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Vorwärts Genossen, die Zukunft liegt im Keller

23. April 2018

Damals. Es ist über 20 Jahre her. Oskar Lafontaine hatte sich in einer Kampfabstimmung um den SPD-Vorsitz gegen Rudolf Scharping durchgesetzt, Gerhard Schröder war niedersächsischer Ministerpräsident und in der Republik gab es eine „Kohl-muss-weg-Stimmung“. Die SPD hatte fast eine Millionen Mitglieder, rund doppelt so viele wie heute. Den Rest kennt ihr ….

Unterzeichnung des Koalitionsvertrages der 19. Wahlperiode des BundestagesDamals habe ich Andrea Nahles kennen gelernt. Sie war Bundes-Juso-Vorsitzende und sprach in meiner Alten Heimat auf irgend einer Veranstaltung. Danach habe ich sie nie wieder getroffen. Aber eins ist seitdem bei mir haften geblieben: „Wenn dass die Zukunft der SPD oder gar Deutschlands ist, dann gute Nacht!“

Das war natürlich eine rein subjektive Empfindlichkeit – die sich bis heute gehalten hat. Beim Fußball und in der Politik frage ich mich stets, ob jemand für oder von dem Verein bzw. der Partei lebt? Letztere nennt man im Fußball Söldner, für die Parteien gibt es den Spruch: Schulsaal, Hörsaal, Plenarsaal.

Nun will ich nicht behaupten, dass Frau Nahles nicht für die Partei lebt. Im Gegenteil – wenngleich sie ebenso gut von der Partei lebt: Schulsaal, Hörsaal, Plenarsaal. Was mir mehr missfallen hat und heute noch missfällt, ist jedoch ihre bisweilen zu Tage tretende Radikalität – gepaart mit einer gewissen Sprunghaftigkeit. Ob das gut für eine in sich gespaltene Partei ist, wage ich zu bezweifeln. Aber vielleicht wächst Frau Nahles ja mit ihren Aufgaben …? Sonst „kriegt sie was in die Fresse“, wahrscheinlich, um sie selbst aus einem anderen Zusammenhang heraus zu zitieren.

Übrigens: Oskar Lafontaine erzielte damals das schlechteste Ergebnis in der SPD-Geschichte bei der Wahl zu einem Bundesvorsitzenden, Andrea Nahles gestern das zweitschlechteste. Und die Umfragewerte liegen im Keller.

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2 Kommentare leave one →
  1. 23. April 2018 11:48

    Die Nahles ist nach 155 Jahren die erste Frau als Parteivorsitzende und gleichzeitig die letzte Chance für die Bundespartei. Traurig. 📞?

    Gefällt 1 Person

    • 23. April 2018 12:01

      Vielleicht werden sich manche Genossen – und / oder Genossinnen – noch einmal die Zeit zurück wünschen, in der ein Lehrer aus Goslar acht Jahre lang die Partei versucht hat zusammen zu halten, phasenweise durchaus mit Erfolg.

      Gefällt 1 Person

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