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Meiers Rückblick 19/12 in 100 Sekunden

1. Januar 2020

Dezember 2019: Wenn ich auf selbigen Monat zurückblicke, ist das auch ein Rückblick auf das gesamte Jahr. Zum einen, weil in der christlich geprägten Welt die Weihnachtstage trotz aller Konsumsucht für ein wenig Besinnung sorgen, zum anderen, weil auf jedem Fernsehsender irgendwelche Jahresrückblicke zu sehen waren. Bspw. durfte VW-Boss Herbert Diess bei Maischberger erklären, dass SUVs trotz eines höheren CO2-Ausstoßes nicht so schlimm sind, denn letztlich würden die Kunden die Autos so wollen und damit die Wende zur E-Mobilität finanzieren. Außerdem brauchen wir kein Tempolimit auf Autobahnen, weil mit E-Autos würde man wegen des dann höheren Energieverbrauchs und somit geringerer Reichweite eh nicht schneller als 130 km/h fahren. Nun ja, für mich ist das Realsatire pur.
Als zweiten Rückblick habe ich mir den des Kabarettisten Dieter Nuhr angetan. Nachdem der zuletzt wegen seiner gar nicht so witzigen Witze über das Klima-Thema im Allgemeinen und Greta Thunberg im Besonderen den ein oder anderen Shitstorm über sich ergehen lassen musste, war ich gespannt. Mein persönliches Fazit: Nuhr dreht sich nur noch um Nuhr und wirbt nur noch für seine Quote von Nuhr im Ersten. Meine Vorstellung vom politischen Kabarett ist eine andere. Welch Kontrast ist da der süffisant-satirische Jahresrückblick Tilt! 2019 von Urban Priol (3SAT-Mediathek).

Überhaupt, das Klima-Thema war 2019 der Dauerbrenner. Nicht etwa begründet in politischer Weisheit, sondern weil junge Leute weltweit für ein besseres Klima, für ihre Zukunft demonstriert haben. Dabei konnte ich mich mitunter des Eindrucks vom nahenden Weltuntergang nicht erwehren, sollten wir Das Eins-Komma-fünf-Grad-Klimaziel verfehlen. Dazu eine Karikatur von Roger Schmidt. Nein, ich sehe auch den wissenschaftlich begründeten Ernst der Lage, aber zwischen schwarz und weiß gibt es bekanntlich eine breite Grauzone. Für 2020 wünsche ich mir mehr Verantwortungsbewusstsein und Sachlichkeit in der Debatte: Die war (!) und ist mir nämlich zu wichtig, um sie mit Hysterie oder Häme und fragwürdigen Witzen zu konterkarieren.

Allerdings leben die Medien gut mit dem Thema. Wenn bspw. tagelang darüber geschrieben wird, wie wo wann und warum überhaupt die Klimaaktivistin Greta Thunberg auf der Rückfahrt von der COP25 in einem deutschen ICE einen Sitzplatz hatte und wann nicht, dann fällt mir nichts mehr dazu ein. Inhalte? Nix, Hauptsache Klicks. Klickschlampeske Verkommenheit der Medien nennt das ein bekannter Meteorologe & Moderator. Ständig wird eine neue „Umwelt“-Sau durchs Dorf getrieben (dazu eine Glosse von Peter Ahrens auf SPON). Leider und wahrscheinlich wird sich an alledem auch in diesem neuen Jahr nicht viel ändern und 2020 wird genau so ein verwirrendes Jahr mit vielen sinnfreien Momenten, wie es die letzten auch waren. Machen wir das Beste draus! 😉

In dem Sinne: Alles Gute für zwanzigzwanzig!

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19 Kommentare leave one →
  1. 1. Januar 2020 10:29

    Freude schöner Götterfunken,
    Tochter aus Elisium,
    wir betreten sektbetrunken
    ein neues Jahr, Dezennium.
    Und in den zweitausendzwanziger Jahren wird alles besser. Bestimmt. Am ersten Tag des neuen Jahres ist mein Optimismus noch unerschütterlich.

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  2. giskoe permalink
    1. Januar 2020 10:32

    Bleib klar (wie immer) und genieß dein Leben! -> Alles gute für 2020 🙂

    Gefällt 2 Personen

    • 2. Januar 2020 11:56

      Moin Giskoe. Euch auch alles Gute für 2020. Und ich bin stets bemüht das Leben zu genießen. In vollen Zügen. Fahrkarten sind ja nun seit gestern billiger 😉
      Grüße von der Ostsee

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  3. 1. Januar 2020 12:48

    Auch Dir alles Gute fürs neue Jahr(zehnt). Behalt es mit Deinem kritischen Blick im Auge. 🙂

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    • 2. Januar 2020 11:58

      Moin eleucht, ja, danke, euch auch alles Gute. Und meinen Blick auf die Geschehnisse versuche ich auch ohne schärfende Sehhilfe beizubehalten 😉
      Grüße von der Ostsee

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  4. 1. Januar 2020 14:30

    Lieber Sven – von wegen in 100 Sekunden!!! Da hast du den Artikel mit den vielen Links weder geschrieben noch wir gelesen. Nie und nimmer kann ich alle Links aufrufen, aber den Priol habe ich mir für heute Abend vorgesehen und den Blog von Roger Schmidt abonniert. Viele „dumme“ Blogs muss ich aus meinem Feedreader löschen.
    Also: man sieht sich und liest sich

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    • 2. Januar 2020 12:04

      Moin Clara.
      Erstmal dir alles Gute und ich hoffe, Priol war nach deinem Geschmack.
      Nein, geschrieben habe ich den Beitrag in x-mal 100 Sekunden, als Entwurf, nämlich immer dann, wenn ich eine Idee hatte. Und wer so schnell liest wie einst Dieter Thomas Heck in der ZDF-Hitparade sprach, der schafft es vielleicht auch in 100 Sekunden – ohne Links 😉
      Bis denne, Grüße aus Scharbeutz!

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      • 2. Januar 2020 12:11

        „Bis denne“ ist angekommen – ich weiß gar nicht, was mir am besten gefallen hat bei Priol. Haben die eigentlich übers Ohr eine Souffleuse in petto, die notfalls helfen kann – denn so ein langes Programm kann doch kein Mensch auswendig lernen. Oder er bekommt immer nur Stichpunkte geflüstert und interpretiert dann frei. – War ein guter Tipp!

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      • 2. Januar 2020 12:22

        Nochmal Moin. Ich habe Priol schon mehrmals live erlebt. Er hat schon ein Manuskript, achte bitte mal auf die Kladde, die er mit reinbringt und die er auf das Pult legt. Da blickt er auch rein usw., nur sind diese Momente in den Fernsehaufzeichnungen raus geschnitten. Denn im Original dauerten seine Auftritte, soweit ich das beurteilen kann, rund 3 Stunden mit Pause, im Fernsehen sind es 90 Minuten.
        Der Tipp, gern geschehen 😉

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      • 2. Januar 2020 12:25

        Ich habe ihn schon mehrmals im Fernsehen gern gesehen – am Anfang habe ich über seine struppige Frisur geschmunzelt – aber über die Haare „definieren“ sich ja manche Künstler – z.B. der ??? von Zimmer frei, der exzellente Klavierspieler mit der Haartolle.

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      • 2. Januar 2020 13:03

        Götz Alsmann 😉 Jau. Ohne seine Tolle wäre Alsmann nicht Alsmann 😉

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      • 3. Januar 2020 01:10

        Hallo Sven, jetzt muss ich dir noch einmal für den Tipp danken. Offensichtlich habe ich beim ersten anhören und ansehen über die Hälfte verschlafen, weil ich so müde war. Und jetzt habe ich es von der ersten bis zur letzten Minute genossen und belacht. Einmalig schön. Aber das, was er ja alles beschreibt, ist natürlich nicht einmalig schön . Das ist noch nicht erstmal schön, sondern die Karre steckt wirklich ganz schön tief im Dreck.

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  5. 1. Januar 2020 14:43

    Dem ist nichts hinzuzufügen, außer, dass ich eine Umweltsau bin.
    Bin zwar vom Alter her Urgroßmutter und für die gilt das wohl nicht oder 😉
    Immerhin hab ich noch Stoffwindeln!!! per Hand gewaschen. Waschmaschine? Purer Luxus und man bedenke den CO2 Fußabdruck. 😉
    Ich bin mit den Kindern mitmarschiert, aber gerade hab ich die Schnauze voll und fahr mal ein bisschen im Hühnerstall Tretroller 😊
    Mach weiter so, Sven. Mein Lieblings Blogger!
    Und Happy New Year

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    • 2. Januar 2020 12:15

      Moin Brigitte.
      Dir auch alles Gute für das neue Jahr. Und nun ja, was der WDR mit der „Umweltsau“ gemacht hat, da mag jeder seine Meinung haben. Demnach bin ich als amtierender Opa ein „Umwelteber“. So what? Mit dem Wissen von heute wäre die alte Friedensbewegung vielleicht mehr eine Klimaschutzbewegung gewesen. Wer weiß? Jede Zeit hat eben seine Zeit. Heute bleibt uns nur das Beste für die Zukunft zu machen. Packen wir es an 😉
      Grüße von der Ostsee!

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      • 2. Januar 2020 14:35

        Du bist ein UmweltSaubär *lach*

        Saubär ist ein Begriff im Oberdeutschen Sprachraum insbesondere im Schwäbischen, Bairischen und Österreichischen und bezeichnet das unkastrierte, für die Zucht bestimmte, männliche Hausschwein (Eber)

        Grüße von der Weser!

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  6. 11. Januar 2020 10:25

    wünsche dir alles gute für die kommenden 20er::

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    • 11. Januar 2020 10:29

      Moin. Ach so. Und jetzt weiß ich, warum ich lieber Weißwein trinke: Der gibt keine Rotweinflecke 😉 Grüße von der Ostsee

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