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Himmelfahrt – oder fahr zur Hölle …

10. Mai 2018

Nein, jetzt kommt keine Bibelgeschichte oder so. „Oma ist in den Himmel gefahren“ wurde mir als Kind erklärt, als sie plötzlich nicht mehr da war. „Man fragte sich noch nicht nach dem Warum; auch nicht, als zum dritten Mal mein Kaninchen kurz vor Weihnachten spurlos verschwand.“ (Herman van Veen) Die Himmelfahrt war für uns Kinder eine positiv klingende Umschreibung dessen, von dem wir noch keine Ahnung hatten.

Wolken-180503-020Die kam erst später. Aber die Vorstellung einer Himmelfahrt im Hinterkopf macht mir das Unvermeidbare bis heute erträglicher. Grüße von Wolke vier, oder sieben, oder welcher auch immer.

Tragisch ist es, wenn das Unvermeidbare vermeidbar gewesen wäre. So wie bei meinem Sohn (2204), das nennt man dann nichtnatürlich. Leider passiert das jeden Tag. Jeder Stunde? Genaue Zahlen darüber gibt es nicht, wie häufig Menschen allein in Deutschland durch fahrlässige Fehler anderer zu Tode kommen: Verkehrsunfälle, häusliche Unglücke, Behandlungsfehler. Das nennt man dann eine „schicksalhafte Verkettung unglücklicher Umstände“. Am Ende steht die Himmelfahrt, die keiner gewollt hat und die nicht hätte sein müssen.

In unserem Fall hat der Arzt einen „fatalen Fehler“ eingestanden, sich herzlichst entschuldigt und zur Prozess-Vermeidung einen Vergleich angeboten. Den haben wir angenommen. Dabei ging es uns nicht ums Geld, sondern die Symbolhaftigkeit der Zahlung.

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Gezahlt hat der Betriebshaftpflichtversicherer der Klinik. Und so wird aus der vermeidbaren Himmelfahrt auf dem Kontoauszug ein Schaden, der mit einer Abfindung beglichen wird. Leute, das ist schon ein komisches Gefühl. Und dann denk‘ ich mir: „Fahr zur Hölle“, wer auch immer für so ein shit Verwaltungs-Juristen-Deutsch verantwortlich ist.

„Fahr zur Hölle“ ist selbstverständlich umgangssprachlich gemeint. Wie man hier eben so schnackt. Aber so eine Höllenfahrt wünsche ich auch dem Anwalt, der großartig klagen, sprich an uns verdienen wollte, dann aber nicht in die Pötte kam. Also habe ich mich selbst gekümmert, ich will ja auch mal versuchen einen Schlussstrich zu ziehen. Gleiches wünsche ich auch den Verantwortlichen aus dem Pflegeheim meines Sohnes, gegen die der hier erwähnte Klinik-Arzt massive Vorwürfe erhoben hat und ohne deren Pflegefehler der Eingriff in der Klinik überhaupt nicht nötig geworden wäre. Das ist auch noch nicht ausgestanden …. Und dem Zampano drüben auf der anderen Seite des Teichs wünsche ich: „Mister Trump, fahren sie zur Hölle!“ Denn was der da gerade macht, das Iran-Abkommen aufzukündigen, ist für mich im wahrsten Sinne des Wortes ein Himmelfahrtskommando.

WP_20180510_001b

So, das wollte ich heute nur mal gesagt haben. Das musste raus. Jetzt kann ich auch raus und mir von meinem Balkon aus mit einem Pott Kaffee in der einen und der Frühstückszigarette in der anderen Hand die Schönwetter-Wolken ansehen 😉

Habt einen schönen Tag, ein schönes langes Wochenende!

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9 Kommentare leave one →
  1. 10. Mai 2018 12:01

    genieße auch du die freien tage! 🙂

    Gefällt 3 Personen

  2. 10. Mai 2018 12:46

    bleib cool:

    Gefällt 2 Personen

  3. 10. Mai 2018 17:18

    Mein Mitgefühl ist mit dir und ich glaube, das was du ein „komisches Gefühl“ nennst kann nur ein Betroffener wirklich beurteilen.
    Für DAS SICHERE HAUS habe ich vor Monaten recherchiert, dass wir 2015, so das Stat. BA 2017, fast 25.000 Todesfälle durch Arbeitsunfälle, häusliche Unfälle, Verkehrsunfälle, usw., hatten. Allerdings wurde nicht unterschieden, ob jemand durch eigene Schuld oder Fremdverschulden zu Tode kam.
    Im AOK Krankenhausreport 2014 (einen neueren kenne ich nicht), heißt es am Ende auf Seite 245: „Zusammenfassend kann für den Krankenhausbereich eine Größenordnung von fünf bis zehn Prozent unerwünschter Ereignisse, zwei bis vier Prozent Schäden, einem Prozent Behandlungsfehler und 0,1 Prozent Todesfälle, die auf Fehler zurückgehen, angenommen werden.“ Bezogen auf die rund 19 Millionen Klinikfälle jährlich kommt es somit auf 190.000 Fehler bei Krankenhausbehandlungen jährlich. Rund 19.000 Fehler davon enden den Hochrechnungen zufolge tödlich. Zum Vergleich: Das sind etwa fünfmal so viele Todesfälle wie im Straßenverkehr.
    Das sind die traurigen Zahlen.😡
    Das noch: Zum schönen Tag: Angefangen hat er schön. 🙂 Wir waren auch unterwegs – und sind dann nass geworden 😬

    Gefällt 1 Person

    • 11. Mai 2018 20:08

      Moin. Danke für die Zeilen und Zahlen. Ich habe nicht gedacht, dass das so viele sind. Zu den Statistiken: Zumindest solange ich in Amt und Würden war, zählten zu den Unfalltoten nur die, die innerhalb der ersten 24 Stunden verstorben sind. Wer am zweiten Tag verstarb, war statistisch kein Unfalltoter mehr. Im Vergleich zu anderen Ländern sollte man das berücksichtigen, weil dort meist die 3-Tage-Regel gilt. Also sind es eher noch mehr ….

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