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Meiers Rückblick 22/01 in 100 Sekunden

1. Februar 2022

-> Der Februar auf der SvenMeierFoto-Seite.

Mein Rückblick auf den Januar 2022? Seit ich mir vor Wochen – mal wieder – Restriktionen beim Nachrichtenlesen auferlegt habe, muss ich kurz grübeln. Aber vielleicht ist es gerade das. Mein Morgenritual, Pott Kaffee, Rechner an und Nachrichtenseiten aufrufen, ist zwar geblieben, aber heute sind es nur noch zwei, drei Seiten, die meiner Vorstellung einer Nachrichtenseite halbwegs entsprechen. Deutschlandfunk, Euronews, da scrolle ich durch und lese Artikel nur dann, wenn sie für mich einen Nachrichtenwert versprechen. Mann will ja informiert sein, aber meine Meinung erlaube ich mir noch selbst zu bilden 😉

Diese ganze Nachrichtenflut …, nee, STOPP, schaut man genauer hin, ist es eher ein Negativismus-Mischmasch, bestehend aus Spekulationen & Interpretationen einerseits, und Dramatisierungen & Kommentierungen anderseits. Dazu hält vieles einem Faktencheck nicht stand – also alles mit der Lizenz zur mentalen Vermüllung. Diese vielen Artikel gehen mir mittlerweile auf … die Lenden. Früher hätte ich gesagt, die gehen mir auf den Sack. Aber da wir uns ja einer geschlechtsneutralen Sprache befleißigen sollen und Frauen keinen Sack haben, sage ich Lenden. Habe ich von Urban Priol gelernt. Kluger Mann 😉

Doch wollen wir überhaupt Gendern, wie man das neudeutsch nennt? Je nach Umfrage wollen 9 von 10 das nicht. Behauptet jedenfalls Jürgen von der Lippe und erklärt, was sinnfreien Partizipien sind: Der Bäcker ist ein Backender, wenn er in der Backstube steht. Wenn er auf dem Klo sitzt, dann nicht mehr. Falsches Deutsch also? Ganz ehrlich? Das Thema geht mir auch so was von auf … die Lenden 😉

Zurück, noch ein Satz zu den Nachrichten: Das ist für mich zum Boulevard pur geworden und erinnert mich an den Hamburger Fischmarkt: Der lauteste Marktschreier hat den meisten Zulauf. Aale, Aale, Aale, alle Aale jetzt zum halben Preis. Als ich neulich über „Die Überschrift muss knallen“ (Teil 1 / Teil 2) geschrieben habe, bin ich vorher über den Satz „Teile und Herrsche“ gestolpert: Gemeint ist das Mitteilen von Meinungen, damit das Teilen (Spalten) der Bevölkerung, um durch die Bedienung beider Lager den Markt zu beherrschen. False Balance und Clickbaiting. Ja, so ist das. Als mich mein Journalisten-Freund dann noch einen „Nachrichten-Junkie“ nannte: AU HA! Meier, nun mach mal halblang!

So, in meinem CV-Tagebuch stehen bereits ein paar Zeilen mehr, den Mindestlohn hatte ich auch schon, doch diese Nachricht ist mir noch einen Absatz wert – weniger als Nachrichten-Junkie, sondern weil ich zwei Menschen kenne, die als Kind missbraucht worden sind: Das am 20.1. veröffentlichte Münchner Gutachten (weit über 1.000 Seiten) zu dem sexuellem Missbrauch in der katholischen Kirche hat eingeschlagen wie eine Bombe und ist nun auch ein Fall für die Justiz. Neben all der Niedertracht wurde u. a. auch unser emeritierten Papst Benedikt XVI. (Ratzinger) der Lüge überführt und die Gutachter haben empirisch dargelegt, dass er wissentlich Pädophile gedeckt hat. Fälle von mindestens 497 Opfern und 235 mutmaßlichen Tätern sind in dem Gutachten nachzulesen, das Dunkelfeld dürfte jedoch weitaus größer sein. Mein Mitgefühl gilt den Opfern und ich hoffe, dass sich die Tatverdächtigen aus der kirchlichen Parallelwelt heraus endlich der staatlichen Gerichtbarkeit stellen müssen!

***

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878 [Inhaltsverzeichnis Sven Meier erzählt | Fotoblog]

9 Kommentare leave one →
  1. 1. Februar 2022 07:41

    Guten Morgen.
    Vom Saulus zum Paulus? Vom Nachrichten-Junkie zum Medien-Kritiker?😁
    Gibt es noch etwas dazwischen?😏
    Allerdings war es schon immer so, die Presse- und Meinungsfreiheit ist ein Segen und kann ebenso ein Fluch sein, wenn sie missbraucht wird und sich die so genannte „Vierte Gewalt“ von ihrer unschönen Seite zeigt. Nur war früher alles übersichtlicher: Wir hatten täglich unsere PAZ, mit einer Lokalredaktion, die den Namen noch verdiente, wöchentlich gab es den Spiegel, und Menschen, die es einfacher haben wollten, haben sich die Zeitung mit den großen Buchstaben am Kiosk gekauft.
    Manchmal denke ich mit etwas Wehmut zurück, an die gute alte Zeit, als unsere journalistischen Werkzeuge noch der Notizblock, die Schreibmaschine, eine Telefon und ein Faxgerät waren. Das erkläre heute mal einem Kind. Das fällt in die Kategorie der vergessenen Wörter. 😂
    ☎️?

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  2. 1. Februar 2022 09:54

    Du sprichst mir sowas von aus der Seele

    Gefällt 1 Person

  3. 1. Februar 2022 19:11

    „Habe ich von Urban Priol gelernt. Kluger Mann“ – du sagst es, habe ich etwa eine Sendung verpasst? Ich habe den richtig auf dem Schirm – bei welchem Sender muss ich in der Mediathek suchen?
    Die Sendung bei Anne Will mit dem Vorsitzenden der Bischofskonferenz habe ich mir angesehen. Ich hoffe wirklich, dass sie das endlich zu Gunsten der missbrauchten Kinder gerichtlich und finanziell auf die Reihe kriegen. Eigentlich darf man gar nicht genauer darüber nachdenken, dass diese frommen Leute nicht nur Sünden hoch drei begehen, sondern die anschließend auch noch vertuschen und bis heute lügen. – Mir war dieses Getue um einen deutschen Papst von Anfang an zuwider.
    Und tschüss, du „kleine Knuddelkugel“ – sagt jetzt frech die Clara

    Gefällt 1 Person

    • 3. Februar 2022 10:23

      Huhu, Moin Clara.
      Priol, das habe ich aus seinem Jahresrückblick TILT 2021. Müsste auf alle Fälle noch in der 3sat-Mediathek sein.
      Tja, zu Anne Will und Konsorten kann ich nix sagen, weil gucke ich nicht. Aber Kirchens als Institution ist bei mir schon lange unterdurch … und ich fühle mich in meinem Urteil immer wieder bestätigt. Leider.
      „Kleine Knuddelkugel“ finde ich gut. Trotz 1,83 und 100 kg 😉
      Fühle dich gedrückt, bis denne!

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      • 3. Februar 2022 10:49

        Hallo, du GROßE KK (wer ganze 13,5 cm größer ist als ich, wird natürlich mit dem Adjektiv groß angesprochen und geehrt) – von den wenigen Fotos, die ich irgendwo von dir gesehen hatte, bin ich nicht von 183 cm ausgegangen – werde ich mir jetzt für den Rest unserer Kommentiererei merken – und hoffentlich auch dafür, dass wir uns mal gegenseitig Nettigkeiten oder Pfannkuchen anbieten.
        Den Jahresrückblick 21 hatte ich natürlich gesehen. Jetzt habe ich ihn im Fernseher über YouTube gesucht und gefunden und mir ältere Sachen angesehen. Der ist immer und immer wieder herzerfrischend.
        „Kirche als Institution“ kannste wirklich in die Tonne treten – wenn die nicht bald richtig richtig aufwachen, dann können sie ihre Gottesdienste (coronagerecht) mit 10 Gläubigen feiern.
        Und tschüss!!!!! von der 170 cm großen Clara – aber ob das jetzt noch stimmt, kann ich dir gar nicht genau sagen, deswegen habe ich oben schon 0,5 cm abgezogen 😉 🙂

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  1. Februar 2022 | SvenMeierFoto

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