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#ChampionsLeague2020 – #PSGFCB – the winner is: #Qatar – and losers are #HumanRights

23. August 2020

Heute Abend geht es um die Krone im Europäischen Fußball. Das ZDF überträgt, so weit ich weiß. Selbst Nicht-Bayern-Fans werde dann den Münchenern die Daumen drücken. Geht es doch auch darum, dass es eine mit katarischem Geld zusammen gekaufte Millionentruppe allein aus moralischen Gründen überhaupt nicht verdient hat, Champion zu sein. Und das Financial Fairplay? Ha ha. Zuletzt hat ManCity unter Beweis gestellt, dass das ein Papiertiger ist. Der CAS hat entschieden, dass die Engländer trotz … nicht von den Champions League ausgeschlossen werden. Alles sehr merk- und fragwürdig!

Zurück zu heute Abend: Paris Saint-Germain, also PSG, gehört seit 2011 quasi dem Staatsfond des Emirats Katar. Ziel all dessen ist Sportswashing: Das Ansehen des Landes soll durch den Sport und damit verbundene positive Berichterstattungen verbessert werden. Dafür bietet das Champions-League-Finale – mit einer weltweiten TV-Übertragung – die perfekte Bühne.

Katar hat es auch nötig. Dort werden nicht nur die Menschenrechte bekanntermaßen mit Füßen getreten, und zwar ordentlich, der Staat steht auch wegen der vermeintlichen Unterstützung radikalislamischer Gruppen in der Kritik. Seit 2017 wird er deshalb von den wesentlichen Staaten der Region boykottiert. Kein Wunder also, dass sich die Katar-Araber ihre Reputation einiges kosten lassen. Aber – ich wette – all das wird heute Abend bei der Übertragung kein Thema sein. Sportswashing funktioniert: Was interessieren die Menschenrechte, wenn Fußball gespielt wird?

Und was hat der FC Bayern damit zu tun? Oh ja, so einiges. Seit Jahren machen die Münchener mit den Katarern gute Geschäfte, kassieren Millionen und loben jedes Jahr aufs Neue die hervorragenden Trainingsbedingungen im dortigen Wintertrainingsquartier. „Katar, Menschenrechte und der FC Bayern – Hand auf, Mund zu?“ – so wird das, habe ich gelesen, von dem bayerischen Südkurven-Fanclub Nr. 12 genannt (Bild vom Januar 2018). Offensichtlich sind in dem Punkt so einige Fans kritischer und weiter als der Vorstandsvorsitzende Rummenigge. Der ist ja sogar der Meinung, so wird berichtet, dass sich die Dinge im Land seit der Partnerschaft mit Katar verbessert hätten. Amnesty International sagt sinngemäß, dass sei realitätsfremd. Schlimmer noch, Rummenigge diskreditiert durch seine Aussage die mühevolle Arbeit von den Menschenrechtsorganisationen, die in Katar für ihre Ziele kämpfen. Hätte er doch lieber diesen Satz unterlassen und stattdessen besser daran gedacht, die geschenkten zwei Rolex-Uhren zu verzollen.

Ein vorletzter Satz: Laut transfermarkt.de hat der Kader von PSG aktuell einen Gesamtmarktwert von 801,45 Mio. Euro. Zum Vergleich: Der von ManCity liegt bei 1,05 Mrd. Euro. Ach so: Bayern München: 928,55 Mio. Euro.

Der letzte Satz: Ich würde mich freuen, wenn entgegen meiner Überschrift jeder Fernsehkommentator eines jeden freien Landes die grobe Missachtung der Menschenrechte in Katar anprangern würde. Nur dann würden die human rights als Gewinner vom Platz gehen, und nicht der Staat Katar. Ich weiß, Wunschdenken. Trotzdem, denn dann könnte ich mich auch mit dem sportlichen Sieger freuen ….

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9 Kommentare leave one →
  1. Catenaccio 07 permalink
    23. August 2020 20:44

    Word.

    Gefällt 2 Personen

    • 24. August 2020 08:34

      Moin. Word? Oder Excel? 😉
      Auf alle Fälle ist es mir letztendlich doch lieber, dass die Bayern 1:0 gewonnen haben, als Paris-Katar.
      Grüße nach NRW

      Gefällt 1 Person

  2. H.Schmidt permalink
    23. August 2020 20:47

    SPIEGEL Sport von heute:
    Champions-League-Finale
    Ein Sieger steht schon fest
    Die beiden Finalisten der Königsklasse, Paris Saint-Germain und FC Bayern München, werden von Scheich Tamim bin Hamad al-Thani aus Katar gefördert. Der Sport ist Teil seiner korruptiven Expansionspolitik.

    lesenswert!!!
    https://www.spiegel.de/sport/fussball/champions-league-finale-fc-bayern-muenchen-vs-paris-saint-germain-a-f5995470-d437-4550-af90-04966f9eb519

    Gefällt 4 Personen

  3. 25. August 2020 10:31

    Wie du weißt, Fußball interessiert mich nicht.
    Als Leser der Qualitätsmedien weiß ich jedoch, dass der Münchener Verein sportlich vorbildlich sein mag, sonst aber nicht unbedingt:
    Geschäfte mit einem Staat bzw. dessen Unternehmen zu machen, wo die Menschenrechte außen vorgelassen werden, gehört sich nicht. Schlimm genug, wenn Wirtschaftsunternehmen das meinen zu müssen – was wäre VW ohne den Chinesischen Markt ?? – aber im Sport muss das nicht sein, dass nenne ich moralisch verwerflich!
    Doch nicht nur das: Rummenigges Uhren-Geschichte hast du erwähnt, dafür müssen sonst Manager zurücktreten. Dazu fehlen mir aus der jüngsten Vergangenheit klare Aussagen zu Neuers Mitsingen des Liedes eines faschistischen Sängers in Kroatien und was es mit den Vorwürfen gegen einen angeblich rassistischen Jugentrainer auf sich hat, der angeblich deswegen entlassen wurde.
    Deutschland feiert, vornweg die Bayern mit ihrem Ministerpräsidenten Söder, den FC Bayern München als internationales Aushängeschild. Sportlich mag das so sein, für den Verein insgesamt aber nicht.

    Gefällt 1 Person

    • Albert permalink
      29. August 2020 12:39

      Die US-Amerikaner machen es dem Rest gerade vor, wie im Sport Zeichen gegen Rassismus und Menschenrechtsverletzungen gesetzt werden können. Daran könnte sich der Fußball (in Europa) ein Beispiel nehmen und nicht das Geld aus diesen gewissen Staaten kassieren 😠
      Der entlassene Jugendtrainer klagt übrigens dagegen, so stand es in der Zeitung.

      Gefällt 2 Personen

      • 30. August 2020 09:49

        Moin, ja manchmal könnten wir uns auch ein Beispiel an den US-Amerikaner nehmen. Aber nur manchmal 😉

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      • 31. August 2020 09:28

        Der entlassene, langjährige Jugendtrainer klagt nicht nur, die Vorwürfe gegen ihn sollen bereits länger, min. seit 2018, bekannt gewesen sein. Was ist in diesen min. 2 Jahren passiert?
        Das sollte der Münchener Verein aufarbeiten und der Öffentlichkeit Antworten präsentieren.

        Liken

    • 30. August 2020 09:48

      Moin. Keine Widerworte. Lass uns mal wieder telefonieren. Grüße von der Ostsee.

      Gefällt 1 Person

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