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Große und kleine Klima-Öko-Füße

12. Februar 2019

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Die letzten Tage. Tour in die Alte Heimat, Besuche hier und da, u. a. bei einer alten Freundin. Wir sitzen gemütlich am Holzofen, das Feuer knistert so vor sich. Bei dem Shitwetter draußen ein heimeliges Gefühl. Es klingelt. Eine Freundin der Familie. Mit ihrer pubertierenden Tochter im Schlepptau will sie nur mal Guten Tag sagen.

Wir kommen ins Gespräch und das Mädel erzählt stolz von ihrer ersten Teilnahme an einer Demo: Fridays for future. Gemeinsam gegen die Klimakrise: Der Kohleausstieg käme zu spät, er entspräche nicht dem Paris-Abkommen, die Rechnung ginge an die junge Menschen, usw.. So sprudelt es aus ihr heraus und irgendwie kommt es mir vor wie eine auswendig gelernte und zu schnell vorgetragene Geschichte. Die Mutter findet es jedenfalls gut, dass die ganze Klasse mit dem Lehrer zur Demo gefahren ist und man das Thema in der Schule vor- und nachbereitet habe: “Die Kinder können ja nicht früh genug lernen verantwortungsvoll mit dem Klima umzugehen.”

Der Holzofen gibt eine wohlige Wärme ab und das Mädchen findet das viel toller als die Heizung zuhause. Die Mutter erzählt noch vom nächsten Urlaub: Mit dem Flieger geht’s nach Barcelona, von dort auf eine Kreuzfahrt durch das Mittelmeer. Als sie sich verabschieden und in einen dicken Diesel-SUV einsteigen, denke ich: “Meier, finde den Widerspruch!”

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Die Demos der Kids wegen des Klimas, Greta Thunberg usw., ja, ich finde das alles gut! Noch besser, wenn die Demos in den Unterricht implementiert werden. Und doch frage ich mich, ob gleichermaßen über den persönlichen Klima-Öko-Fußabdruck gesprochen wird? Wie groß ist der und wie könnte der verkleinert werden? Vielleicht findet man dann Holzöfen wegen der hohen Feinstaub-Emissionen nicht mehr so toll, macht sich Gedanken über die CO2-Umweltbelastungen einer Flug- und Schiffsreise und hinterfragt, ob das nächste Auto wegen der Stickoxide nicht eine Nummer kleiner ausfallen könnte. Und so weiter. Das Wissen um all das ist Macht – und Umweltschutz findet nur statt, wenn sich Konsumenten ihrer Macht bewusst werden und diese einsetzen!

Fußabdruck-öko-190211-b

Wer seinen Fußabdruck abschätzen lassen möchte folge dem Link –> KLICK oder drucke sich ein pdf aus. Meiner liegt Pi mal Daumen bei 4,7 gha (global Hektar). Das überrascht mich. Aber der Wert ist ja nur eine grobe Schätzung und als Vielfahrer habe ich ein kleines, sparsames Auto mit Euro 6. Von daher dürfte der Wert niedriger sein. Trotzdem: Nachhaltig ginge auch bei mir anders – aber so klein wie der meines Enkelkindes wird er nie mehr sein – Bild oben: „Opa hat gant grote Füße, ich gant kleine“ 😉

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15 Kommentare leave one →
  1. 12. Februar 2019 15:56

    Ein toller Beitrag Sven und würde mir gleich anfangs beim Lesen, trotz unserem zur Zeit eisigen Wind, richtig warm ums Herz.
    Hab heute ja auch mal das Thema Umwelt im Blog angesprochen. Auch einen tollen neuen Blog eines meiner Blogbegleiter dazu verlinkt, wo man selbst etwas über zwischenmenschliche Umweltprobleme schreiben, oder auch einfach kommentieren kann.🌞
    Liebe Grüße von Hanne und hoffe, bei euch weht nicht son eisiger Wind wie hier 😉

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    • 14. Februar 2019 09:16

      Moin Hanne, danke für den Hinweis, habe eben mal kurz rein geschaut, werden mit die Tage mit mehr Zeit mal mehr von selbiger dafür nehmen 😉
      Liebe Grüße retour … und das Wetter, na ja, bin zurzeit viel unterwegs und mein Auto hat eine Sitzheizung, so ist’s gut auszuhalten 😉

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      • 14. Februar 2019 09:28

        Moin Sven.
        Den erwähnten Link tauschte ich inzwischen in den zum Neuen Museum aus, weil u.a. immer wieder Fragen dazu kamen. 😉
        So ne Sitzheizung hat was gelle und schätze auch ich bei den Temperaturen sehr.
        Gute Fahrt und liebe Grüße 🍀🌼

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  2. 12. Februar 2019 16:37

    Das Problem ist der Zynismus der allermeisten Menschen in der reichen und so genannten westlichen Welt, denen die Maximierung des persönlichen Hedonismus wichtiger ist als die Gesundheit ihrer Mitmenschen.
    Dekadent geht die Welt zu Grunde und diese Menschen sagen: „Na und, wenn es so weit ist, ist es doch dann nicht mehr meine Welt.“
    Von den Pseudoökologen, die Wasser predigen und Wein trinken, will ich an dieser Stelle überhaupt nicht schreiben.
    Punkt! S.

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    • Albert permalink
      12. Februar 2019 20:12

      Karl Marx. Das Kapital. Band I von 1867: „Après moi le déluge!“ Übersetzt: „Nach mir die Sintflut“ Das ist der Wahlruf jedes Kapitalisten …

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    • 14. Februar 2019 09:21

      Krass. Dann will ich lieber mal nicht widersprechen 🙂

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  3. 27. Februar 2019 10:07

    Diesen Beitrag muss ich verpasst haben … sowas! Gut, dass wir da drauf zu sprechen kamen …
    Wir haben unseren Fussabdruck schon verkleinert, Motorrad weg, kleines Auto und fahren wenig, aber wir sind auch nach Fuerteventura geflogen …

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    • 11. März 2019 05:47

      Moin Stella, Antwort kommt, wenn auch spät:
      Ich finde es gut wenn jeder für sich schaut, wie er sich selber nachhaltiger verhalten kann. Deshalb muss man nicht gleich auf alles mögliche verzichten. Aber ein bisschen hier und da ist nicht nur gut für unsere Umwelt, sondern auch für den eigenen Geldbeutel. Mein kleineres Auto, welches ich seit einem Jahr fahre, verbraucht ~ 1,5 l weniger auf 100 km. Das sind 450 Liter im Jahr, oder rund 600 Euro. Dazu, weil Euro 6, nur der halbige Schadstoffausstoß. Es geht, wenn Mann will 😉
      Grüße!

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  4. 9. März 2019 09:31

    Jaaaaaa entlich geht was, Kinder demonstrieren, ich kanns schon spühren, ich bekomme mehr Luft….aber immer mehr Wut, Kinder Kinder, geht kicken oder spielen, denn im Grunde wissten ihr ja garnicht was abgeht……und ja, die ändern sowenig wie Große.
    Die Großen werden hingestellt wie wenn sie blöd wären und alle nur kaputt machen, ja das kann schon sein aber die Kinder sollten sich auch Gedanken machen wer ihnen das alles hier ermöglicht und früher oder später werden sie merken das sie die Umwelt genauso kaputt machen egal was sie dagegen tun.
    Wenn man den Kindern mal das Handy, das Haargel, laptop,wegnehmen, zur Schule laufen müssten und nur das aus der Region essen müsste und ihre große Jahresreisen untersagen ec. usw. würde sehen sie die Welt auch mit anderen Augen.
    Ich habe es Satt das man die Kinder zu solchen Aktionen vorne anstellt, sei es das Theme Krieg, Hunger, Umwelt …..ich habe es satt.

    Gruß
    Lucian

    Gefällt 2 Personen

    • 11. März 2019 06:34

      Moin Lucian.
      Wi seggt hier im Norden up Platt: „Wenn sei nich will un hei nich kann, wett dor nicht van.“
      Ja, das Thema wird sehr kontrovers diskutiert. Aber ich denke nicht, dass „man die Kinder zu solchen Aktionen vorne anstellt“, sondern dass die Demos – soweit ich das hier bei uns mitkriege – von den Kids selbst organisiert werden. Bestenfalls überreden sie die Lehrer, dass das in einer Form von Unterricht geschieht, aber mir ist kein Fall bekannt, dass Lehrer Schüler überreden wollten.
      Aber sicher, wir können das so sehen wie du es siehst, ich respektiere durchaus deine Meinung, jedoch sprechen ein paar Fakten für die Kids, ich habe dazugelernt:
      Deutschland hat mit die höchste Pro-Kopf-Treibhausgas-Emission in der EU – von der Menge her ganz zu schweigen. Ganz offizielle Zahlen, nach dem letzten UBA-Bericht aus dem Jahr 2016 (Tonnen-Kohlendioxid-Äquivalent pro Kopf), ein paar Beispiele:
      Schweden: ~ 5,5
      Frankreich: ~ 7,0
      Großbritannien: ~ 7,5
      EU-28-Durchschnitt: ~ 8,5
      Dänemark: ~ 8,5
      Polen: ~ 10,5
      Deutschland: ~ 11,0
      Irland: ~ 13,0
      Diese Zahlen – die mich in der Deutlichkeit überrascht haben – belegen, dass bspw. ein Schwede – wo die Fridays for future Demos durch die Schülerin Greta Thunberg ihren Ursprung haben – nur halb so viel Treibhausgase in die Luft pustet wie ein Deutscher (2016 ~ 910 Mio Tonnen bei ~ 83 Mio Einwohnern, Schweden ~ 53 Mio Tonnen bei < 10 Mio).
      Ganz ehrlich, ich habe mich erst aufgrund der Demos bzw. der medialen Resonanz mit dem Thema näher beschäftigt. Und manche Schule auch. Im Ergebnis stelle ich für mich fest, dass die Kids so was von recht haben und verstehe auch unseren BuPrä wenn er sagt: “Viele der Erwachsenen haben noch nicht gemerkt, dass es fünf vor Zwölf ist."
      https://sven2204.wordpress.com/2019/03/10/maerz-rueckblick/
      Nun denn ….
      Gruß vom Sven 😉

      Gefällt 1 Person

      • 27. April 2019 12:45

        Jau, die heutige Situation ist doch die Jahrzehnte lang Miss Politik und nicht das treiben des Menschens, ich gehe davon aus das das was ich mache gut ist, denn das was uch mache wird ja alles angeboten und ich zahle die Steuern und unterwerfe mich.
        Die Politik muss durchgreifen, nicht ich muss die Plastiktüte meiden sondern die Politik muss sie verbieten.
        Bei uns gehen Kinder demonstrieren die können noch nicht mal ihren Namen schreiben.
        Der Karren ist soweit im Dreck das man ihn nicht mehr so schnell rauskriegt.
        Die Sache ist sehr komplex so das meine Meinung ist das das die Kinder noch gar nicht in ihren Kopf bekommen……Sie sollten mal hinterfragen warum es Ihnen so gut geht.
        Gruß
        Lucian

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