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März-Rückblick

10. März 2019

[668] 190301-045-Husum-b

1. März. Freitag. Morgens um 7. Ich bin mal wieder auf dem Weg nach Husum und höre im Autoradio von der für heute angekündigten „Fridays for future“ Demo in Hamburg. Mit Greta Thunberg. Ein Dauerthema an diesem Tag. Ich denke an das Hirschhausen-Zitat, welches ich frühmorgens noch hier im Blog verewigt habe: „Wer von euch kackt regelmäßig in sein Wohnzimmer?“ Im übertragenen Sinne erklären uns die jungen Demonstrierenden, dass wir genau das tun.

2 Anmerkungen dazu:
[668] 20190303_090234_Fruestueck1. Letzten Sonntag ergab sich beim Frühstück ein Gespräch mit 2 Halbwüchsigen. Während der eine so gut wie nichts über das Thema wusste, war der andere gut informiert. In der Schule hatten sie kürzlich sogar ihren ökologischen Fußabdruck ermittelt. Besser noch: Zu den auf dem Tisch liegenden Lebensmitteln konnte er die CO2-Emissionen erklären. Chapeau!
2. Bundespräsident Steinmeier hat vorgestern (Freitag) seinen Besuch in Neumünster (SH) genutzt, um sich vor Schülern einer Klimaschutz-Mahnwache am Rathaus zu den „Fridays for future“ Demos zu äußern:
„Viele der Erwachsenen haben noch nicht gemerkt, dass es fünf vor Zwölf ist.“
mehr -> NDR. In Anbetracht manch abfälliger Äußerung gegenüber den jungen Klimaschützern klingt das richtig wohltuend – doch es sind nur Worte. Folgen auch Taten?

Was mir sonst noch in dieser Woche auffiel:

Bekanntlich nimmt das Interesse am Fasching um so mehr ab, desto mehr man sich dem Echten Norden nähert. Platter Humor, bei dem ein kräftiger Tusch gerne mal die Pointe ersetzt, ersetzt, ist nicht so unser. Wir haben es mehr mit dem trockenen Humor, oft mit einer guten Portion Sarkasmus. Leider wird der desto häufiger missverstanden, desto mehr man sich von der Küste entfernt.

[668] trockener Humor BeispielSarkastisch sind wir nur zu Menschen, die wir mögen – und zu denen, die es nicht anders verdienen (Beispiel links). Zu letzteren gehört die CDU-Vorsitzende Annegret Kramp-Karrenbauer, jedenfalls solange sie auf Kosten von Minderheiten lästert. Sicherlich darf man ihren als Witz gemeinten Spruch über Toiletten für Intersexuelle (-> KN) unter Narrenfreiheit in der Faschingszeit verbuchen – oder ihn einfach nur peinlich und doof finden – fest steht jedoch, frei nach Goethe: „Im Suff und im Fasching zeigt sich der wahre Geist eines Menschen“. Na denn, ich erinnere an Goethes Zauberlehrling …!

[668] Tweet190305-LöwoutFür noch so einen Aufreger sorgte Bundes-Fußballtrainer Löw: Die Bayern-Spieler Müller, Hummels, Boateng hat er kurzentschlossen aus der Nationalmannschaft aussortiert. Wie bei der WM im letzten Jahr in Russland ist er wieder voller Optimismus für die nächste WM und er weiß bestimmt wie eh und je, was er tut. Beim DFB gibt es ja so viel Sachverstand …! Persönlich würde ich mir allerdings einen anderen Neuanfang wünschen. Auch an der DFB-Spitze. Aber was weiß ich schon? Und ich bin sensibel 😉

Ein letzter Satz noch, gefallen diese Woche in einer NDR-Quiz-Sendung von dem Tagesschau-Sprecher Jens Riewa auf die Frage, ob er in seiner Freizeit die Tagesschau sehen würde:
„Ach nee, ich hab’s eher mit den guten Nachrichten, ich mach’ das nur für Geld.“
Als Nachrichten-Junkie (O-Ton meines Freundes S.) wäre ich froh, wenn ich das auch von mir behaupten könnte 😉

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9 Kommentare leave one →
  1. 10. März 2019 18:31

    Moin.
    Wir haben in S-H nicht nur trockenen Humor, sondern auch weit über 1.000 km Küstenlinie. Wir geben bestimmt nicht grundlos hunderte von Millionen Euro für Deichertüchtigungen aus, nur weil wir gerne im Schlick buddeln.
    Wir tun das weil wir anhand der Messdaten um den steigenden Meeresspiegel wissen, selbst wenn ein Mensch den so in seinem Leben nicht unbedingt wahrnimmt. Jedoch ist nicht nur der ein Problem, sondern mehr die zunehmende Wind- und damit verbundene Seegangsexposition. Alle Fachleute sind sich über die Klimaveränderung als Ursache dadrüber einig.
    Allein aus diesen Gründen ist es gut wenn junge Leute demonstrieren und auf solche Umstände aufmerksam machen. Wie der Bundespräsens sagt: „Viele der Erwachsenen haben noch nicht gemerkt, dass es fünf vor Zwölf ist.“
    Und mal ganz ehrlich: Würden die Medien in dem Ausmaß über die Schülerinnen und Schüler berichten, wenn sie außerhalb der Schulzeit an einem Freitagnachmittag demonstrieren würden?
    Tschüssikowski

    Gefällt 2 Personen

  2. 10. März 2019 19:03

    Moin Sven.
    Wieder so viele Gedankengänge und Schlagzeilen der Woche, die immer wieder den Adrenalinspiegel hochjagen. Das Schild ist klasse und werd ich mir mal ausdrucken, wobei die Blindenschrift wohl nicht so einfach zu lesen sein wird. Aber Blinde benutzen ihre angebotenen Sinne eh, was man von vielen anderen leider nicht behaupten kann und dazu auch noch viel intensiver, gelle. 😉
    Liebe Grüße von Hanne und hab noch einen schönen erholsamen Abend ✨🍀

    Gefällt 1 Person

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