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Meiers Rückblick 19/08 in 100 Sekunden

1. September 2019

Mein medialer August beginnt am 1. mit einem Kommentar von Arno Orzessek (DLF): „Besser wettern mit Kachelmann“. Damit ist nicht die Wettervorhersage-Qualität des bekannten Meteorologen gemeint, sondern sein begründeter und ebenso worterfinderischer Attacken-Stil gegen eine „kollektive Bescheuerung in Medienhäusern“ oder „frei erfundenen Schwachsinn“ schreibende Journalisten und andere Schlaumeier. Ein Klassiker ist der immer wieder zu lesende Irrglaube, Glasscherben können bei Sonne ein Feuer entfach. NEIN! Diesen „völligen Stuss“ sollen „skrupellose Journalistendarsteller“ unterlassen zu verbreiten, ebenso andere „Lügen aus Profitgier“, denn Hitze allein verursacht weder Waldbrände noch eine Dürre. Und so weiter.

Was Kachelmann antreibt, ist leider medialer Alltag: „Ahnungslose Journalisten mit dem Recherche-Impetus eines abgetauten Kühlschranks“ schreiben Halbwahrheiten, die oft einen Shitstorm auslösen. Ein Beispiel dafür liefert am 15. Jost Maurin (taz): In seinem Beitrag zur Greta-Thunberg-Atlantik-Segel-Überquerung suggeriert er mit Verweis auf einen Emissionsrechner, dass ein zusätzlicher Passagier in einem Langstreckenflugzeug bei einem Atlantik-Flug 1.800 kg CO2 verursacht. Beispielhaft nachgerechnet sind es rund 75, denn logischerweise muss eine zusätzliche Person ins Verhältnis zur restlichen Flugzeugmasse gesetzt werden.

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Für den Rest sorgen zurzeit die üblichen Verdächtigen: Emmanuel „le President” Macron, Boris „No Deal“ Johnson, Matteo „Forza Italia“ Salvini, Annegret „Miss Verstanden“ Kramp-Karrenbauer, und, und, und. Das Angebot ist groß. Was mögen all diese Nachrichten mit der Lebenswirklichkeit der Leserinnen und Leser zu tun haben? Wahrscheinlich so viel nicht.

Last but not least das noch: Die Landwirte klagen: Die Getreideernte ist unterdurchschnittlich ausgefallen. Mal regnet es zu viel (2017), mal zu wenig (2018). Irgendetwas ist ja immer 😉

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4 Kommentare leave one →
  1. Albert permalink
    1. September 2019 11:03

    Wenn ich Orzesseks Artikel lese und den dort beschriebenen Kachelmann mit dem aus dem MDR-Riverboat vergleiche, weiß ich nicht, ob das derselbe Kachelmann ist. Oder der von Orzessek zitierte Philosoph Sloterdijk hat recht, wenn dieser bedauert, dass wir Abendländer es verlernt haben, produktiv zornig zu sein. In der Tat ist Twitter, nach allem was ich so lese, eher der Kanal der Zornigen und die öffentlich-rechtliche MDR-Talkshow eine Friede-Freude-Eierkuchen-Sendung, in der sich Zornigkeit nicht ziemt.

    Gefällt 2 Personen

    • 11. September 2019 09:27

      Moin, oh ja, „Twitter der Kanal der Zornigen“ gefällt mir. Aber das ist er nicht nur, jedoch auch 😉 Grüße!

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  2. 1. September 2019 12:31

    Du hast mal wieder den Kopf auf den Nagel getroffen 🙂

    Gefällt 2 Personen

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