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Meiers Rückblick 19/11 in 100 Sekunden

1. Dezember 2019

November 2019: Der graue Monat. Manche nennen ihn auch den Trauermonat. Die einen trotz des 9. Novembers, andere deswegen. Bevor jemand tief Luft holt …: Es gab nicht nur den von 1989, auch den von 1938. Aber zumindest dieser November hatte auch ein paar Sonnentage.

Gewissermaßen ein Sonnentag war auch der 10. November mit dem Kompromiss der GroKo zur Grundrente. Vielleicht eher für die SPD als für die CDU, aber egal, es geht um die soziale Sache. Wie 2014 beim Mindestlohn. Und wie damals hagelt es wieder Kritik aus allen Richtungen: Den einen ist es zu wenig, den anderen zu viel. Ich sag’s mal so im Schäuble-Denglisch: „The second best ist besser als nothing!“ Dabei frage ich mich, warum in Deutschland ein Kompromiss eher als faul gilt, während Kompromisse in den nordischen Ländern als etwas Gutes gesehen werden? Sind deshalb in Skandinavien Minderheitsregierungen quasi an der Tagesordnung, während sie in Deutschland verpönt werden? Hängt das damit zusammen, dass die Skandinavier allgemein als glücklich & zufrieden gelten, während wir Deutschen diversen Studien zufolge irgendwo im Glücks-Nirgendwo der dauernden Nörgler rangieren? 😉 Übrigens: „Respektrente“, wie die Grundrente gerne von ihren Befürwortern genannt wird, wurde vorgestern von der GfdS zum Wort des Jahres 2019 gewählt, weil es sich „aus sprachlicher Sicht um die Neubildung eines Hochwertwortes in der politischen Debatte handelt, die der Selbstaufwertung durch Fremdaufwertung dient“. Ah ha!

Das hat mich gefreut:

Als bekennender Lesch-Fan finde ich es toll, wenn Wissenschaft verständlich mit Humor präsentiert wird, weil: Wissen hat noch nie geschadet. Meinetwegen kann es auch per Bild vermittelt werden, so wie bei Kindern. Oder wie mein alter Dozent zu sagen pflegte: „Bildlich gesprochen macht anschaulich.“

Dieses Bild vom Dienstag (26.) ist für alle die keine Möge haben, sich den 276-seitigen Monitoringbericht der Bundesregierung zu den bisherigen Folgen des Klimawandels in Deutschland durchzulesen. Dazu die Meldung der WMO vom Montag (25.), dass für 2018 im weltweiten Jahresmittel ein historischer Höchstwert von 407,8 ppm CO2 in der Erdatmosphäre gemessen wurde. Sorge bereitet der WMO demnach, dass der Anstieg zuletzt höher war als im Durchschnitt der letzten 10 Jahre. Alles nur Hysterie? Keine Panik auf der Titanic? Nun ja, was mit der Titanic passiert ist, wissen wir – am Rest können wir noch arbeiten.

So, nun habt eine schöne Adventszeit
und übertreibt es nicht mit dem Glühwein 😉

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6 Kommentare leave one →
  1. 1. Dezember 2019 09:51

    Respektrente ist für mich der passendere Begriff, auch wenn er nicht in das Verwaltungsdeutsch passt. Für Beamte ist ja selbst das Wort Rente schon ein Fremdwort. Sie zahlen nichts in die Rentenkasse ein und erhalten später ein weitaus höheres Ruhegehalt als Arbeitnehmer mit einer vergleichbaren Lebensarbeitsleistung. Gelle?
    Für zukünftige Generationen bräuchte es keine Respektrente, wenn es jetzt einen Respektmindestlohn geben würde. Das designierte SPD-Vorstandsduo Esken / Walter-Borjans fordert eine Anhebung, wie auch die Linken und Grünen, auf 12 Euro. Allerdings glaube ich nicht, dass die Groko daran scheitern wird. Nicht weil die CDU nachgibt, sondern weil Es/Wa-Bo zwar von der SPD-Basis gewählt worden sind und sicher auf dem Parteitag nächste Woche bestätigt werden, jedoch die amtierenden Platzhirsche wie Scholz, Weil und der gesamte Seeheimer Kreis eine andere Politikrichtung vertreten und kein Interesse am Ende der Groko haben.
    Mit diesem Wort zum Sonntag habe einen schönen 1. Advent!

    Gefällt 2 Personen

    • 1. Dezember 2019 11:55

      Moin. Ach ja. Die Dezimalsozikraten. Sollte ich es noch erleben, dass diese ehemalige Volkspartei wieder sozialdemokratische Politik machen will oder wird sie sich weiter selbst dezimieren? Dabei erkenne ich an, dass die SPD mit dem Mindestlohn, der Grundrente u. a. einiges durchgesetzt hat und mehr in der GroKo augenscheinlich nicht möglich war. Mit diesen Kompromissen kann ich auch noch leben. Aber viele andere Arbeitsfelder liegen für mich brach oder werden nur stückweise beackert.
      Zu deinem „Gelle?“ Meinetwegen können Beamte auch in die Rentenkasse einzahlen. So wie in anderen Ländern auch. Nur müssten dann die Grundgehälter der Beamten angepasst = erhöht werden und die Dienstherren (Bund, Länder, Gemeinden) müssten gleichermaßen ihren Anteil in die Rentenkasse einzahlen. Für den Fall höre ich schon den Aufschrei eines jeden Kämmerers. Für den Fall, das erwartet wird, dass Beamte von ihrem jetzigen Gehalt = ohne Erhöhung in die Rentenkasse einzahlen, werden Jobs im öffentlichen Dienst noch unattraktiver als sie ohnehin schon sind. Die Rufe nach der Beteiligung der Beamten an der Rente halte ich für weitgehend populistisch und für den Versuch, Arbeitnehmer und Beamte gegeneinander auszuspielen.
      Im Grunde brauchen wir doch eine grundlegende Reform des ganzen Renten-/Ruhegehältersystems. Und dann bin ich wieder bei dem, was ich eingangs „sozialdemokratische Politik“ nannte. Vielleicht sollte es darum gehen, dass die, die jeden Monat viel Geld auf ihr Konto überwiesen kriegen, sich davon auch mehr an der Solidargemeinschaft beteiligen?
      Das ist mein „Wort zum Sonntag“ 😉
      Viele Grüße in die Stadt mit dem Sitz meines Dienstherren und möge dessen Konto immer so gut gefüllt sein, damit er mir monatlich mein Ruhegehalt überweisen kann 😉

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