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Meiers Rückblick 20/06 in 100 Sekunden

1. Juli 2020

Juni 2020: Zurückblickend ist das der Monat, in dem wir statt Urlaub – aus Gründen – was anderes gemacht haben. Siehe Fotoblog Statt Urlaub I / II / III / IV. Nun ja, besser als nix 😉

Was ist sonst noch so bei mir haften geblieben?

Die Rassismus-Debatte. So traurig die auch ist, für mich ist das eine never ending Story. Und #BlackLivesMatter wurde auch nicht erst 2020 kreiert. Solange ich denken kann, solange gibt es Rassismus in seinen unterschiedlichsten Formen. Isso. Nur wird niemand als Rassist geboren. Nein, wer sich heute rassistisch – per Definition – verhält, der hat es aus seinem Umfeld so erfahren. Wenn die ältliche Oma ihre Enkelkinder auf dem Spielplatz ermahnt, „Lass mal die Negerkinder alleine spielen“, dann muss man sich nicht wundern.

Wasch mich, aber mach mich nicht nass! Ach ja. Der Waffenhersteller Sig Sauer hat in Eckernförde seinen Betrieb vorläufig eingestellt und will dem Vernehmen nach Deutschland verlassen. Grund sind in einem Verfahren wegen nicht genehmigter Waffenexporte sichergestellte Vermögenswerte in Millionenhöhe. Die nun drohenden Entlassungen rufen natürlich die Arbeitnehmervertreter auf den Plan. Ja, was denn nun? Arbeitsplätze und Waffenexporte oder die Firma macht hier dicht, produziert zukünftig in den USA und exportiert von dort aus. Diese Gretchenfrage gilt auch für andere Bereiche. Der Wegfall von Arbeitsplätzen ist ja immer so ein Totschlagargument. Unabhängig davon machen sich langsam die wirtschaftlichen Auswirkungen der Coronakrise bemerkbar. Nur ein Beispiel, Karstadt: In Lübeck ist nach 136 Jahren Schluss. Was ich nicht wusste: Die 1884 eröffnete Filiale ist/war nach Wismar 1881 das zweite Karstadt-Haus überhaupt.

Last but not least: die Corona-Warn-App. Weil es ständig irgendwelche neuen Meldungen über Infizierte gibt, würde ich es gut finden, wenn jeder Smartphone-Besitzer die App auf seinem Gerät nutzen würde bzw. könnte. Doch das muss jeder selbst wissen. Zwei Meldungen haben mich allerdings ein wenig irritiert:
1.) Pi mal Daumen ist das Verhältnis von Google-Android zu Apple-iPhones 75 zu 25 Prozent, bei den Downloads der App aber 50 zu 50. Hm, was sagt uns das?
2.) Eine Zeitung hat ihre Leser abstimmen lassen, Corona-Warn-App ja oder nein. Rund 60 Prozent haben wegen Datenschutz dagegen gestimmt. Die Abstimmung lief über Facebook. Noch Fragen?

So, ich verabschiede mich nun für die nächsten Wochen, wie jedes Jahr, in mein Sommerloch. Bis Anfang August. Bleibt gesund & munter und lasst euch nicht verrückt machen. Es gibt schon genug Menschen, deren Verhaltensweisen bestenfalls psychoanalytisch zu erklären sind!

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16 Kommentare leave one →
  1. 1. Juli 2020 10:33

    Schönen Urlaub und bleib gesund!

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    • 5. Juli 2020 09:05

      Moin Brigitte.
      Bleibt auch gesund – obwohl morgen Abend ein außergewöhnliches Herzkasper-Risiko bestehen könnte. Wegen #Werder 😉
      Na ja, Urlaub war ja schon. Wir werden die nächsten Wochen in Ostholstein bleiben und einfach nur faulenzen 😉
      Grüße nach Bremen!

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  2. 1. Juli 2020 18:15

    Genieß die Zeit in Deinem Sommerloch. 🙂

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  3. 4. Juli 2020 09:28

    Ich wünsche dir schöne Tage in deinem Sommerloch. Allerdings haben wir hier zurzeit mehr Loch als Sommer; und aus dem Loch läuft Wasser, sprich es regnet.

    Zu dem „Wasch mich …“: Es geht immer um Arbeitsplätze. Das ist auch das Druckmittel eines jeden Regionalfürsten. Dabei ist es denen egal, was das für Arbeitsplätze sind: Ob, wie bei Sig Sauer Waffen produziert und verbotenerweise exportiert werden, ob das, ganz aktuell, Arbeitsplätze im Tagebau sind und die abgebaute Braunkohle die Luft CO2 verdreckt, in der Autoindustrie, wo für E-Autos weniger Arbeitskräfte im Motorenbau gebraucht werden, in den Schlachtbetrieben a la Tönnies, …, usw.!
    Wenn alle diese Arbeitsplätze, die ethisch-moralisch anrüchig sind, wegfielen, dann hätten wir ein großes Problem in Deutschland. Aber ein ganz großes. Vieles, was für uns heute selbstverständlich ist und was wir liebgewonnen haben, wäre dann schlichtweg nicht mehr finanzierbar.
    Ich bitte alles Zeigefingererheber das immer zu bedenken.
    Grüße aus dem Regenloch!

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    • 5. Juli 2020 09:10

      Moin. Ja hier ist das Wetter auch feucht, was im Hinblick auf Corona und die Touris auch seine Vorteile hat 😉
      Der Rest, na ja, das war schon immer so und wird sicher auch so bleiben. Den Menschen ist nun mal das Hemd näher als die Hose 😉

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  4. Albert permalink
    4. Juli 2020 12:58

    Ich bin nach Wochen der Abstinenz mit Reha und so wieder mal hier.
    Rassismus ist eine „never ending story“?
    Solange Menschen / Gastronomen den Roma gegenüber nicht den nötigen Respekt erbringen und weiterhin „Zigeunerschnitzel“ in ihrer Speisekarte stehen haben, solange kann ich das nur bejaen. Wenn die Roma das explizit nicht möchten, warum sagt / schreibt man das dann? Weil man sich nicht für Minderheiten interessiert oder weil die einem egal sind?

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    • 5. Juli 2020 09:15

      Moin. Schön. Ich hoffe, alles ist gut.
      Ja, über das „Zigeunerschnitzel“ stolpert man immer wieder mal, neulich im Harz erst wieder, hier bei uns in OH eher weniger bis nicht.
      Ich habe mal die These vertreten, dass es nicht darauf ankommt, was man als Begriff sagt, sondern wie es gemeint ist. Allerdings, und das erkenne ich mittlerweile an, ist auch wichtig, wie das Gesagte von anderen bzw. Betroffenen verstanden werden kann. Und darauf sollten wir Rücksicht nehmen.

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  5. 5. Juli 2020 17:13

    Hallo Sven, „Lass mal die Negerkinder alleine spielen“, dann muss man sich nicht wundern.“ Wenn ich allein Bemerkungen von Leuten aus meinem Haus bedenke, denen es bis auf wenige Ausnahmen sehr, sehr gut geht, dann weiß ich, was in manchen Köpfen los ist. Alles, was im Haus schlecht läuft, sind angeblich die Ausländer – und im Laufe der Zeit haben wir wirklich einige davon. Die Wohnungsbesitzer vermieten die Wohnungen – und vielleicht finden sie nicht ihre „Wunschmieter“.
    Dann schöne Zeit bis August, meine Mail kommt immer noch 🙂

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    • 6. Juli 2020 08:25

      Moin 3. Ja Clara, so ist das Leben auf dem Lande. Da wird noch von Negerkindern gesprochen, Behinderte sind per se krank und der Tod kann folglich auch das beste sein, und überhaupt, im 3. Reich war auch nicht alles schlecht.
      Wenn „Sven Meier erzählt“ wünscht sich der Herr Meier mitunter, er hätte sich solche Geschichten ausgedacht und seine Leser/Hörer wüssten, dass es so etwas nicht mehr gibt, dass es sich um eine Glosse handelt – aber nee: Das ist die Wirklichkeit.
      Weil ich gestern erst wieder so ein Erlebnis hatte, schreibe ich darüber vielleicht mal einen Beitrag. Aber erst, wenn ich wieder aus meinem Sommerloch gekrochen bin 😉

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      • 6. Juli 2020 14:23

        … und jetzt fehlt nur noch die Meinung der Leute über Schwule und Lesben? Sind die alle krank, aber heilbar. Sind sie alle vom Teufel besessen oder werden die etwa gar toleriert?

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  6. 5. Juli 2020 17:15

    Ich nochmal. Ich habe die App – aber es befremdet mich sehr, dass wohl nur Kontakte gemeldet werden, die ca. 10 bis 15 Minuten bestanden haben. Das kommt bei mir sogar im Bus nicht vor, weil ich mir dann einen anderen (Steh-)Platz suche. Bisher sollen sie nur 300 Meldungen haben – und das für 20 Millionen??? Alles sehr fraglich.

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    • 6. Juli 2020 08:32

      Moin (4) Clara.
      Mit den Zeiten, nun ja, vielleicht möchte man auch nicht die Pferde scheu machen. Ich denke mal, diese min. 10 Minuten ist die Zeit, wo eine Ansteckung wahrscheinlicher ist, als wenn man nur 1 Minuten neben einem Infizierten stand. Dann würde es wohl zu viele Meldungen geben, die sich im Nahhinein als negativ herausstellen. Vielleicht würde das auch das System überlasten. So jedenfalls erkläre ich mir das.
      Was mich allerdings wundert, nach all der Kritik, dass die App so spät kommt, dass bisher so relativ wenige Leute die App installiert haben. Das allein stellt für mich die Wirksamkeit in Frage.

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      • 6. Juli 2020 14:21

        Nicht nur das späte Auftauchen der App – auch die vielen Nicht-Möglichkeiten zur Installation und bisher nur 300, in Worten dreihundert – gemeldete Infektionen. Und dafür 20 Millionen in den Sand gesetzt?

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  7. 7. Juli 2020 17:07

    Sven, ich will nicht per Mail nachfragen: Ist mein gestriges langes Geschreibsel wirklich bei dir angekommen oder in deinem Spamordner gelandet? Es wäre mir schade um die vielen Tastendrücker. – Dass du diesen Kommentar bekommst, das weiß ich, dann kannst du notfalls nachgucken.
    Tschüss

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