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Naheliegende Antworten oder Aktionismus?

15. März 2020

Schutzanzug-Einkauf-Mrz2020-b

Dieses Bild wurde mir zugemailt und soll letzte Woche in einem Lübecker Einkaufsmarkt aufgenommen worden sein. In Zeiten von Corona denkt natürlich jeder erst einmal an eine übertriebene Schutzmaßnahme eines ängstlichen Bürgers. Genau so gut könnte es aber auch ein mit sonst was (bspw. MRSA) Infizierter sein, der seine Mitmenschen schützen will. Oder jemand, der eine Immunschwäche oder gar einen Immundefekt hat und sich von daher mit nichts anstecken darf, weil das fatal für ihn enden könnte. Die naheliegende Antwort muss also nicht immer die richtige sein.

In dieser Woche sind auch viele naheliegende Antworten auf die Fragen nach dem Umgang mit dem Coronavirus gegeben worden: Ab morgen bzw. übermorgen gibt es in ganz Deutschland quasi vorgezogene Osterferien und im Sport läuft nix mehr. Stillstand im wahrsten Sinne des Wortes. Die Arenen bleiben leer. Ebenso finden keine größeren Veranstaltungen mehr statt. Nicht nur bei uns in Deutschland, in unseren Nachbarländern ebenso. Begründet wird das damit, dass die mittlerweile berühmt-berüchtigte Viruskurve möglichst flach und nicht steil ansteigen soll, um so eine Überforderung unseres Gesundheitssystems zu vermeiden.

Darüber hinaus müssen teilweise, so wie hier in SH vorerst bis zum 19. April, Bars, Theater, Kinos, Museen, Schwimmbäder, und so weiter, schließen. Doch wie könnte es anders sein, es gibt auch Kritik an den vielen flächendeckenden Verboten und es wird von Aktionismus gesprochen. Bspw. erklärte vorgestern die Virologin Brinkmann im DLF, dass sich Deutschland nicht auf Dauer abschotten könne und wenn man „jetzt die Kurve in den Keller bekommt, schießt sie später vielleicht umso höher.“ Weil: „Das Virus ist ja nicht weg und es bringt im Moment nichts, das ganze Leben einzustellen.“
Anderseits gibt es auch Stimmen, die diese Entscheidungen für längst überfällig halten. Bspw. der fernsehbekannte Arzt Dr. Wimmer gestern im NDR in DAS!: „Noah hat seine Arche vor dem Regen gebaut. Wir stehen mittlerweile knöcheltief im Wasser und fangen an nach Holz zu suchen!“ Wäre es nach Dr. Wimmer gegangen, hätten schon die vielen Fastnachtsveranstaltungen im Februar abgesagt werden müssen. „NRW ist heute das Bundesland mit den meisten Infizierten und Toten.“ Als Dr. Wimmer bereits am 1. Januar bei Maybrit Illner vor laufenden Kameras vor den Gefahren des Virus warnte, wurde er noch von Bundesgesundheitsminister Spahn gemaßregelt. Nun ja, heute weiß es sicher nicht nur der Minister besser. Hoffe ich.

Irgendwann wird der Albtraum vorbei sein und wir werden die Lehren aus dieser Pandemie ziehen, statt darüber zu streiten. Aber erst einmal wird unser Leben mehr oder weniger eingeschränkt sein und uns große Sorgen bereiten. Nein, nicht nur wegen des Virus, sondern ganz banal auch aus wirtschaftlichen Gründen mit existenziellen Auswirkungen. Unsere Bundesregierung hat zwar schnell viel auf den Weg gebracht, das ist auch gut so, aber dies Maßnahmen werden nicht allen helfen (können).
Ich drücke die Daumen, dass alle möglichst gesund und unbeschadet durch die nächsten schwierigen Wochen kommen!

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13 Kommentare leave one →
  1. giskoe permalink
    15. März 2020 10:33

    Wenn keiner rausgeht, die Sonne einfängt, in der freien Natur mal richtig durchatmet, kann keiner sein Immunsystem stärken. Denn nur ein starkes Immunsystem kann Abwehrkräfte gegen Viren entwickeln!
    Also runter von der Couch, Computer und Fernseher aus und raus. Raus in die Natur! Ihr habt dort an der Küst wenigstens noch Salz in der Luft. Die reinigt die Nase!
    Und danach einen… 🙂 (wie immer)

    Gefällt 1 Person

    • 15. März 2020 10:36

      Moin, genau! Aber so was von! 😉
      Ich war draußen. Bin gerade dabei die Bilder für meinen Fotoblog fertig zu basteln.
      Und danach, richtig, du deinen … und ich einen Rum mit Tee 😉
      Grüße von der Ostsee – und bleibe gesund!

      Gefällt 1 Person

      • giskoe permalink
        15. März 2020 10:39

        Jo, geht gleich zur zweiten Runde raus 🙂

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  2. 15. März 2020 12:18

    In England geht man einen anderen Weg. Ob der richtig ist, kann natürlich niemand sagen. Aber Donald Trump hat die Briten beim Einreisestopp ja ausdrücklich ausgenommen.
    https://www.zeit.de/politik/ausland/2020-03/boris-johnson-coronavirus-grossbritannien-massnahmen-epidemie?utm_source=pocket-newtab

    Gefällt 1 Person

    • 15. März 2020 12:37

      Moin! DANKE FÜR DEN LINK!
      Ich hatte bisher nur gelesen, dass dieser Weg auch diskutiert wird. Irgendwann werden wir vielleicht mal wissen, wer wie am besten, sinnvollsten mit der Krise umgegangen ist.
      Grüße aus Scharbeutz

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      • 16. März 2020 12:39

        Riskant sind beide Wege. Nach jetzigem Erkenntnisstand ist ja wirklich noch nicht sicher, ob man nach überstandener Infektion tatsächlich immun gegen das Virus ist. Außerdem müsste man die sogenannten Risikogruppen besonders schützen.
        Hier ist ja auch nicht jeder getestet. Viele zeigen keine Anzeichen einer Infektion, können das Virus aber unentdeckt mit sich schleppen. Man kann sich ausrechnen, wie viele Menschen sie in ein, zwei oder gar vier Wochen anstecken können. Beim exponentiellen Wachstum geht das in die Tausende. Dann kann das Virus auch Wochen nach Beendigung der Maßnahmen noch immer aktiv sein und alles von vorn losgehen. Es wird ja eh damit gerechnet, dass rund 70 Prozent der Bevölkerung angesteckt werden. Verlangsamung macht Sinn, um die Kliniken nicht zu überlasten. Andererseits sind bei vielen Menschen die Krankheitssymptome harmlos. Ist wirklich nicht einfach, da ausgewogen zu reagieren. Und dann muss man noch den gesunden Menschenverstand in diese Gleichung einbeziehen ….

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  3. 16. März 2020 01:07

    Du: „dass alle möglichst gesund und unbeschadet durch die nächsten schwierigen Wochen kommen!“ Danke gleichfalls!

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