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Deutschland war braun geworden

1. September 2018

Ich weiß: Ein fürchterliches Plusquamperfekt-Deutsch. Oder so ähnlich. Das war in der Schule nie meine Stärke: Lieber zehn Stunden Mathe als eine Stunde Deutsch.

[628] Binär-Ich hatte es schon immer mehr mit den Zahlen. So bin ich heute noch mehr dem Binärsystem als der Grammatik zugeneigt.

Zahlen sind so herrlich einfach sachlich. Emotional wird höchstens die Interpretation, wenn bspw. jemand weniger hat als andere, das aber gefühlt immer noch zu viel ist.

Ich meine Grade. Natürlich Temperatur-Grade. Im gestern meteorologisch zu Ende gegangen Sommer hatten wir in Deutschland im Mittel 19,3 davon.

[628] 20180830_pm_sommer_grafik_temperatur

Größer -> KLICK. Auch wenn die Werte nicht in allen Bundesländern gleich waren, sind die verschiedenen Reaktionen nicht allein durch diese Unterschiede erklärbar. Was für die einen trotz höherer Temperaturen durchaus tolerierbar ist, empfinden andere trotz weniger Grade als schlimm. Oder besonders schlimm: DIE HITZE MUSS WEG! Die Hitze soll bleiben wo sie war!

Ja, diese Hitze. Illegal aus Nordafrika zugewandert führte sie zu viel Braun in Deutschland. In dem einen Bundesland mehr, in dem anderen weniger. Aber auch unsere europäischen Nachbarn waren davon betroffen, wie diese Satellitenfotos eindeutig beweisen:

Größer -> KLICK. Mit der schwindenden Hitze geht ebenfalls das Braun zurück – sofern keine irreparablen Schäden entstanden sind. Doch wir dürfen uns nicht täuschen lassen. Wenn auf unserer Welt eins alternativlos ist, dann der Wandel des Klimas. Die nächste Hitze kommt. Die Frage ist nicht „ob“, sondern „wann“. Besser wir stellen uns darauf ein …, damit unsere Enkelkinder später sagen können: „Deutschland war braun geworden“ und nicht sagen müssen: „Deutschland ist braun geworden“.

628

10 Kommentare leave one →
  1. 1. September 2018 09:20

    Wenn das so weiter geht, und vieles spricht dafür, wird es im tempus futurum II heißen: Deutschland wird braun geworden sein.

    Gefällt 2 Personen

    • 8. September 2018 10:33

      Moin. Wieder zuhause und wie gesagt: Ich hoffe nicht. Und die Hoffnung stirbt bekanntermaßen zuletzt 😉

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      • Albert permalink
        8. September 2018 13:53

        „Die Hoffnung stirbt zuletzt“ ist zu spät. Einen Schneeball muss man zerstören bevor er zur Lawine wird. Ist die Hoffnung erst gestorben, wird auch die Demokratie zu Grabe getragen.

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  2. 1. September 2018 11:11

    Moin Sven,
    Nur gut dass die Natur sich meist selbst hilft und alles wieder schön bunt macht… Woran sich so mancher Mensch wohl ein Beispiel nehmen könnte und sollte gelle.
    Liebs Grüßle von Hanne und hab noch einen richtig schönen bunten Tag 🌞🍀

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    • 8. September 2018 10:36

      Moin Hanne. Danke – und ich hatte schöne Tage, die letzten Tage, bei meiner Lüdden in der Alten Heimat. Und dann denke ich manchmal, wie schön es doch ist, so unbedarft wie ein kleines Kind zu sein. Für die ist das Leben so herrlich bunt … 😉
      Grüße nun wieder von der Ostsee

      Gefällt 1 Person

  3. 1. September 2018 11:27

    Hallo Sven, die Temperaturgrafik gefällt mir natürlich am allerbesten. Wenn ich so sehe, dass Berlin als einziges Bundesland keine BRAUNE Balkenfärbung hat, sondern grau ist, könnte ich das doch als richtig gutes Zeichen werten.
    Leider wäre das ein Trugschluss. Immer wieder finde ich an den unmöglichsten Stellen Schmierereien, die nicht ohne weiteres wegzuwischen sind. Und keine davon ist freundlich, zumindest nicht den Leuten gegenüber, die nicht deutsch sind.
    Vielleicht ist Berlin nicht ganz so braun wie gerade manches andere Bundesland, aber Tendenzen davon lassen sich nicht wegleugnen. – Und die Klimawandeltendenz schon gar nicht.
    Und tschüss!

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    • 8. September 2018 10:48

      Moin Clara. Ja, Berlin ist grau, so wie die „graue Maus“ 😉 Nein, Spaß beiseite, Ernst komm her: Berlin habe ich bei meinen Besuchen immer als eine bunte Stadt empfunden. Und die, die ich aus Berlin kenne, sind auch alle „bunt“ und weder „braun“ noch „grau“ ….
      Grüße von der Ostsee – wo es heute die Sonne langsam das morgendliche Grau verdrängt.
      Vielleicht wird’s noch ein schöner „Altweiber-Sommer-Tag“. Und da fragt mich doch vor Tagen eine Bekannte, warum das „Altweiber-Sommer“ und nicht „Altherren-Sommer“ heißt?
      Keine Ahnung 😉

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      • 8. September 2018 12:30

        Männer „spinnen“ zwar oft, wie der Horst beweist, aber dabei kommen keine wirklich echt gesponnenen Fäden raus, wie das meist Frauen am Spinnrad machen. Und da im Herbst sehr oft Spinnenfäden durch die Luft wedeln, hat man diese Jahreszeit eben den alten Weibern gewidmet.

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