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Wenn ich es nicht live miterlebt hätte …

17. November 2020

[782] Provider

… dann würde ich es kaum glauben wollen.

Zu 1&1, zum Verständnis kurz das: Die heutige Gemeinde Scharbeutz ist eine Fusion der ehemaligen Gemeinden Gleschendorf und Scharbeutz-Haffkrug. Das war 1974. Seitdem gibt es, vielleicht einer gewissen ostholsteinischen Dickköpfigkeit geschuldet, die Dorfstraße zweimal. Zwar in verschiedenen Ortschaften, Gleschendorf und Gronenberg, aber mit derselben Postleitzahl.

Viele kleine Ortschaften abseits der Küste – und somit der Touristen – sind zumindest telefontechnisch tiefste Provinz. Internet, wenn es gut läuft, 2 MBit. Erinnerungen an die Zeit der ersten Modems werden wach. Aber nun hat sich was getan. Glasfaser! Der Zweckverband Ostholstein packt den Glasfaserausbau an. Das ist deren Eigenwerbung. Dabei haben sie sich wohl irgendwie verpackt. Jedenfalls liegen die Kabel seit dem Frühjahr in der Gronenberger Dorfstraße, aber angeschlossen ist noch nichts. Man munkelt, im nächsten Frühjahr soll es so weit sein.

Aber nicht schlimm, dennoch irgendwie Irrsinn: Gleichzeitig hat die Telekom ihr Netz erweitert und bietet seit ein paar Wochen VDSL mit 100 MBit an. So jedenfalls die Aussage des Nachbarn einer Bekannten. Bei ihm habe die Umstellung problemlos geklappt und er sei sehr zufrieden. 

Die Bekannte ist Kundin bei 1&1 und man sollte jetzt glauben, dass ein Tarifwechsel von 2 auf einen neuen 100 MBit-Vertrag problemlos möglich sei. Weit gefehlt! Online ging schon mal gar nix, weil das 1&1-System nur die Gleschendorfer Dorfstraße kennt und nicht die Gronenberger. Und VDSL ist in Gleschendorf offensichtlich nicht verfügbar. Also telefonisch: Nach langem Hin und Her mit viel Warteschleifen-Musik und mehrfachen Erklärungen wegen der doppelten Dorfstraße, war endlich der Satz zu hören: Jawohl, jetzt haben wir es, wir können ihnen einen 100 MBit-Vertrag für Gronenberg, Dorfstraße, anbieten. Juhu!

Was dann kam, soll man kaum glauben: Der Mann am anderen Ende der Leitung war Drum und Dran meiner Bekannten dazu zwei (!) Mobilfunkverträge aufzuschwatzen. Ja, gleich zwei! Dabei hat er suggeriert – und ich habe das als Zuhörer auch erst so verstanden – dass die Bestandteil des neuen VDSL-Vertrages seien und was mit der Handy-Flat für bis zu 3 SIM-Karten (siehe Bild) zu tun haben. Aber nee, das wären wohl unabhängig davon zwei neue Handy-Verträge für je knapp anfänglich 7 bzw. später 10 Euro im Monat geworden, mal 24 Monate Laufzeit. Und das für SIM-Karten, die niemand braucht. Zum Glück haben wir gleich interveniert (vier Ohren hören besser als zwei) und deutlich gemacht, dass es nur um einen neuen VDSL-Vertrag geht. Ja, ja – das war vor neun Tagen und seitdem ruht still der See. Von 1&1 kam seitdem (bis heute) nichts mehr: Keine Bestätigung wegen eines neuen VDSL-Vertrages, weder per Mail noch per Post. Nun hat meine Bekannte um heute Auflösung ihres 2 MBit 1&1-Vertrages gebeten – und wer freut sich? Genau, die Telekom!

Vodafone. Andere Straße, selbe Gemeinde. Andere Bekannte. Gestern rief sie mich über ihr Handy an: Ich bin tot! … Ich: Ja, äh, nicht gut, mein Beileid, aber dafür klingst du sehr lebendig !?!

Die Geschichte klingt ein wenig makaber: Sie berichtet, dass sie plötzlich kein Internet mehr hatte. Von ihrem Handy aus habe sie ihren Anbieter Vodafone angerufen und dort habe man ihr erklärt, dass sie als verstorben gemeldet sei und die Techniker deshalb am Vormittag den Anschluss abgeschaltet hätten. Nach vielen Entschuldigungen habe man ihr jedoch versprochen, innerhalb von zwei Stunden den Anschluss wieder herzustellen. Einige Zeit später hatte sie eine Mail von Vodafone auf ihrem Smartphone – es geht also auch schneller als bei 1&1, siehe oben – mit einem neuen Vertrag. Dazu die Erklärung, dass man den alten Vertrag nicht wieder aufleben lassen könne, sondern der Anschluss nur per Neuvertrag erfolgen könne. Allerdings war bei ihr der bisherige Internetanschluss über das Kabelnetz (ehemals Kabel Deutschland) eh störanfällig und aus dem Grund hat sie auf den neuen Vertrag verzichtet – und wer freut sich? Genau, die Telekom!  Mitte nächster Woche soll der neue Anschluss geschaltet sein. Bis dahin gibt es WLAN vom Wohnungsnachbarn. 

Was wäre der Mensch ohne Telefon? Ein armes Luder!
Was aber ist er mit dem Telefon?  Ein armes Luder!
(Kurt T. aus B. vor rund 100 Jahren)

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4 Kommentare leave one →
  1. 17. November 2020 12:34

    Hach, ein wenig kommt mir das alles bekannt vor. Ich habe – obwohl ich ihn bei meinen Internetaktivitäten gar nicht bräuchte – einen 100er VDSL-Vertrag bei Vodafone. – Derjenige, der mir bei einem Kundengespräch diesen Anbieter ans Herz gelegt hat, hat als erstes die Kündigung bei der Telekom um wenige Tage verpasst, so dass ich noch ein Jahr länger knapp 40,00 € bezahlen musste.
    Das Anmeldeformular sah vor: Im ersten Jahr 100.000er Leitung für ca. 20,00 € – im zweiten Jahr eine Rückstufung auf 16.000, aber dafür für den gleichen Preis.
    Als ich plötzlich in der Abrechnung 39,00 € entdeckte, habe ich die DSL-Geschwindigkeit geprüft, sie ist tatsächlich immer noch so hoch.
    Ich habe mich sofort ans Kundencenter gewendet und warte jetzt auf eine Antwort.
    Mit dem Handy bin ich bei Congstar – ohne Flat für alles, aber ausreichend für mich für 10,00 € – da kann ich gar nicht meckern.
    Gruß von Clara
    PS: Meine „von dir geklaute Taube“ bei mir hast du gesehen?

    Gefällt 1 Person

    • 18. November 2020 09:25

      Moin Clara. Ich nochmal. Ganz fix, hier sind nämlich die Handwerker im Haus 😦 Aber wat mut dat mut.
      Ich glaube, jeder hat mit diesen Vertragsjägern schon seine Erfahrungen gesammelt, oder kennt jemanden.
      https://sven2204.wordpress.com/2015/03/22/bmw-1-mit-heckmotor-telekom-spiegel-und-andere-och-nos/
      Ergo: Vorsichtig ist die Mutter der Porzellankiste 😉 Sollte sie jedenfalls besser sein.
      Die Taube habe ich gesehen, bin aber noch nicht zum Schreiben gekommen. Das passiert die Tage, wenn hier wieder Ruhe in der Bude ist. Dann wieder im halben dutzend 😉
      Hab‘ dich wohl, bis denne!

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  2. Albert permalink
    18. November 2020 12:10

    Solche Verkäufer sind für mich nah dran am Betrug, wenn sie sich per der Provision einen finanziellen Vorteil verschaffen und dadurch das Vermögen anderer schädigen. /A.

    Gefällt 1 Person

    • 19. November 2020 08:33

      Moin. Ja ja, ich weiß schon, warum ich bei Verkäufern und Vertretern stets vorsichtig bin, bei mir immer alle Alarmglocken schrillen 😉 Besser is.

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