Zum Inhalt springen

CV-Tagebuch 03-21-2020 [DANKE!]

21. März 2020

Moin liebe Leute da draußen. Ich habe mich dieser Tage mit mir selbst arrangiert. Das ist für die nächste Zeit meine Verbindung zur Außenwelt: PC & Laptop. Allerdings würde ich mir ungern meine Spaziergänge am Strand verbieten lassen.

Auch unsere Lebenshilfe hat ihre Betreuung eingestellt und damit bin ich arbeitslos. Also im übertragenen Sinne. Als Rentner hat Mann ja sein Auskommen mit dem Einkommen und so lange das Land Niedersachsen mir mein Ruhegehalt zahlt, will ich nicht jammern. Viele Menschen hingegen haben wirklich Grund zur Sorge, die wissen im Moment noch nicht, wie und ob sie bspw. im nächsten Monat ihre Miete bezahlen können. Und so weiter.

Dieses Bild hat mir eine Bekannte geschickt. Sie ist Intensivfachpflegekraft und sie hat Angst vor dem was noch kommt! Das glaube ich sofort. Und es ist an der Zeit jetzt schon allen

DANKE!

zu sagen. Danke allen, die jetzt für uns da sind. In den Krankenhäusern, in den Einkaufsmärkten, bei Polizei & Feuerwehr, im Bäckerladen um die Ecke, den Lkw-Fahrern, und so weiter, und so weiter. Bitte macht es all denen nicht noch schwerer als sie es ohnehin schon haben! 

Das sagte gestern ein Marktmitarbeiter angesichts der leeren Regale. Er versicherte, es sei genügend Ware da. Aber eben nicht hier im Markt, weil a) viele Kunden unverhältnismäßig viel einkaufen würden und b) dadurch ein Logistik-Problem entstanden sei: Die Speditionen kommen schlicht nicht mit den Belieferungen hinterher.

Tja, Snoopy und Charly Brown haben vielleicht recht. Anderseits bin ich wohl zu naiv um zu kapieren, warum das so ist, warum Menschen immer noch so unvernünftig sind und sich nicht an die vorgegebenen Regeln halten. Aber zweierlei habe ich gestern gelernt: Eine Ausgangssperre ist nicht gleich eine Ausgangssperre und eine Ausgangsbeschränkung schon gar nicht. Was in welchem Bundesland gilt, der Föderalismus macht es möglich, weiß ich nicht. Bei dem Regel-Flickenteppich habe ich den Überblick verloren. Dazu kommt, dass das, was gestern galt, heute schon überholt sein kann. Und ich habe gelernt, dass alle Zahlen mit Vorsicht zu genießen sind:

Halbwegs aktuell-realistisch sollen die Angaben der Johns-Hopkins-Universität sein, das Bild ist von heute Morgen. Allerdings ist die Grundlage in jedem Land anders und wie ehrlich Daten dort veröffentlicht werden, ist so ein Punkt. Wissenschaftler gehen deshalb von entsprechenden Dunkelziffern aus. Wie auch immer, zumindest die Tendenz stimmt. Für die, die das interessiert 😉
So, ich werde nun mein Tagebuch schließen und ich wünschen allen – trotz alledem – ein schönes Wochenende. Bleibt gesund, oder werdet es. Seid bitte vorsichtig und haltet euch vor allen Dingen an die Regeln!

739

9 Kommentare leave one →
  1. 21. März 2020 09:59

    Ein ganz besonders guter und interessanter Beitrag, lieber Sven!
    Bleib auch du bitte gesund und machen wir das Beste aus allem, gelle.
    Liebe Grüße von Hanne

    Gefällt 2 Personen

    • 21. März 2020 10:37

      Moin Nr. 3 heute 😉
      Ach ja Hanne, 1. bleiben wir gesund und 2. schaffen wir das alle. Irgendwie. Wir dürfen uns nur nicht verrückt machen lassen.
      Wir lesen uns, liebe Grüße!

      Liken

  2. 21. März 2020 11:53

    Kiek in de Sünn und nicht in’t Muuslock.
    Auch wenn’s gerade schwer fällt.
    Alles Gute für dich und deine Leser.
    Bleibt gesund!

    Gefällt 1 Person

  3. 21. März 2020 18:44

    Hallo Sven, da gehören wir wohl irgendwie zu den Privilegierten, wenn wir zwar alt oder krank sind, aber durch die Rente doch ein gesichertes Einkommen haben.
    Die offiziellen Zahlen – egal von wem veröffentlicht – werden bestimmt sehr viel höher sein, da ja viel zu wenige getestet werden.
    Das mit den Engpässen von Klopapier könnten die Märkte doch generell regeln durch Beschränkung: Da darf eben nur jeder eine Packung nehmen. Braucht er unbedingt mehr, muss er eben noch einmal einkaufen. – Da habe ich durch die DDR sehr gute Vorerfahrungen – da war ja immer alles wirklich knapp und es wurde einigermaßen gleichmäßig aufgeteilt.
    Mach’s gut und lasse uns auch noch nächste Woche gesund kommentieren.

    Gefällt 2 Personen

    • 31. März 2020 17:50

      Ja Clara. Auf alle Fälle. Meine Freundin ist froh, wenn sie ohne Kurzarbeit durch die Zeit kommt. Die fehlenden 40% würden weh tun, selbst wenn vielleicht in der Zeit ein paar Euro Wohngeld fließen würden.
      Viele Menschen müssen jetzt sehen wie sie über die Runden kommen. Bspw. alle die, die sich als Minijobber noch ein paar Euro zu verdient haben: Studenten hier in der Gastronomie und Geschäften, Rentner im Tourismusbereich, usw.. Bleibt nur zu hoffen, dass sie auch ohne Zuverdienst ihr Auskommen mit dem Einkommen haben.
      Ich hätte gerade jetzt in dieser und nächster Woche einen 12-Tage-Vertretungsjob gehabt. Man hatte mich gefragt, schon vor langer Zeit, und weil ich damit einen Gefallen tun konnte, habe ich zugesagt. Aufwandsentschädigung: 1.680 Euro. Nur gut, dass ich die noch nicht einmal gedanklich irgendwie verplant hatte. Ich kenne aber Betreuerkolleginnen, denen tut die Einstellung der LH-Tätigkeiten sehr weh.
      Na ja, lass uns trotz alledem immer hübsch munter bleiben!

      Liken

Trackbacks

  1. CV-Tagebuch 03-21-2020 [Nachtrag] | Sven Meier erzählt
  2. Das letzte März-Dutzend | SvenMeierFoto
  3. Meiers Rückblick 20/03 in 100 Sekunden | Sven Meier erzählt

Kommentar verfassen

Trage deine Daten unten ein oder klicke ein Icon um dich einzuloggen:

WordPress.com-Logo

Du kommentierst mit Deinem WordPress.com-Konto. Abmelden /  Ändern )

Google Foto

Du kommentierst mit Deinem Google-Konto. Abmelden /  Ändern )

Twitter-Bild

Du kommentierst mit Deinem Twitter-Konto. Abmelden /  Ändern )

Facebook-Foto

Du kommentierst mit Deinem Facebook-Konto. Abmelden /  Ändern )

Verbinde mit %s

This site uses Akismet to reduce spam. Learn how your comment data is processed.

%d Bloggern gefällt das: