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CV-Tagebuch 03-19-2020

19. März 2020

Liebes Tagebuch …

Moin. Nee, ich lass mal den Quatsch, aber mir fällt gerade auf, dass ich a) seit über einer Woche fast täglich etwas zu dieser krisenhaften CV-Geschichte schreibe und b) das gar nicht wollte. Zumindest ist es mir gestern gelungen, das böse CV-Wort nicht in die Tastatur zu tackern, obwohl der ganze Beitrag davon handelt.

Warum ich das mache? Vielleicht weil ich gerade viieel Zeit habe? Ja, nee, das auch. Aber irgendwie sind diese Beiträge für mich auch so etwas wie ein Tagebuch. Also für mich persönlich – und wer möchte, der kann daran teilhaben.

Es ist leer geworden, hier bei uns in Scharbeutz (Bild von gestern), insgesamt an der Küste. Einreiseverbot für Touris nach SH! Wenn ich noch an das letzte Wochenende denke, oh ha, wer hätte das gedacht? Nein, anders rum wird ein Schuh draus: Wegen des letzten WE ist es hier nun so ruhig.

Nun hat hier wirklich (fast) alles dicht. Gestern kam die Absage aus dem Filou (Bild vom letzten Sonntag), dass sie uns zwar am Sonntag gerne bewirten würden, aber nicht dürfen. Allerdings hatten unsere zur Ü70-Risikogruppe gehörenden Bekannten da bereits signalisiert, unser geplantes Essen lieber zu verschieben. Ja, besser ist wohl. Und ich hatte mich schon so auf ein Steak vom heißen Stein gefreut 😉

Doch nun im Ernst: Auf mein Steak kann ich gerne verzichten, schlimm wird das für viele Leute hier. Sicherlich anderswo auch, aber das habe ich quasi vor meiner Haustür: Die Region lebt hier vom Tourismus und nach den einnahmeschwächeren Wintermonaten sind bei vielen Geschäftsleuten usw. die Kassen nicht mehr so gut gefüllt. Statt dass jetzt wieder Geld rein kommt, entfällt das gesamte Ostergeschäft, null Urlauber, null Einnahmen. So gerechtfertigt die Maßnahmen zum Schutz der Bevölkerung auch sind, genau so gerechtfertigt sind die Existenzängste vieler Menschen. Das sind nicht nur von einer Insolvenz bedrohte Geschäftsleute, dass sind auch viele Arbeitnehmer, die eh kein üppiges Gehalt haben und nun mit dem erheblich geringeren Arbeitslosen- oder Kurzarbeitergeld kaum über die Runden kommen. Und so weiter, und so weiter. Wir können jeden Tag beten, dass das Ende bald absehbar ist.

Also: versucht gesund & munter zu bleiben –

und immer schön die Hände waschen!

Mit Waschlotion! 30 Sekunden lang!

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12 Kommentare leave one →
  1. 19. März 2020 12:42

    Moin Sven,
    bei uns wird es auch immer ruhiger, viele Geschäfte mussten schließen und gestern wurden auch die Kinderspielplätze gesperrt.
    Gestern sicherte unsere Angela ja allen Geschäften usw, die durch die Krise sehr gebeutelt werden Hilfe zu. Na denn mal sehen und bleib schön gesund!
    Liebe Grüße von Hanne

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    • 21. März 2020 09:51

      Moin Hanne, liebe Grüße zurück und bleibe auch gesund.
      Im Süden bei euch scheint es ja noch eine Spur schlimmer zu sein als bei uns im „echten Norden“. Bei uns im Kreis Ostholstein, ich habe eben nachgeschaut, ist die Zahl mit 12 Infizierten, bei über 200.000 Einwohnern, noch überschaubar. Aber wir wissen alle, dass das so nicht bleibt.
      Und ja, ich drücke auch allen Geschäftsleuten usw. die Daumen, dass sie die nötigen wirtschaftlichen Hilfen auch wirklich kriegen.
      Grüße aus Scharbeutz, bleibe munter!

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  2. 19. März 2020 14:12

    auch unsere Region lebt vom Tourismus. Traurig, wenn auch gerechtfertigt.
    Andere Berufsgruppen dagegen könnten Unterstützung brauchen. Hörte gerade im Radio, dass die Polizei/Ordnu gsämter verstärkt die Einhaltung der Anordnung zuhause zu bleiben, also Restaurants, Eisdielen, Spielplätze,… etc. verstärkt kontrollieren sollen. Da kam mir das Gespräch auf Arbeit von Gestern ein. Ein gesunder junger Mann, der nun aufgrund der C-Kiese nicht mehr an seinen Arbeitsplatz dem Büro der Bundeswehr zurück darf….. wir „regen uns auf“… können diese Menschen, gesund, jung, kein „home office“, nicht zur Risikogruppe gehörend nun nicht eingesetzt werden, um Polizei, Zoll, Pfegekräfte, die Tafeln, die aufgrund von ehrenamtlichen Mitarbeiter in der Risikogruppe schließen müssen, unterstützen?!
    Wir müssen, obwohl wirklich an der Belastbarkeitsgrenze, weitere Patienten im Pflegedienst auf nehmen, da die Krankenhäuser geräumt werden…..
    Dank komplizierter deutscher Bürokratie wird die Kriese auf dem Rücken einzelner Berufsgruppen ausgetragen.
    Erwähnenswert dagegen, Studentengruppen die die Tafeln am Laufen halten. Spontan und freiwillig organisiert 👍 da ziehe ich meinen Hut und mache einen Knicks 👍👍
    vielleicht gerade etwas zu schwarz gesehen,…..
    …. naja, mal sehen…..

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    • 19. März 2020 14:42

      … ich möchte nichts pauschalisieren,…. und dennoch erregt manches meinen Unmut….

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      • 19. März 2020 17:06

        oh… ich höre gerade die BW kommt zum Einsatz 👍

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      • 21. März 2020 10:01

        Moin Smilane. Unmut, ja, verständlich. Ich denke, auch weil es viel Unsicherheit über und so weiter gibt. Und manche Nachrichtenseite scheint mir eher an Klicks als an einer sachlichen Darstellung der Lage interessiert zu sein.
        Die Bundeswehr ist sicher ein, ich zitiere einen der nun ständig präsenten Virologen, „ein schlafender Riese und kann nötigenfalls noch viel helfen.“ Gut so. Und ja, viele sind zurzeit ohne Arbeit und so wie ich gehört habe, wollen die auch helfen. Vielleicht simpel auch, um Geld zu verdienen. Auch in der Landwirtschaft, wo nun situationsbedingt viele Erntehelfer aus den östlichen EU-Ländern fehlen. Aber auch beim UKSH sollen sich viele Hilfsbereite gemeldet haben.
        Hoffen wir, dass wir alles halbwegs gut überstehen.
        Bleibe gesund & munter.
        Grüße aus Scharbeutz

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  3. 19. März 2020 18:11

    Unsere Region lebt zu einem großen Teil auch vom Winter-Tourismus. Damit war’s in diesem Winter ja auch nichts. Nun verschärft sich die Lage noch mehr.
    Finde es gut, was und wie Du dieser Tage zum Thema schreibst. Man kann gut vergleichen und sieht recht deutlich, dass wir eben im Gegensatz zu Frankreich, Spanien usw. kein Zentralstaat sind. Die Unterschiede zwischen den Bundesländern sind doch teilweise recht groß. Hier in Sachsen sind Gaststätten z. T. noch geöffnet, wenn auch eingeschränkt und mit hygienischen Auflagen. In der Zeitung heute kamen ein paar Gaststättenbesitzer zu Wort, an denen der Umsatzrückgang auf Grund der ausbleibenden Gäste natürlich nicht spurlos vorübergeht. Kann sein, dass es nur eine Frage der Zeit ist, bis auch hier die Restaurants schließen. Vielleicht laufen wir zeitlich ein bisschen hinter euch her. Auch in Franken sind teilweise schärfere Restriktionen in Kraft, Ausgangssperren beschränken sich aber auf einzelne Landkreise oder Städte. Es ist vielleicht ein Vorteil des Förderalismus, dass man alle Maßnahmen an die tatsächlichen Verhältnisse in einer bestimmten Region anpassen kann. Aber was ist heute schon sicher? Alles Gute noch und viele Grüße aus Sachsen.

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    • 21. März 2020 10:10

      Moin Eleucht.
      Au ja das klingt auch nicht gut. Du hast vor zwei Tagen geschrieben, wie sieht es heute aus? Im Moment gilt ja oft heute nicht mehr was gestern noch galt. Ein föderalistischer Regel-Flickenteppich.
      https://sven2204.wordpress.com/2020/03/21/cv-tagebuch-03-21-2020-danke/
      Was ich so mitkriege, trägt dieser Föderalismus eher zur Verunsicherung der Bevölkerung bei. Es gibt einige lesenswerte Kommentare mit der Aussage, die Menschen würden sich eine klare und vor allem einheitliche Ansage wünschen.
      Nun denn, morgen wollen ja offensichtlich die Kanzlerin und die 16 Ministerpräsidenten darüber sprechen …, warten wir es ab.
      Grüße aus Ostholstein nach Sachsen! Bleibe gesund & munter!

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  4. 20. März 2020 00:05

    Die Prognosen von Virologen sehen ja leider nicht rosig aus. Der Höhepunkt soll erst Juni bis August sein – das halten viele finanziell nicht durch, die meisten Kranken werden wieder gesund, aber die Erwerbslosen sind besonders hart getroffen.

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    • 21. März 2020 10:17

      Moin Clara.
      Ja, es gibt so einige Prognosen. Unkommentiert können die auch mehr zur Verunsicherung beitragen. Für seriös halte ich die Virologen, wenn sie dazu auch die Grundlagen erklären, nämlich dass so manche Zahl, mit der sie heute arbeiten, auf Schätzungen beruht. Und so weiter. Ein Schmunzeln kann ich mir hingegen manchmal nicht verkneifen, wenn Politiker auf das Primat der Wissenschaft verweisen und Wissenschaftler sagen, dass sie nur beraten, die Politik aber die Entscheidungen zu treffen habe. Manchmal hat das für mich so was von „den schwarzen Peter hin und her schieben“.
      Aber wie so „Peter“ und welcher? Und wie so „schwarz“?
      Egal, Hauptsache du / ich / wir bleiben gesund & munter!
      Grüße aus Scharbeutz!

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