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Was haben diese 3 Herren gemeinsam?

1. März 2019

In alphabetischer Reihenfolge: Dr. Eckart von Hirschhausen, Uli Hoeneß und Jörg Kachelmann: Was haben diese drei Herren gemeinsam? Sicher, sie sind alle Spezialisten auf ihrem Gebiet und auf dem macht ihnen so schnell keiner etwas vor. Aber das meine ich nicht. Ich will darauf hinaus, dass diese drei zu denen gehören, die ihre Position, ihren Bekanntheitsgrad nutzen, um dem Boulevard mitunter gehörig die Leviten zu lesen. Das aus gutem Grund. Politik & Wirtschaft interessieren nicht jeden, aber Geschichten über das Wohlbefinden, den Fußball und das Wetter gehen immer, darüber lässt sich ständig tratschen. Dazu gibt es unzählige Experten, die sich gerne und entgeltlich zu Worte melden oder sich interviewen lassen. ISSO! Kein Wunder also, wenn das den wahren Kennern ihres Fachs mitunter auf den Sack geht.

Ein Artikel, den niemand braucht: Das große Sven Meier Interview 😉

Dr. Eckart von Hirschhausen zum Beispiel, am 4. Feb. im NDR, in der Sendung “DAS!”:

Ich glaube, so wie wir unsere Großeltern gefragt haben, was habt ihr gegen die Nazis getan, wird unsere Generation gefragt werden, von den Kindern und Enkeln, was habt ihr gegen Klimawandel getan? … Aber wir machen unser Zuhause kaputt. … Wer von euch kackt regelmäßig in sein Wohnzimmer?

So impulsiv habe ich den “Doc der Medien” noch nie erlebt, aber in dem Moment …, oh ha! Seine Lebensmaxime gefällt mir besonders gut, nur wenn sich jeder dran halten würde, hätten viele Boulevard-Journalisten und –listinnen weniger, worüber sie schreiben könnten:

1. Nicht rauchen, 2. sich bewegen, 3. viel Gemüse essen, 4. erwachsen werden, 5. Kind bleiben. So viel Vernunft? Nein, denn Ratschlag Nr. 6 heißt: Pfeifen Sie regelmäßig auf eins bis vier!

Dieser Satz hat Tiefensinn. So ähnlich wie der von Erich Kästner: “Entweder man lebt, oder man ist konsequent.” Derartige Sinnigkeit mag man dem “Fußball-Guru” und FC Bayern Chef Uli Hoeneß nicht unbedingt zugestehen, dafür ist er mitunter zu impulsiv – ich erinnere an die “Abrechnungs-PK” vom Oktober. Mittlerweile hat er jedoch zugegeben, zuletzt am 24. Feb. im Sport1-“Dopa”, dass die Pressekonferenz so ein Fehler war. Dennoch verwahrt er sich vor einer unseriösen Berichterstattung, aber moderater:

Er (D. Hamann) wäre gut beraten, zwischendurch etwas zurückhaltender zu sein. Er fühlt sich wie der Messias der Fußballkommentatoren. Er meint, dass er es besser kann als Mourinho und Ancelotti zusammen. Er soll das kommentieren, was er sieht, und nichts anderes. … Jetzt waren wir mal fünf Monate nicht Tabellenführer – und was ist in diesem Land los? … Diesen Schmarrn kann ich nicht mehr hören! … Die Journalisten sollen aufhören, immer zu den unzufriedenen Spielern zu gehen. Je mehr wir holen, desto mehr Munition haben sie. Aber die wollen wir ihnen nicht geben.

Man muss Uli Hoeneß nicht mögen um zu verstehen, dass er sich a) vor seine Mannschaft stellt und b) mit dem Gesagten nicht so ganz Unrecht hat. Letztlich geht es doch um Klicks und verkaufte Zeitungen. “Wettermann” Jörg Kachelmann hat das am 12. Feb. über Twitter auf den Punkt gebracht, als er sich – mal wieder – über unseriöse (Wetter)Berichterstattungen geärgert hat:

Warum der Journalismus, wie wir ihn heute kennen, sterben wird: Weil viele Medien ein Grad an Verkommenheit erreicht haben, indem man schon fast blindwütig lügt, um noch ein paar billige Klicks zu bekommen ….
Die Medien aus der Welt des klickschlampesken #Vollpfostenjournalismus täuschen sich wenn sie denken, es würde nur die eigene Glaubwürdigkeit ruiniert werden. Die täglichen Wetter-Lügengeschichten wie auch bei @focusonline ruinieren am Ende die gesamte Branche, themenübergreifend.
Die Antwort, nicht nur für @express24 @focusonline @merkur_de und viele andere: Weil absichtliches Lügenschreiben nichts ist, was Sie retten wird. Bitte machen Sie Ihren Laden doch freiwillig dicht damit die, die nicht obsessiv Schwachsinn schreiben müssen, besser überleben.

Apropos “Laden dicht machen”: Vor drei Tage ist bekannt geworden, dass die DuMont-Mediengruppe überlegt, ihr gesamtes Tageszeitungsportfolio zu verkaufen. In einer Erklärung der Verleger heißt es: “DuMont ist ein über Jahrhunderte hinweg erfolgreiches Unternehmen, weil es sich zu jeder Zeit der Wirklichkeit der Märkte gestellt hat.” Ah ha, die Wirklichkeit der Märkte. Und die ist offensichtlich, dass die Printmedien keine Zukunft mehr haben. Aber egal ob Papier oder Digital, solange es den Boulevardjournalismus gibt, so lange werden sich Leute über den aufregen. Verständlicherweise. Leider trifft dieser Stil, die Jagd nach Klicks und Auflagen, immer mehr für die Nachrichten aus Politik und Wirtschaft zu. Bis dahin, dass Geschichten oder Protagonisten erfunden werden …, siehe SPIEGEL und SZ. In diesen Nachrichtenblättern ist das aufgefallen – in wie vielen nicht?

Nach Tagen mit viel Sonne – dem vorweggenommenem Frühlingsanfang im Februar? – und einer Menge Fotos (-> KLICK zum Fotoblog) muss ich nun mal wieder was tun. „Entweder man lebt …“, ja, aber nicht nur von Luft & Sonne 😉

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3 Kommentare leave one →
  1. 1. März 2019 07:35

    Hat Hirschhausen das wirklich so gesagt, im ÖR-Fernsehen?
    Apropos erfundene Geschichten:
    Journalisten, besonders die freien, schreiben, was die Redaktionsleitungen von ihnen verlangen. Das hat etwas mit dem Überleben zu tun.
    Redaktionsleitungen liefern das, was die Verlagsleitungen von ihnen verlangen. Das hat etwas mit dem Überleben zu tun.
    Die Verlage veröffentlichen in papierener oder digitaler Form das, was die Leser verlangen. Das hat etwas mit dem Überleben zu tun.
    Jeder, der aus dem Geschäft kommt, weiß, dass in der nichtstaatlichen Medienlandschaft schon lange ein Überlebenskampf stattfindet. Von daher wundert mich die DuMont-Entscheidung nicht. Es werden noch viele folgen!

    Gefällt 1 Person

    • 11. März 2019 06:38

      Moin. Jou, dat hat er 😉
      Dieser Satz, so habe ich erfahren, soll auch in seinem aktuellen Programm vorkommen.
      Der Rest, nun ja, kein Widerspruch 😉
      Grüße!

      Gefällt 1 Person

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