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#Wochenstart – der 21. Januar 2019

21. Januar 2019

[658] weltknuddeltag_jogginghosentag_21_januar

Alle Jahre wieder: Am 21. Januar feiern Knuddelsüchtige den #WeltKnuddelTag, oder international besser als #WorldHugDay bekannt, denn dieser Brauch hat seinen Ursprung in den USA. Wieso und warum auch immer?

Na ja, in Zeiten von #MeToo ist das mit dem Knuddeln vielleicht so eine Sache, damit sollten wir lieber vorsichtiger sein, nehmen wir besser heute den #TagderJogginghose. Ja, doch, den gibt es auch, den haben vor 10 Jahren österreichische Schulfreunde aus Spaß ins Leben gerufen – so schreibt jedenfalls der NDR. Na denn!

Im Radio habe ich heute Morgen allerdings auch gehört, dass der 21. Januar als der Tag gilt, an dem die Menschen am unglücklichsten sind. Angeblich haben das Forscher herausgefunden. Begründung: Im Januar werden Versicherungsbeiträge usw., von den Konten abgebucht, die wegen der Weihnachtseinkäufe so wie so nicht mehr gut gefüllt sind, und so gilt: “Zehn Tage vorm Ersten ist das Leben am schwersten”. Ist das so?

Noch etwas anderes lese ich zum #Wochenstart heute Morgen in der SZ: Niemand hilft – 170 Migranten ertrinken vor Libyens Küste. Das UNHCR meldet: “Allein in den ersten drei Wochen dieses Jahres sind im Mittelmeer mehr als 200 Menschen umgekommen beim Versuch, nach Europa zu fliehen.” Ich muss an die Geschichte von Nadim denken, an seine Worte: “Niemand spricht über die Zahlen, die niemand kennt.” Stimmt. Ich habe heute Morgen recherchiert: Das UNHCR sagt selbst, dass ihre Angaben lediglich auf den Zahlen der gefunden Toten und für tot erklärten Vermissten basieren:

[658] Tote-Vermisste-Mittelmeer-2018

Wie hoch die Dunkelziffer ist, werden wir nie erfahren. Das perfide daran: Je weniger die NGOs im Mittelmeer helfen können, weil sie schlicht daran gehindert werden, desto weniger wird etwas über die Zahl der toten/vermissten Flüchtlinge bekannt. Gleiches gilt für die Zahl der über das Meer in Europa ankommenden Menschen, die – nach dem was bekannt ist – von 172.301 im Jahr 2017 auf 113.482 im vergangenen Jahr zurück ging. Ja, nach dem was bekannt ist. Und was ist unbekannt? Die Zahl der in der EU gestellten Asylanträge war in den beiden Jahren Pi mal Daumen vier- bis fünfmal so hoch (Deutschland: 2017: 222.683, 2018: ~187.000), die Balkan-Route ist mehr oder weniger dicht und der Rest wird nicht mit Flugzeugen eingereist sein. Finde den Fehler!

Falls ich nun jemanden mit Fakten verwirrt haben sollte 😉 ein Tipp: Jogginghose an, auf’s Sofa und eine Runde knuddeln. Oder so ähnlich – und dabei bitte nicht an’s leere Konto denken 😉

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4 Kommentare leave one →
  1. 21. Januar 2019 12:17

    Moin Sven.
    Alle Jahre wieder dieser Weltknuddeltag und auch immer wieder diese schrecklichen Nachrichten…. Was für eine Mischung.🙄
    Beim knuddeln🤗 bin ich sehr gerne dabei und ist ja auch gesund wie man weiß, was mir gerade zur Zeit🤒 sehr wichtig ist.
    Für die immer wieder schrecklichen Ereignisse mit Flüchtlingen auf dem Meer fehlen mir die Worte, weil der Klos im Hals immer dicker beim Lesen wird.
    Liebe Grüße von Hanne und komm gut in die Woche 🍀

    Gefällt 2 Personen

    • 21. Januar 2019 12:33

      Moin Hanne. Ja, so ist das. Die Banalitäten unseres Lebens lassen sich manchmal emotional schwerlich mit der Realität vereinbaren. Aber für manche ist das, was wir lesen können, ja nur „Asyltouristik“. In solchen Momenten kriegt der Begriff „Toleranz“ eine ganz neue Bedeutung 😦
      Trotz alledem: Ich wünsche dir auch eine gute Woche, wir lesen uns.
      Grüße aus Scharbeutz, wo gerade 2 cm Schnee gefallen sind 😉

      Gefällt 2 Personen

  2. 22. Januar 2019 08:39

    Zur Vervollständigung deiner Zahlen: 2017 sind in der EU 705.705 Asylanträge gestellt worden, davon in Deutschland 222.560, so EUROSTAT – damit weicht deine Zahl um plus 123 davon ab. Jedenfalls gibt es zwischen den offiziellen Mittelmeerzahlen des UNHCR und denen von EUROSTAT rein rechnerisch eine Diskrepanz von 533.404 Menschen.
    Ebenfalls interessant sind die Zahlen: Von Januar bis November sind in Deutschland lt. BAMF insg. 174.040 Asylanträge gestellt worden. Die Linken-Bundestagsabgeordnete Jelpke hat aktuell nachgefragt, wie viele davon sog. „Dublin-Fälle“ sind, also schon in einem anderen EU-Land registriert worden sind: 51.558 mal wurden andere EU-Staaten zur Übernahme ersucht, davon wurde 35.375 mal den Ersuchen zugestimmt, abgeschoben wurden tatsächlich jedoch nur 8.658 Menschen.
    Diese Zahlen zeigen, dass es rund 120.000 Flüchtlinge, oder zwei von drei, geschafft haben, unregistriert bis nach Deutschland zu gelangen. Verstehen kann ich Italien und Spanien, die scheinbar kein gesteigertes Interesse haben, über das Mittelmeer kommende Flüchtlinge zu registrieren, denn dann müssten sie sie nach der „Dublin-Regelung“ auf Ersuchen wieder zurücknehmen. Das zeigt die ganze Ungerechtigkeit von „Dublin III“ und es fällt Deutschland heute auf die Füße, dass eine gerechtere Regelung zu „Dublin III“ im Sinne von Italien und Spanien insbesondere am Widerstand Deutschlands gescheitert ist.
    Grüße vom SMS

    Gefällt 1 Person

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