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Das perforierte Kondom

8. Dezember 2019

Ich finde Kompromisse gut – oder im Schäuble-Denglisch: „The second best ist besser als nothing!“ Grundsätzlich jedenfalls, denn es gibt Ausnahmen. Für mich jedenfalls. Manchmal ist es eine Frage des Systems, will ich links oder rechtsrum. Oder wie mein alter Kollege sagte:

Als Kompromiss zwischen mit oder ohne Kondom ein perforiertes Kondom zu nehmen, ist eine mindestens fragwürdige Entscheidung!

Heute Morgen blättere ich mich durch die Nachrichtenseiten und was ich über den SPD-Parteitag lese, erinnert mich doch sehr an den Kollegen-Spruch. Nun ja. Wie und was die neue Parteiführung anders und besser machen sollte, das ist auch fast überall zu lesen. Ach, ich >Ironie an< liebe >Ironie aus< diesen in die Berichterstattung einfließenden Kommentar-Journalismus.

Gleiches gilt für die UN-Klimakonferenz in Madrid (COP25). Eigentlich sollte es – folgt man der Wissenschaft – nur einen Weg geben, besser gesagt, auf dem jetzigen sofort abzubremsen.

Der Karikaturist Gerhard Mester hat das so gezeichnet. Bildlich gesprochen macht ja bekanntlich anschaulicher 😉 Aber nee, immer wird noch darüber debattiert, wie wirtschaftlich, sozialverträglich und finanzierbar welche Maßnahme ist. Warum fällt mir schon wieder das perforierte Kondom ein?

Und die Journaille mittendrin. Plus Dieter Nuhr, der wegen der radikalen Forderungen der Klimaschützer sogar den dritten Weltkrieg erahnt. Wahrlich: De klööksten Stüerlüüd sitt jümmers op’t Dröge!“
Noch schlimmer ist das beim Fußball. Da reicht ja null Wissen um mitreden zu können. Mittlerweile finde ich es amüsat, wie dieselben „Fachleute“ heute die Mannschaften bzw. Trainer verreißen, die sie gestern noch gehypt haben. Und das teilweise fernab der Sachlichkeit mit großer Häme. Dann wird der FC Bayern halt in diesem Jahr mal nicht Meister, Manchester City mit Guardiola auch nicht, dafür meinetwegen Leipzig mit Nagelsmann und Liverpool mit Klopp – so what? Muss man deswegen gleich die Systeme der nun mal nicht siegreichen Mannschaften in Frage stellen? Sinnigerweise haben die „Fachleute“, die sich dabei hervortun, oft weder als Spieler noch als Trainer Großes vollbracht. Wie gesagt: „Stüerlüüd up’t Dröge!“

So, nun habt noch einen schönen 2. Advent,
hier plästert dat und is bannig windig woorn.

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5 Kommentare leave one →
  1. 9. Dezember 2019 00:37

    Jetzt wollte ich mir deinen Link über den dritten Weltkrieg ansehen – aber da wollte doch die Zeitung gleich, dass ich sie als Ausnahme bei meinem Adblocker eintrage – hatte ich keine Lust dazu.
    Ich sollte lieber schlafen gehen und mit nicht über Politik ärgern.
    Schnarrrrrrrrrrrrrrrrrrrch!

    Gefällt 2 Personen

    • 24. Dezember 2019 08:34

      Moin Clara.
      Mit zwei Wochen Verspätung: Verpasst hast du bei dem Link nix. Mittlerweile verbuche ich solche Sprüche unter „typisch Nuhr“ und stelle für mich nach seinem Jahresrückblick im Ersten für mich fest, dass sich bei Nuhr alles nur um Nuhr dreht und ich eine etwas andere Vorstellung von Satire habe.
      Nun denn, habe stressfreie & frohe Weihnachtstage und komme gut ins neue Jahr. Bis denne, Grüße von der Ostsee!

      Liken

  2. 9. Dezember 2019 08:56

    Wird man, besser gesagt, wird frau mit einem löchrigen Kondom auch „nur“ ein bisschen schwanger?
    Bullshit!
    Die scheidende UBA-Chefin Krautzberger hat nun ein seit sechs Monaten unter Verschluss gehaltenen Vorschlag vorgelegt, um die im Verkehrssektor erforderlichen CO2-Einsparungen wenigstens halbwegs erreichen zu können: Sprit teurer, Pendlerpauschale streichen und 120er-Tempolimit auf Autobahnen.
    Was passiert davon? Nichts! Weil das so alles nicht geht, zu teuer, zu belastend für die Menschen.
    Die Mester-Karikatur trifft die Situation nur zu gut: Wir fahren auf den Abgrund zu und hätten schon längst gebremst haben müssen. Je später wir bremsen, desto stärker müssen wir das tun, um kurz vor dem Abgrund zum Stehen zu kommen. Wenn wir weiter lamentieren, wird es bald selbst für eine Vollbremsung zu spät sein.

    Gefällt 2 Personen

    • 24. Dezember 2019 08:36

      Moin. Ja. Vllt. stürzen wir sinnbildlich in dem Bus sitzend dann auch nur ein bisschen ab 😉
      Das wird dann nicht so schlimm, oder?
      Grüße von der Ostsee, habt frohe & stressfreie Weihnachtstage und alles Gute für zwanzigzwanzig. Bis denne!

      Gefällt 1 Person

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