich 500 Kilogramm Lebensmittel pro Jahr (ohne Getränke) und verursacht dadurch auch Treibhausgase. Insgesamt trägt die Ernährung jährlich mit rund 2,1 Tonnen an klimarelevanten Emissionen pro Person zu den Treibhausgasemissionen durch privaten Konsum bei und liegt damit ungefähr in derselben Größenordnung wie bei den Emissionen durch Mobilität in Deutschland.“ (Quelle: Bundesministerium für Umwelt, Naturschutz, Bau und Reaktorsicherheit) Interessant, oder?

So ganz neu ist diese Erkenntnis allerdings nicht. Nur diskutieren wir kaum darüber, sondern eher über die Ökobilanz von den neuen Diesel- und aktuellen E-Fahrzeugen. Das ist auch ein spannendes Thema – aber eben nur eins, wenn wir über Schadstoffbelastungen und Klimawandel reden.

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11 Kommentare leave one →
  1. 29. Januar 2018 11:22

    Als ich das in der Zeitung las fehlten mir die Worte. Wie krank ist unsere Gesellschaft inzwischen um überhaupt auf solche Gedanken und entsprechende V(e)orgehen zu kommen!!!
    Liebe Grüße von Hanne🍀

    Gefällt 2 Personen

    • 29. Januar 2018 11:40

      Moin Hanne.
      Ja, Wissenschaftlern sagt man ja gelegentlich nach, dass der Übergang vom Genie zum Wahnsinn ein fließender sei. Bei den hier Verantwortlichen ist m. E. aber schon eine Stufe erreicht, die wir durchaus als „krank“ bezeichnen können.
      Grüße von der heute böigen Ostsee 😉

      Gefällt 3 Personen

  2. 29. Januar 2018 13:08

    Die Anzahl der Menschen mit sinkender Lebenserwartung korreliert laut Statistik mit der steigenden Luftverschmutzung an Hauptverkehrsstraßen.

    Gefällt 3 Personen

  3. 29. Januar 2018 16:06

    Nun frage du mich noch einmal, warum ich weitgehend zum Vegetarier geworden bin?
    Die Abgastests an Affen und Menschen sind ethisch natürlich in keiner Weise zu rechtfertigen. Die Autokonzerne haben Schadstoffemissionen zu begrenzen und Grenzwerte einzuhalten und nicht die vermeintliche Unschädlichkeit von Abgasen zu beweisen.
    Dennoch hat für mich der Diesel zumindest mittelfristig eine Zukunft, sofern er mit allen technisch möglichen Mitteln so sauber wie möglich gemacht wird. Wie weit und das möglich ist, hat jüngst u. a. BMW bewiesen:
    https://www.autozeitung.de/bmw-diesel-abgasreinigung-192140.html
    Grüße, SMS

    Gefällt 2 Personen

  4. 29. Januar 2018 21:22

    Ja, ich denk mal, die damaligen Entscheider, jetzt will es wahrscheinlich wieder niemand gewesen sein, haben das ganz praktisch gesehen: Wieviel Abgas hält man eigentlich aus und wohin führt das??

    Gefällt 1 Person

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