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Die Dürre – oder die Unterschiede …

25. April 2019

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Spätestens seit Erfindung der Barbie-Puppe wissen wir, was eine Dürre ist. Der Unterschied zwischen diesem Kunst-Geschöpf und einem noch nicht einmal adipös veranlagtem, sondern normal gewachsenen Menschen ist mehr als offensichtlich. Das verstehen wir alle.

Die andere Dürre hingegen, die momentan an Nr. 1 in manchen Medien steht, scheint weitaus weniger verständlich zu sein. Warum? Was ist passiert?

Angefangen hat alles vorgestern mit einer Pressemitteilung des Deutschen Wetterdienstes (DWD): Hält die Trockenheit an, droht der nächste Dürresommer in Deutschland. Ich denke, diese Meldung mit den dazugehörenden Diagrammen sollte eine Dienstleistung bspw. für die Landwirtschaft sein, wie sich die Bodenverhältnisse bei welchen Niederschlagsmengen in diesem Jahr entwickeln könnten. KONJUNKTIV!

Die Deutsche Presse-Agentur hat diese Meldung aufgegriffen und sie – offensichtlich missverständlich, was zu einer Korrektur führte – in die Medienlandschaft verbreitet. Dann passierte das, was der Meteorologe und Dauertwitterer Kachelmann klickschlampesk nennt: Eine angsteinjagende Meldung jagte die nächste und wenn wir alles ernst nehmen würden, stünde uns der dürrebedingte Untergang des Abendlandes bevor. Oder so ähnlich. Kachelmann sagt dagegen den Untergang des Journalismus voraus und nennt das #Vollpfostenjournalismus / Lügen aus Profitgier.

Nun denn, ich denke weder das Abendland noch der Journalismus werden untergehen. Aber in den Redaktionen sollte mehr der Unterschied zwischen “soll – kann – muss” in all seinen Formen beachtet und der Konjunktiv deutlich vom Indikativ getrennt werden. Und Begriffe wie Dürre und Hitze sollten nicht so in einem Satz verwendet werden, dass sie einen Zusammenhang suggerieren. Der kann bestehen, muss aber nicht.

Fakt ist: Wir haben zurzeit (hier) zu trockene Böden. Wirklich. Wenn es nicht wie erhofft regnet, kann es (wieder) zu einer Dürre kommen. Möglich. Und Niederschläge haben wir unabhängig von den Temperaturen – oder eben nicht. Aber niemand kann heute seriös voraussagen, was uns der Sommer bringen wird. Und ja, wenn sich Wetterphänomene häufiger wiederholen als früher, sehe ich das als Vorboten eines Klimawandels.
Das noch zum Unterschied zwischen „soll und muss“: Letzte Woche machte die Meldung über eine 400.000 Euro Strafzahlung der AfD wegen illegaler Parteispenden die Runde. Fast alle Medien titelten darauf: „Die AfD muss …“, nur auf ZEIT-Online habe ich richtig gelesen: „Die AfD soll …“ Faktencheck: Es gibt einen Bescheid der Bundestagsverwaltung über 400.000 Euro. Damit muss die AfD aber noch nicht zahlen, sondern soll, denn der Bescheid ist anfechtbar und erst nach der Rechtskraft – wahrscheinlich wird es einen Richterspruch geben – steht fest, ob, und wenn ja wie viel, die AfD Strafe zahlen muss.

Zum Schluss ein paar Bilder (Galerie) zu meinem Beitrag, hauptsächlich Kachelmann-Tweets, über die ich immer wieder schmunzeln kann:

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9 Kommentare leave one →
  1. 25. April 2019 17:34

    Deutschlandfunk 📟: Die Bundesregierung hat Befürchtungen vor einem bevorstehenden Dürresommer relativiert.🙄
    Ein Sprecher des Agrarministeriums erklärte, gesicherte Prognosen über einen längeren Zeitraum hinweg seien nicht möglich. Insofern seien die jetzt abgegebene Prognosen für den gesamten Sommer Spekulation.😡 Der Sprecher räumte aber ein, dass das im vergangenen Jahr entstandene Wasserdefizit nur teilweise ausgeglichen sei.
    Soll mich das nun beruhigen? Oder ist erst dann eine richtige Dürre, wenn ich trockenen Fußes durch den Maschsee laufen kann? 😎

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    • 27. April 2019 08:42

      Moin. Na ja, ich sag‘ mal: Wenn der Maschsee kein See, sondern nur noch eine große Kuhle sein sollte, dann ist eh alles zu spät. Das ist dann keine Dürre mehr, sondern wäre eine Katastrophe 😉
      Grüße von der Ostsee – wo der Meeresspiegel kaum merkbar langsam aber sich ansteigt!

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  2. 25. April 2019 19:05

    Ah, ich befürchte auch wieder einen trockenen Sommer auf dem Balkon. Unter Umständen liegt das aber an den Medien. Man wird ja auch irgendwie immer wieder von interessierter Seite beeinflusst. Nur hängt das oft damit zusammen, dass man keine Ahnung hat. hm

    Gefällt 1 Person

  3. 26. April 2019 07:06

    Das Jammern der Bauern.
    2 PAZ-Artikel von gestern, damit du weist, was in deiner alten Heimat abgeht:

    Wasserkontingente für Beregnung der Felder sind ausgeschöpft
    Nach dem Dürre-Sommer 2018 und angesichts der aktuellen Trockenheit wird das Wasser für die Feldberegnung knapp. Hintergrund: Die Mengen, die die Landwirte entnehmen dürfen, sind begrenzt.
    http://www.paz-online.de/Kreis-Peine/Edemissen/Edemissen-Wasserkontingente-fuer-Feldberegnung-sind-ausgeschoepft

    Neue Düngeverordnung: Peiner Landwirte in Sorge
    Wegen eines Urteils des Europäischen Gerichtshofes soll die Düngeverordnung erneut verschärft werden. Nach Meinung von Kreislandwirt Wilfried Henties würden dadurch landwirtschaftliche Existenzen bedroht – auch die Preise für Nahrungsmittel würden deutlich steigen.
    http://www.paz-online.de/Stadt-Peine/Neue-Duengeverordnung-Peiner-Landwirte-in-Sorge

    Die einen Landwirte jammern, weil sie nichts so ihre Felder beregnen dürfen, wie sie es gern möchten. Doch das Grundwasser gehört uns allen und es darf nicht sein, dass sich die Landwirtschaft daran bis zum Exitus bedient, nur um ihre Ernte, sprich Einnahmen, zu sichern. Andere Landwirte jammern, weil sie ihre Jauche aus ihren Massentierhaltungsställen zum Schutz des Grundwassers nicht mehr so wie früher auf die Felder bringen dürfen. Dieses stetige Jammern zeugt nur davon, dass den Bauern – nicht allen, aber vielen – das eigene Konto wichtiger ist als die Natur. Nur das ist zu kurz gedacht: Ist die Natur erst einmal kaputt, haben sich die Bauern selbst ihrer Grundlage beraubt. Natürlich geht es uns Konsumenten dann auch an den Kragen.

    Was bei uns die Bauern sind, sind das bei euch an der Küste die Fischer? Ich lese hin und wieder nur davon, wenn sie die Fangquoten beklagen. Doch wären die Meere ohne Beschränkungen erst einmal leer gefischt, gäbe es doch überhaupt nichts mehr zu fangen – es gibt genügend Beispiele dafür auf der Welt – und Fisch gäbe es nur noch aus der Zucht in Aquakulturen.
    S.

    Gefällt 1 Person

    • 27. April 2019 08:56

      Moin. Ja, m. E. haben Fischer und Landwirte viel gemeinsam. Sprichwörtlich wird ihnen als Kindern bereits das Jammern anerzogen.

      Dieses Schild hing vor 5 Jahren, als Habeck hier in SH in der grün-blau-roten Koalition (Grüne-SSW-SPD) Umwelt- Und Landwirtschaftsminister war, im Niendorfer Hafen.
      Aber Fangquoten, Wasserkontingente, usw. werden doch nicht erlassen, um die Fischer und Landwirte zu ärgern oder gar zu ruinieren, sondern sie dienen dem Schutz der Umwelt – und die gehört uns allen!
      Grüße von der Ostsee in die Alte Heimat

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