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#BTW21: Starke Meinung eines Jungwählers

10. September 2021

Der Christian Hoch – @c_a_hoch – vom WDR sieht noch so jung aus, dass man ihn für einen Praktikanten halten könnte. Dabei ist er mit seinen 22 Jahren für mich schon ein so guter Journalist, an dem sich viele ältere ein Beispiel nehmen könnten. Ganz stark finde ich sein Kommentar vorgestern in den Tagesthemen:

Ja, die jungen Leute von heute haben es verdient, dass sowohl Parteien als auch ältere Wähler*innen ihnen zuhören und in einen Dialog treten. Wie ich gestern bereits versucht habe deutlich zu machen: Sie werden die Suppe auslöffeln müssen, die wir alle ihnen heute einbrocken. Und ich bin mir nicht sicher, ob das den Älteren immer so klar ist?

Der Astronaut Alexander Gerst hat 2018, kurz vor seiner Rückkehr von der ISS-Raumstation zur Erde, aus dem All eine Videobotschaft verbreitet. Er richtete sich an seine zukünftigen Enkel und hat sich im Namen der älteren Generationen bei ihnen entschuldigt: „Ich wünsche mir, dass wir nicht bei euch als die Generationen in Erinnerung bleiben, die eure Lebensgrundlage egoistisch und rücksichtlos zerstört hat.“

Für meinen Teil als Ü60 sage ich: Ja, wir haben viel falsch gemacht. Wir hätten es auch besser wissen können, spätestens mit dem 1. IPCC-Weltklimabericht von 1990. Aber wir haben gehofft, geglaubt, dass alles nicht so schlimm werden würde …. Aus dem Dunkel sprach eine Stimme zu mir: „Meier, sorge dich nicht, es könnte schlimmer kommen.“ Also sorgte ich mich nicht. Und es kam schlimmer. Siehe 6. IPCC-Weltklimabericht. Bedenkt das bitte bei der Bundestagswahl. Wir Älteren sollten jetzt nicht so tun, als wenn wir zu nichts etwas könnten und dass schon alles irgendwie gut werden wird.

844 [Inhaltsverzeichnis Sven Meier erzählt | Fotoblog]

6 Kommentare leave one →
  1. 10. September 2021 11:18

    Junge Kollegen wie Christian Hoch lassen hoffen. Gute finde ich, dass er klare Zukunftskonzepte fordert und raus aus der reaktiven Symptombekämpfung will. Besser hätte ich es auch nicht ausdrücken können 🙂

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  2. 10. September 2021 15:51

    Wir geben dir recht, aber nicht ganz, wir haben für eine bessere Gesellschaft und gegen Umweltverschmutzung demonstriert, wir haben dagegen geschrieben und Leute versucht zu überzeugen. Das ist kein Generationenproblem, sondern ein Machtproblem.
    Hab ein feines Wochenende
    The Fab Four of Cley
    🙂 🙂 🙂 🙂

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    • 11. September 2021 12:41

      Moin Klausbernd.
      Ich will dir gar nicht widersprechen. Du bist ja „ein paar Tage“ älter als ich, aber immerhin bin ich von den sog. 68ern sozialisiert worden. Ja, wir haben uns für eine bessere Umwelt und Gesellschaft eingesetzt und an den Friedensdemonstrationen teilgenommen.

      Das ist nicht immer gut angekommen und selbst Mitte der 70er hatte ich min. 1 Dozenten mit einer eindeutigen Vergangenheit, die man ihm auch angemerkt hat. Bei dem hatte ich nix zu Lachen 😉
      Selbstbewusst sage ich heute: Durch unser Agieren ist die Welt wahrscheinlich ein bisschen eine bessere geworden. Aber auch nur ein bisschen, denn nun kommt die Kehrseite der Medaille: Die globale Auswirkungen unseres Handelns auf das Klima mit möglichen Folgen haben wir nicht erkannt – bzw. selbst nach dem 1. IPCC-Bericht nicht auf die Mahner gehört. Auch nicht nach dem 2.. Wenn wir ehrlich zu uns sind, dann haben uns erst die jungen Leute, Fridays for Future, usw., sinnbildlich den Kopf gewaschen und uns sensibilisiert. Dass die dabei mitunter undiplomatisch bis radikal vorgegangen sind / vorgehen – so what – waren wir früher anders? Nö 😉
      Heute treibt mich die Zukunft unserer Enkelkinder an und die der Lüdden, mit denen ich jede Woche (ehrenamtlich) in unserer Grundschule zu tun habe. Und das hat für mich Alexander Gerst, s. o., bemerkenswert ausgedrückt.
      Das ist jedenfalls so meine Sichtweise zu alledem.
      Viele Grüße aus Ostholstein an euch in Norfolk! Wir lesen us.

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      • 11. September 2021 13:46

        Moin Sven,
        ich gebe dir völlig recht als einer, der voll in die 68er Bewegung hineingeboren worden ist (ich war gerade um 20 damals). Klima war zu meiner Zeit kein Thema für uns, Umwelt immerhin am Rande. Zur Hippie Zeit war ich dann in San Francisco, da spielte Klima auch keine Rolle. Es wurde zwar schon Humboldt als Problem erkannt, aber von uns erst durch in seiner Dringlichkeit durch die Grünen und Fridays For Future.
        Liebe Grüße vom sonnigen Meer
        Klausbernd 🙂

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      • 11. September 2021 15:05

        … dann genießt „das sonnige Meer“. Das vor meiner Haustür ist gerade etwas gräulich und es sieht eher nach ein bisschen Regen aus.

        Gefällt mir

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