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Henssler kommt, Tesla kommt … vielleicht

14. November 2019

HENSSLER KOMMT! Nicht weit von der Scharbeutzer Seebrücke und dem Kurpark entfernt, prangt die Ankündigung in großen Lettern an dem Bastei-Gebäude. Aha. Der große Starkoch Steffen Henssler kommt nun auch nach Scharbeutz. Nach Travemünde auf den Priwall in den neuen Waterfront-Komplex kommt er schon seit Monaten, nur angekommen ist er noch nicht. Nach letzten Meldungen soll das nun am 28. Novemeber sein. Ob er – persönlich – häufiger als nur zur Eröffnung in seinen Restaurants erscheint, steht in den Koch-Sternen. Und wie (sub)optimal die gewählten Standorte sind, auch.

Hier an der Scharbeutzer Stelle haben sich in den letzten Jahren mehrere Betreiber nacheinander versucht. Der Ort scheint zwar optimal, aber zwischen Seebrücke und dem Laden hier liegen die Platzhirsche Gosch, Cafe Wichtig und Rosario, ein Italiener mit guter Küche. Gefühlt waren diese drei Restaurants, mit Außenterrasse am Strand, immer gut gefüllt, der zukünftige Henssler-Laden nie. Und gegen einen Besuch auf dem Priwall sprechen für viele die hohen Kosten der Fähre. Allein als Fußgänger ist man zu zweit, hin und zurück, schon mal 5,60 € los, mit Pkw gar 13,60 €. Dazu muss man hüben wie drüben einen (natürlich kostenpflichtigen) Parkplatz finden – ein Problem in Travemünde. Nun ja, wir werden sehen, in wie weit die wirtschaftlichen Interessen Einzelner von den Touristen bedient werden.

TESLA KOMMT! Berlin vor drei Tagen. Preisverleihung zum Goldenen Lenkrad. Auf der Bühne Tesla-Chef Elon Musk als Überraschungsgast. Noch überraschter war die versammelte Zuhörerschaft von diesen seinen Worten: „Ich habe übrigens eine kleine Ankündigung. Wir haben uns entschieden, die erste europäische Gigafactory in der Gegend von Berlin zu bauen.“ Au ha. Das schlug ein wie eine Bombe! Nun ja, viele halten Musk für einen überkandidelten Spinner, der von Wirtschaftlichkeit nicht viel versteht. Mag sein. Ich halte ihn für einen Visionär – und, immer ein guter Gradmesser, die Börse vertraut ihm und glaubt, dass sich alle Investitionen irgendwann mal amortisieren. Seit Monaten ist der E-Autohersteller Tesla in den USA mehr wert als General Motors. Zum Vergleich fünf aktuelle Auto-Xetra-Börsenwerte (Marktkapitalisierung) von heute: BMW ~48 Mrd. €, General Motors ~55 Mrd. €, Daimler (Mercedes) ~58 Mrd. €, Tesla ~63 Mrd. €, VW (neben Toyota der weltweit größte Autohersteller) ~91 Mrd. €. Die Zahlen sprechen für sich.

Während bei BMW und Daimler und in großen Teilen der Fachpresse noch lamentiert und debattiert wird, will Musk mit Tesla Fakten schaffen. Die Betonung liegt auf will! Denn wie beim Henssler gilt auch für Tesla: Erstmal da sein und machen. Und zwar erfolgreich. Auf alle Fälle, so ist zu lesen, habe die Ankündigung von Musk schon jetzt mehr erreicht als 100 Auto-Gipfel im Kanzleramt. Nur VW setzt bisher auf die E-Auto-Karte und VW-Chef Herbert Diess wird so zitiert: „Selbst im Volkswagen-Konzern gilt Tesla mittlerweile als Vorbild. Der US-Rivale hat sich längst von einem Nischenplayer zu einem Massenhersteller gewandelt.“ Warten wir ab, was passiert. Ich bin verhalten optimistisch 😉

Heute im Foto-Blog-Angebot: Herbst-Spaziergänge – unsortiert in 16:9 (2)

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10 Kommentare leave one →
  1. 14. November 2019 14:36

    Tatsächlich scheint VW-Chef Diess als einziger Auto-Konzern-Lenker die Zeichen der Zeit erkannt zu haben und erklärt Musk nicht als „Spinner“, sondern zum Vorbild.
    „Zuerst ignorieren sie dich, dann lachen sie über dich, dann bekämpfen sie dich und dann gewinnst du.“ Mahatma Ghandi. Das passt zu Musk.

    Gefällt 1 Person

  2. 14. November 2019 20:35

    Musk lässt dann in Brandenburg Autos für Stadtförster bauen. Und das Lithium für die Batterien kommt aus Bolivien, wo dann nach Morales‘ „Rücktritt“ das Kapital sich die Hände reibt.
    Und die Arbeitskräfte in Brandenburg, die aus dem Automobilbau (Ludwigsfelde) kommen, sind ja zum Glück schon im Ruhestand.

    Gefällt 2 Personen

    • 15. November 2019 07:37

      Für die „Stadtförsterautos“ ist auch schon VW kritisiert worden, jedenfalls habe ich das so gelesen, weil nach dem ID.3 in Zwickau eine SUV-Variante des Stromers folgen soll. Natürlich mit mehr Gewicht und somit einem höheren Stromverbrauch. Allerdings soll diese Arts Autos besonders in Fernost gefragt sein und das sei der relevante Markt. Nicht Europa und schon gar nicht Deutschland. Wie gesagt, so ist’s zu lesen. Und die Fachjournalisten wissen alles und das Internet lügt nicht 😉
      Aber erstmal muss Tesla überhaupt hier produzieren und in D müssen die notwendigen Stromsäulen montiert sein, damit das mit den E-Autos überhaupt funktioniert.
      Grüße!

      Gefällt 1 Person

      • 15. November 2019 09:01

        Die Relevanz der Märkte wird auch dadurch deutlich, dass Tesla sein erstes Auslandswerk in Shanghai baut um ortsnah den stetig wachsenden asiatischen E-Automobilmarkt bedienen zu können, und im zweiten Schritt erst ein weiteres Auslandswerk in Europa gebaut werden soll.

        Gefällt 1 Person

    • 15. November 2019 08:56

      Meldungen zufolge ist Bolivien als Lithiumlieferant erst einmal ausgefallen, dafür machen sich unsere österreichischen Nachbarn nun große Hoffnungen, europäische Batteriewerke mit dem begehrten Rohstoff zu versorgen:
      https://kurier.at/wirtschaft/gold-der-zukunft-kaerntner-lithium-mine-vor-start/400063871

      Gefällt 1 Person

      • 15. November 2019 12:04

        Moin. Österreich als Lithium-Lieferant? Ehrlich? Also ich weiß nicht 😉

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Trackbacks

  1. Herbst-Spaziergänge – unsortiert in 16:9 (3) | SvenMeierFoto

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