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Let it be

26. März 2019

Letitbe_single

Ich bin mal wieder unterwegs. Irgendwo auf der A7 auf dem Weg nachhause. Bei der Suche nach einem Radiosender mit gefälliger Mucke bleibe ich bei Let it be hängen. Aber zu früh gefreut: Nach den ersten Akkorden ertönt eine pastorale Stimme und erzählt, dass Paul McCartney das Lied in einer schwierigen Zeit Ende der 60er geschrieben habe. Eines Nachts sei ihm seine Mutter im Traum erschienen [mother mary comes to me] und habe ihm geraten, sich nicht unnötige Gedanken zu machen [let it be], dann würde alles gut werden. Der Sprecher hat das sehr euphemistisch ausgedrückt. McCartney hat später selbst erklärt, dass er in der Zeit wegen der vielen Drogen ziemlich paranoid war.

Egal, ohne diese mccartneyische Bewusstseinserweiterung wäre das Lied sicher nie geschrieben worden und der pastorale Radiosprecher hätte sich etwas anderes überlegen müssen. Aber hat er nicht recht? Wenn ich mir allein dieser Tage die Nachrichtenseiten so anschaue, dann sind die Informationen als solche sicher das eine, aber die vielen Kommentare dazu häufig flüssiger als Wasser, nämlich überflüssig. Gefühlt ist die halbe Nation mal wieder Fußball-Bundestrainer und die andere Hälfte teilt sich auf in Polit- bzw. Wirtschaftsexperten und Gesellschaftskritikern. Das ist natürlich übertrieben, trotzdem:

Statt wörtlich „Lass es sein“ übersetzt Google so: „Kümmer dich nicht drum“. Toll 😉

Anderseits: Wenn sich niemand mehr um nichts kümmern würde, wäre das auch fatal. Nein, es gibt absolut Wichtiges, für das es sich einzusetzen lohnt: Für das Klima, gegen Extremisten, usw.. Aber Kaffeesatzlesereien über den Brexit, Empörungen über die Trennung der Goldschalks, oder wie die heißen, und Aufstellungen bei den Fußballern, gehören – für mich – nicht so unbedingt dazu. Dann möchte ich manchmal laut rufen: “Let it be!”

Das sog. „Gelassenheitsgebet“ (zum Vergrößern auf das Bild klicken)

In seinem letzten Fernseh-Interview hat Altkanzler Helmut Schmidt das sog. „Gelassenheitsgebet“ als seine Maxime zitiert. Ja, wenn wir doch alle so weise wären, das Wichtige und Nötige vom Unwichtigen und Unnötigen unterscheiden zu können …?!

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5 Kommentare leave one →
  1. 26. März 2019 11:27

    Moin Sven. Ist ja wirklich sehr interessant, was du wieder herausgefunden hast, aber auch dein letzter Satz dazu passt irgendwie ganz gut am Ende.😉
    Let it be…🎶
    ganz liebe Grüße in den schönen Norden von Hanne 🌷🍀

    Gefällt 1 Person

    • 28. März 2019 11:34

      Moin Hanne. Na ja, wenn Mann stundenlang im Auto sitzt, dann hat Mann viel Zeit für alle möglichen Gedanken. Und manchmal wandern die dann per Diktierfunktion auf mein Smartphone. Und maaanchmal, aber nur maaanchmal, finden die sich dann hier im Blog wieder 😉
      Und über „Let it be“ finde ich gut, da „musste“ ich einfach etwas zu schreiben 😉
      Grüße in den Süden!

      Gefällt 1 Person

  2. Albert permalink
    26. März 2019 20:09

    Hier liegt ein ein paar Wochen altes Magazin, darin enthalten ein Interview mit unserem Ministerpräsidenten Daniel Günther. Auf die Frage „Warum hat Schleswig-Holstein laut Glücksatlas der Deutschen Post seit sechs Jahren die glücklichsten Menschen in ganz Deutschland?“ antwortet Günther:

    „Man sagt ja immer: ‚Leben, wo andere Urlaub machen‘. Und ich glaube, wer in einem Land lebt, das eine so wunderschöne Natur zu bieten hat, mit Nord- und Ostsee und einer tollen Binnenlandschaft, der fühlt sich automatisch wohl. Hinzu kommt, dass uns eine gewisse Ruhe und Gelassenheit in Schleswig-Holstein auszeichnet. Wir haben gelernt, nicht alles zu ernst zu nehmen.“

    Recht hat er, genau das ist es nämlich: LET IT BE! WIR HABEN GELERNT, NICHT ALLES ZU ERNST ZU NEHMEN! Und darum klappt es bei uns besser mit der Gelassenheit, auch ohne Gebet oder bewusstseinsverändernde Substanzen!
    Mein Wort zum Dienstag dazu 😉
    A.

    Gefällt 1 Person

    • 28. März 2019 11:36

      Moin. Wir haben einen schlauen Ministerpräsidenten – ich sage immer wieder: „Der Mann ist mit seinen Aufgaben gewachsen.“
      Grüße!

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Trackbacks

  1. Das ist doch alles gesteuert … | Sven Meier erzählt

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