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Auf diese Touristen können wir gerne verzichten:

14. September 2020

Auf Touristen, die Verkehrszeichen als Wünsche der Behörden interpretieren, die man nicht erfüllen muss, weil sonst der Weg zum Strand länger wäre, …

… die Vorschriften als Empfehlung auslegen – und wenn sie mit ihrem geliehenen E-Bike überfordert sind, auch noch Fußgänger gefährden, …

… oder als Sehleute mit ihrem Auto durch die Gegend bummeln und andere Verkehrsteilnehmer aufhalten. Nicht jeder ist hier im Urlaub, hier wohnen und arbeiten auch Leute, die so etwas nervt.

Was ist an dem Schild nicht zu verstehen? Dünenschutz ist Küstenschutz! Oder sind so viele Analphabeten unterwegs, denen man das vielleicht noch verzeihen könnte?

Wer meint, dass man seinen Einkauf mit dem Einkaufswagen bis zum Strand schieben kann, der hat auch irgendetwas falsch verstanden. Jedenfalls, wenn der Wagen dort stehen bleibt.

Dann ist da noch die Sache mit der Registrierung beim Lokalbesuch: Was dabei (angeblich) für Fantasienamen angegeben werden, macht das ganze Verfahren hinfällig. Auch wenn es einem widerstrebt, ist es denn so schlimm, seinen richtigen Namen anzugeben, wenigstens der Sache wegen?

Nach allem was ich hier so gehört und insbesondere in Kommentaren zur NDR-Berichterstattung gelesen habe, ist das Verhältnis Touristen – Einheimische noch nie so kontrovers oder aggressiv diskutiert worden, wie in diesem Jahr. Aus Gründen. Nur bin ich der Meinung, dass alles besser laufen könnte, würde sich alle Gäste als solche benehmen und sich an die Regeln halten. Die Betonung liegt auf alle. Die meisten tun das, aber der Rest sorgt für Spannung. Und von denen kommen dann so Argumente, wie

  • “Der Strand gehört nicht nur den Leuten an der Küste”, oder
  • “Ohne unser Geld wärt ihr tiefste Provinz ohne Arbeitsplätze.”

Um das einmal klar zu stellen:

  • Ja, der Strand gehört der Allgemeinheit. Also auch den Küstenbewohnern, nicht nur den Touristen. Die Verantwortung liegt jedoch bei den Kommunen und die müssen nicht nur für alle Schäden aufkommen, sondern dürfen aus triftigen Gründen auch den Besuch beschränken oder die Strände sperren.
  • Stimmt, vor Tagen hörte ich von einem Politiker im TV, dass in Schleswig-Holstein jeder 8. Arbeitsplatz vom Tourismus abhängig ist. Das klingt für mich nachvollziehbar. In den Küstenorten sicherlich mehr als im Binnenland. Aber erstens kommen nicht alle (Saison)Arbeitskräfte aus Deutschland und zweitens schon gar nicht aus Schleswig-Holstein. Aber das nur am Rande. Die Kommunen hier haben auch für die nötige Infrastruktur zu sorgen. Das geht damit los, dass Touristen einen sauberen Strand vorfinden, es Toiletten und Duschen gibt und im Regelfall auch genügend Parkplätze. Und so weiter, und so weiter. Ich kenne keine Kommune hier an der Küste, die vor lauter Geld nicht wüsste, wohin damit. Im Gegenteil.

Ich will nicht verhehlen, dass hier an der Küste in der Vergangenheit wohl zu viele Neubauten mit Ferienwohnung genehmigt worden sind, was die Zahl der Strandbesucher weiter erhöht hat. Jedenfalls spricht vieles dafür und im letzten Monat war das sogar der SZ ein Artikel wert, speziell für Scharbeutz. Aber das wäre ein anderes Thema. Auf alle Fälle sind m. E. die Orte hier an der Lübecker Bucht an ihrer Kapazitätsgrenze, der Strand ist endlich. Umso wichtiger ist es, dass sich alle an die Regeln halten. ALLE!

Nachdem die Sommerferien nun überall vorbei sind, war ich heute seit langer Zeit mal wieder auf unserer Dünenmeile. Zu Fuß bis zur Seebrücke. Es ist jetzt die Zeit der Rentner. Auch der Herbst hat schöne Tage 😉 Nur wenn die mit E-Bikes unterwegs sind, dann ist Vorsicht geboten. Überforderung und oder Rücksichtslosigkeit, das kann fatal enden. Ein Opa hätte mich heute auf der Gehwegbrücke (Bild oben) beinahe über den Haufen gefahren und seine Frau hat gewettert, ich sollte besser aufpassen. Ähm ja …. 

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9 Kommentare leave one →
  1. 15. September 2020 08:58

    Moin Sven,
    so einiges davon kann ich zur Zeit bestätigen und ist teils schon heftig, wovon ich mir aber den Urlaub nicht versauen lasse, sondern es einfach nur nicht nachmache.😉
    Liebe Grüße von Hanne, zur Zeit noch an der soooo schönen Ostseeküste 🌞🍀

    Gefällt 2 Personen

    • 15. September 2020 09:16

      Moin Hanne.
      Oh wie schön, da habt ihr euch ja mit dem „Sommer zwei Punkt null“ die richtige Zeit ausgesucht. Vielleicht sehen wir in deinem Blog dann mal ein paar Fotos?
      Der Rest? Na ja. Es ist eben wie es ist. Und wenn ich meine Nachbarn hier so klagen höre, dann fängt der Unterschied schon damit an, ob die ihren Erstwohnsitz hier haben oder nur eine Ferienwohnung. Dier einen beklagen den Egoismus der Gäste und dass es davon so wie so zu viele gibt, die anderen meinen, dass sich die Einheimischen für was besseres halten. Jedenfalls so in etwas und diese Tendenz empfinde ich nicht nur allein so. Dabei müsste das alles meiner Meinung nicht sein, wenn sich nur alle an die Regeln und Anordnungen halten würden.
      Egal, ich wünsche euch eine schöne Zeit, genießt die Tage, bis demnächst wieder!
      Grüße aus Scharbeutz

      Gefällt 1 Person

  2. 15. September 2020 12:39

    Sven, ganz im Ernst, ich frage mich wirklich, welcher Prozentsatz der Bevölkerung einer kontinuierlichen Verblödung entgegen geht – na gut, es kann auch Egoismus oder Rücksichtslosigkeit sein, die das Verhalten prägen.
    Ein wenig Altersdummheit müsste ich jedem verzeihen, bin manchmal auch schon echt dran, aber lesen kann ich immer noch.
    Bis bald mal wieder! Vonne Clara!

    Gefällt 2 Personen

    • 26. September 2020 10:44

      MC, Moin Clara.
      Ich antworte spät, aber immerhin.
      Ich weiß auch nicht. Als Nordlicht werfe ich täglich einen Blick auf die Seiten des NDR. Und manchmal, mehr um mich zu amüsieren, schaue ich mir zu einzelnen Beiträgen auch die Kommentare an. Oh ha! Also nicht alle, aber einige, kann Mann getrost unter das verbuchen, was du eine „kontinuierliche Verblödung“ nennst.
      Und dann sage ich mir: „Mensch Meier, solange du darüber noch dein haarloses Haupt schütteln kannst, solange bist du noch ein normales Mitglied unserer Gesellschaft.“ 😉
      So, gleich ruft mein Job, aber morgen will ich mir mal deine weiteren Reiseberichte anschauen. Bis denne, Grüße aus Ostholstein!

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  3. 16. September 2020 08:39

    Es sind bestimmt nicht nur Urlauber, die sich nicht an die Vorschriften halten, oder?
    Wer 6 Euro Strandeintritt für 2 Personen ausgibt, plus 5 Euro Parkgebühren, und dazu noch 14 Euro für einen Strandkorb, der ist schon mal 25 Euro los. Vielleicht glauben manche sich damit ein Stück Regelfreiheit erkauft zu haben? Oder wegen des Staus auf der Anfahrt und des zu erwartenden Staus auf der Rückfahrt ist den Leuten vor lauter Frust an so einem Ostsee-Besuchstag alles egal.

    Gefällt 3 Personen

    • 26. September 2020 10:47

      Moin. Ja, vielleicht ist das alles so. Hoch lebe die Anarchie des täglichen Seins 😉
      Wenn jeder an sich denkt, ist an jeden gedacht 😉
      Grüße

      Gefällt 1 Person

  4. Albert permalink
    16. September 2020 13:17

    Radio Lübeck hat berichtet, dass ein Atofahrer einen rücksichtslosen Fahrradfaher, einen „ortsunkundigen Touristen“ wie es hieß, vom Fahrrad geschupst hat. Das geht natürlich auch nicht, aber der Ton wird rauer. /A.

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    • 26. September 2020 10:49

      Moin. Kann es sein, dass die Leute in diesen Pandemie-Zeiten langsam aggressiver werden? Kollateralschäden inbegriffen?
      Grüße aus Scharbeutz!

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      • 26. September 2020 11:42

        Klar werden sie das – nämlich aggressiver. In coronafreien Zeiten konnten sie sich im Boxklub gegenseitig die Visage polieren, jetzt suchen sie dafür auf der Straße Opfer. – Und ich schwöre dir – DAS wird auch danach so bleiben. Guten Zeiten gingen wir mal entgegen. Gruß von „MC“ = Moin Clara

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