Zum Inhalt springen

#UdoLindenberg – die Nachtigall wird 75

17. Mai 2021

HERZLICHEN GLÜCKWUNSCH!

Udo Lindenberg, Deutsch-Rocker und selbst ernannte Nachtigall der Nation, wird heute 75. Geboren am 17. Mai 1946 im – nein, nicht „im Norden“, wie sein erster großer Hit „Hoch im Norden“ vermuten lässt – sondern im westfälischen Gronau. Dort begann seine langjährige Musikgeschichte. Seit 1968 lebt er in Hamburg.

Seine Songs sind ein zeitloses Phänomen. Wer heute ganze Stadien füllt, der begeistert nicht nur eine Generation. Seine Sprachschöpfungen sind heute deutsche Sprachgeschichte. Alles klar, auf der Andrea Doria? Oder in der Bunten Republik Deutschland?

Aber Lindenberg nur auf dieses Thema zu reduzieren, wäre m. E. falsch. Es gibt viele Bereiche, denen er auf seine Art eine Stimme verliehen hat. Ich meine, er ist so etwas wie ein sozialer Humanist, für den Toleranz, Gewalt- und Gewissensfreiheit sehr wichtige Prinzipien des Zusammenlebens sind. Nicht nur das: Vor 15 Jahren hat er eine kulturpolitische Stiftung ins Leben gerufen, die Menschen unterstützt, „die in keine Schublade passen“ und die den Schwächeren auf der Welt zur Seite stehen will.

Wie gesagt, Lindenberg ist nicht nur Musiker. Er ist auch Maler. Oder ein malerischer Künstler, der sein eigenes Genre erfand: Die (inzwischen patentierten) Likörelle, eine Verbindung aus Aquarelle und Likör. Neben den Originalen gibt es die auch deutlich preiswerter als limitierte Siebdrucke. Wer also ein Paar Tausender übrig hat und nicht weiß wohin damit … 😉

Eine Erfolgsgeschichte war ebenso sein Musical. Erst in Berlin, dann in Hamburg. Ich bin wahrlich kein Musical-Fan und habe mich Besuchen stets verweigert. Bis zum 26. Januar 2017. Ich war begeistert! Trotzdem, es wir wohl mein einziger Musical-Besuch bleiben. Ja, seine Hits, um nur die beiden zu nennen: „Horizont“ und „Stark wie Zwei“, haben viel Tiefgang und sind oft sehr emotional. Das eine Lied schrieb er 1986 nach dem Tod einer guten Freundin & Gefährtin. Das andere widmete er mit der Veröffentlichung 2008 seinem Bruder Erich, der ein bekannter Maler war und im September 2006 kurz vor seinem 69. Geburtstag viel zu früh gestorben ist. Es gibt Lieder, da kriegen selbst hartgesottene Männer schon mal Gänsehaut oder feuchte Augen. So in ganz bestimmten Momenten, wenn sie sich im Text wiederfinden. Isso.

Es gibt wenige Menschen, denen schon zu Lebzeiten ein Denkmal gesetzt wird. Das hier – nach Vorlage seiner Lebensgefährtin Tine Acke – steht seit 2012 in Timmendorfer Strand zwischen dem Maritim und dem Strand. Das Seehotel war das 1969 erste des Konzerns und seitdem ranken sich viele Geschichten um das Maritim und dem häufigen Gast Lindenberg. Apropos Geschichte: Zu der gehört auch, dass sich Lindenberg in der Zeit um 1990 rum fast tot gesoffen hat. Das ging über viele Jahre so und war der Grund, warum viele Musiker Lindenbergs Panikorchester verlassen haben. Allen voran sein Freund seit Jugendtagen und Quasi-Ex-Schwager Steffi Stephan, zugleich Vater von Lindenbergs Neffen Marvin. Erst Jahre später, 1996, heute vor 25 Jahren, an Lindenbergs 50. Geburtstag, kehrten sie als Geburtstagsgeschenk zurück, als Lindenberg seine Alkoholsucht überwunden hatte.

Kurzform: Ein Star gewesen, tief abgestürzt, aufgestanden, Hut gerichtet und heute besser denn je. „Es ist nie zu spät, noch einmal durchzustarten!“ Also Udo: Bleibe wie du bist, tolerant & munter – und vor allen Dingen gesund!


830 [Inhaltsverzeichnis Sven Meier erzählt | Fotoblog]

6 Kommentare leave one →
  1. 17. Mai 2021 10:22

    Lieber Sven,
    herzlichen Dank für deine Einführung in Udo Lindenberg. Wir wussten fast gar nichts davon, da wir seit ewigen Zeiten nicht mehr in Deutschland leben. Um so interessanter fanden wir deinen Text.
    Wir wünschen eine wunderbare Woche
    The Fab Four of Cley
    🙂 🙂 🙂 🙂

    Gefällt 1 Person

    • 23. Mai 2021 13:48

      Moin Klausbernd und Grüße an „The Fab Four of Cley“
      Ja, Udo Lindenberg ist deutsche Rockgeschichte, als „König von Scheißegalien“ mit einer ordentlichen Portion „Udopium“. 😉 Typische Lindenbergschen Sprachschöpfungen.
      In dem Sinne grüße ich jetzt aus dem LEGOVERSUM weit weg von Zuhause 😉

      Gefällt 1 Person

  2. 17. Mai 2021 10:31

    Moin Sven.
    Diese Nachricht lasich heute früh in der Zeitung und nachdem mein Mann schon früher großer Fan von Udo Lindenberg war, infizierte er mich im Laufe der Zeit zumindest etwas damit.
    Mit Nachtigall würde ich ihn jetzt aber nicht bezeichnen, trotzdem Glückwunsch zu seinen 75. Geburtstag auch von mir an ihn.
    Liebe Grüße von Hanne und komm gut in die Woche 🍀

    Gefällt 1 Person

    • 23. Mai 2021 13:53

      Moin Hanne.
      Danke, ja, die Woche war gut. Zweite Impfung, alles gut überstanden und ab heute gelten wir als „vollständig Geimpfte“. Das beruhigt schon etwas, zumal wir gerade unterwegs sind, Besuche hier und da. Und bei dem Schietwetter sitzt man dann ja doch eher drin als draußen.
      Wir lessen usn, habt noch schöne Pfingsttage, bis denn!

      Gefällt 1 Person

  3. 21. Mai 2021 18:13

    Sympathie-Fänger.
    Eine Liedzeile habe ich mich gemerkt, ich glaube aus „Nasses Gold“:

    „So manche hohe Wissenschaft, Symphonie und höhere Spähren,
    wären nicht entstanden, wenn die Kollegen immer nur nüchtern geblieben wären.“

    Gefällt 1 Person

Kommentar verfassen

Trage deine Daten unten ein oder klicke ein Icon um dich einzuloggen:

WordPress.com-Logo

Du kommentierst mit Deinem WordPress.com-Konto. Abmelden /  Ändern )

Google Foto

Du kommentierst mit Deinem Google-Konto. Abmelden /  Ändern )

Twitter-Bild

Du kommentierst mit Deinem Twitter-Konto. Abmelden /  Ändern )

Facebook-Foto

Du kommentierst mit Deinem Facebook-Konto. Abmelden /  Ändern )

Verbinde mit %s

This site uses Akismet to reduce spam. Learn how your comment data is processed.

%d Bloggern gefällt das: