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Windows 10 isch over …

7. Oktober 2021

… es lebe Windows 11! Ehrlich? Oder doch nicht? Noch nicht?

Zurzeit sprechen alle IT-Interessierten vom neuen Windows 11. So fragte mich eine Bekannte:
In meiner PC-Zeitung gibt es ein CD-Angebot für ein Windows 10 Home Upgrade auf Pro und Windows 11 für nur 49 €. Brauche ich das?
Grundsätzlich Nein. Für den Home-Anwender reicht Windows in der Home-Variante völlig aus. Und wer ein aktuelles Windows 10 System auf seinem Rechner hat, kommt per automatischem Update bzw. Upgrade irgendwann auch in den Genuss von Windows 11. Wenn da nicht – wie häufig in solchen Fällen – der Teufel im Detail stecken würde. Vorweg: Dann würde die o. g. CD auch nichts helfen. Der springende Punkt sind nämlich die Systemvoraussetzungen [#1]. Das dazu:
Mein Laptop ist erst 3 Jahre alt, hat 1.500 € gekostet und ist schon zu alt für Windows 11!
So die Schimpf-Beschwerde meines Spezies. Verständlich. Ich weiß, er hatte sich 2018 ein Gaming-Laptop gekauft, allerdings einen generalüberholten Rückläufer, und der hat einen Intel-Core-Prozessor der 7. Generation (2016/2017) verbaut. Nur so nebenbei: Das Nachfolgemodell mit einem aktuellen Prozessor der 9. Core-Generation hätte Anfang 2019 neu knapp 3.000 € gekostet. Heute, 2021, sind wir in der 11. Generation.
Zurück zu Windows: Nr. 11 verlangt nach mindestens einem Prozessor der 8. Intel-Generation, für andere Prozessoren gilt das analog [#2]. Ebenso wichtig ist, dass auf der Platine des Rechners ein spezieller Sicherheitschip verbaut ist, das Trusted Platform Module in der Version 2.0 (TPM 2.0). Die meisten der in den letzten 5 Jahren verkauften Rechner sollten TPM 2.0 ausführen können, vielleicht ist es nur nicht eingerichtet. Eine Anleitung dazu gibt es von Microsoft [#3].
Wer Windows 10 installiert hat und nicht weiß …, der kann per App die Integrationsfähigkeit seines PCs überprüfen (PC Health Check für Windows 10) [#4].

[#1] Windows 11-Spezifikationen, -Funktionen und -Computeranforderungen
[#2] Windows-Prozessoranforderungen
[#3] Aktivieren von TPM 2.0 auf dem PC (wenn möglich)
[#4] App für die PC-Integrationsprüfung (PC Health Check für Windows 10)

Wichtig zu wissen:

  • Wer sich heute einen neuen PC bzw. ein Notebook kaufen möchte, der sollte unbedingt auf die Upgrade-Fähigkeit des Geräts achten. Es wird in der nächsten Zeit noch Angebote mit günstigen Prozessoren älterer Bauart geben, die die Voraussetzungen für Windows 11 nicht erfüllen.
  • Windows 10 wird von Microsoft noch weitere vier Jahre bis Oktober 2025 unterstützt. Bis dahin muss sich niemand Gedanken machen. Und selbst danach funktioniert ein Rechner noch, erhält nur keine Updates mehr.
  • Verbraucherschützer raten, mit dem Kauf eines neuen Gerätes noch ein paar Monate zu warten. In der Corona-Krise wurden die Lager quasi leergekauft, Nachschub kommt nur zögerlich und all das sorgt für hohe Preise. Auf alle Fälle sollte man bei seinen Überlegungen ein Vergleichsportal (bspw. idealo) mit einbeziehen. Angebote weichen mitunter stark voneinander ab.

Systemanforderungen umgehen

Weil Microsoft für Windows 11 so hohe Anforderungen an die Hardware stellt, haben kluge Köpfe natürlich nach Auswegen gesucht … und gefunden: Eine Erfolgsstory dazu von meinem Blog-Freund Peter:

DOCH VORSICHT: Sicherlich ist es ärgerlich, wenn sich das fast neue Laptop der Installation von Windows 11 versagt. Und an Mutmaßungen, Microsoft wolle so nur den Kauf neuer Geräte ankurbeln, natürlich mit Windows 11 als Betriebssystem, mag schon was dran sein. Anderseits begründet der Tech-Riese seine strengen Vorgaben mit Zuverlässigkeits- und Sicherheitserwägungen. Wie auch immer: Wer als windows-affiner Anwender die Vorgaben des Software-Giganten – auf eigenes Risiko – umgehen will, sollte das a) nicht unbedingt auf seinem einzigen oder einem Büro-Rechner tun und b) die Möglichkeit in Erwägung ziehen, von den notwendigen Sicherheits- und Funktions-Updates ausgeschlossen zu werden. Das wäre nicht gut.

Mein Fazit: Obwohl ich Neuem gegenüber sehr aufgeschlossen bin, gilt never change a running system. Jedenfalls nicht ohne Not. Ja, mein altersschwaches Convertible wäre nach über 8 Jahren zwar als nächstes dran langsam mal ersetzt zu werden, aber bevor ich in ein neues Teil investiere, warte ich auf ein günstiges Angebot. Zurzeit sind mir die Preise für das, was ich haben möchte, einfach zu hoch. Also muss es noch ein bisschen durchhalten.

849 [Inhaltsverzeichnis Sven Meier erzählt | Fotoblog]

12 Kommentare leave one →
  1. 7. Oktober 2021 13:02

    Moin Sven, ich gebranntes Kind nie und nimmer – ich bin froh, dass momentan bis auf die zu leistungsschwache Fritz!Box 7430 mit Windows 10 alles läuft – ich brauche nicht weiteren Ärger, ich bin so halbwegs bei Win 10 angekommen.
    Gruß zu dir!

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    • 14. Oktober 2021 11:09

      Moin Clara. Ich grüße erstmal hier zurück. So ähnlich wie dir geht es auch Frau P., nur mit dem Unterschied, dass sie eine 7530er FritzBox hat 😉
      Alles im Lot bei dir?
      Ich komme hier gerade mal wieder zu nix. Und jetzt fragt auch noch die Lüdde: „Oppa, wann tommst du den mal wieder zu mir?“ Ich hoffe, nicht nur aus dem Grund, weil ihr Geburtstagsgeschenk noch bei mir liegt 😉
      Liebe Grüße nach Berlin, wir lesen uns.

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      • 14. Oktober 2021 11:18

        Moin Sven, hättest du Zeit zum Lesen bei mir, wüsstest du, dass ich inzwischen auch die Fritzbox 7530 habe. Und trotzdem habe ich immer noch leichte Mediathek Probleme. Morgen kommt ein 8 Meter LAN Kabel in exzellenter Güte. Ich denke, wenn das an den Fernseher angeschlossen ist, nachdem ist durch die 30 cm dicke Wand geschoben ist, gibt es nie mehr wieder ein Problem. Sonst schlage ich irgendjemand, entweder den Fernseher oder die Fritzbox oder Vodafone.

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      • 14. Oktober 2021 11:25

        Oh Clara! Asche auf mein Haupt. Ja ich weiß, ich muss mal wieder einen Lesetag einlegen. Ich drücke dir die Daumen, dass das mit dem LAN-Kabel klappt. Per WLAN zum TV habe ich auch so meine Probleme: TV per Internet funktioniert alles super, aber auf die FritzBox als Mediaserver kann ich auch nicht richtig zugreifen. Aber ich hatte noch nicht die Zeit 😉 mich um das Problem zu kümmern. Wenn, dann habe ich vom Laptop auf den Fernseher gestreamt.
        Clara, bis denne …!

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      • 14. Oktober 2021 11:30

        Ich will ja nicht sagen, dass du für mich Fachchinesisch sprichst, und klein wenig davon verstehe ich ja sogar. Und das Kabel kommt schon heute, ich werde es also gleich unter dem Sofa durchschieben und durch die Wand. Und dann sehen wir weiter. Mein Computer hat kein WLAN. Also kann doch der Fernseher nur auf die Fritzbox zugreifen, denn ohne Fritzbox gibt es auch kein WLAN.

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      • 14. Oktober 2021 11:36

        Ich werde bestimmt bei dir lesen, ob du anschließend eine „Sache beschädigt oder zerstört“ hast, was insofern legal wäre, weil die Sache weder fremd noch die Tat mutmaßlich rechtswidrig wäre. 😉

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  2. 7. Oktober 2021 14:38

    Hi Sven,
    zuerst mal danke, dass Du auf meinen Beitrag verweist.. 😉
    Ja, Du hast natürlich Recht: Windows 10 wird bis 2025 weiter unterstützt – es ist keine Not ausgerechnet JETZT schon umzusteigen. Bei mir – als bekennender Nerd und Aushilfs-Techblogger – sieht das natürlich etwas anders aus. Neues reizt mich eben.. uuuuund Windows 11 hat schon ein paar coole Gimmicks (aber wie Du sicher bemerkt hast sind auch in den letzten Windows 10 Updates etliche Verbesserungen eingeflossen).
    Das Problem mit der Hardware ist aktuell ja auch ein Doppeltes. Aufgrund der Halbleiterkrise kosten die Geräte nun wesentlich mehr und Sie sind äußerst knapp. Ohne den Namen meiner Exfirma zu nennen: wir warteten bis zu meinem ausscheiden bereits seit Monaten auf eine Lieferung von mehreren hundert Laptops. Mittlerweile gibt es schon ein neues Modell und wir haben das alte noch nicht mal bekommen.. 🙂
    Und das Thema Sicherheit? Naja, solange die Leute auf emails von afrikanischen Anwälten antworten, weil die als Erbe für einen unbekannten Verwandten ausgewählt wurden, in den Social Media Portalen minutiös angeben, wo Sie grade im Urlaub mit der kompletten Familie sind, während das Haus unbeaufsichtigt ist – oder Ihr Netzwerk zu Hause nicht verschlüsseln, weil Sie sich Ihr eigenes Passwort nicht merken können oder wollen, ist das Thema Sicherheit kein Problem der Hardware oder des Betriebssystems sondern liegt in der Dummheit der Menschen begründet.
    Wie sagt Clark Kents Vater schon immer zu seinem Stief-Sohn (aka Superman): „Du kannst nicht jeden retten..“
    in diesem Sinne..
    CU
    P.

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  3. Albert permalink
    7. Oktober 2021 17:35

    Interessant.
    Ich habe im letzten Frühjahr bei NBB für 430 Euro ein Lenovo Laptop mit einem i3-7020U-Prozessor gekauft. Wenn ich das jetzt richtig verstehe, ist das die Windows 11 untaugliche 7. Generation. Gelinde gesagt empfinde ich das als eine Sauerei. Ich weiß zwar, dass das Laptop auch mit einem neueren Prozessor angeboten wurde, aber auch für 100 Euro mehr.
    Wenn die monopolistischen Raubritter von Microsoft ab Oktober 2025 Windows 10 nicht mehr unterstützen, müsste ich demnach, um auf der sicheren Seite zu sein, mein dann fünfeinhalb Jahre altes Laptop in den Müll geben und durch ein neues ersetzten. Nachhaltig ist das nicht.
    A.

    Gefällt 2 Personen

    • 14. Oktober 2021 11:16

      Moin. Nö, ist es nicht. Fraglich bleibt für mich, ob das wirklich nur etwas mit „Sicherheitsaspekten“ zu tun hat? Eins ist aber sicher: Microsoft verdient an jedem neu verkauften Gerät, auf dem Windows installiert ist. Aber noch sind ja 4 Jahre Zeit.
      Grüße!

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