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17. Februar 1962 – heute vor 60 Jahren

17. Februar 2022

Heute Morgen höre ich im Radio vom Sturm der letzten Nacht und wo wie was ausfällt. Auf Twitter warnt Jörg Kachelmann:

Auf seiner Wetter-Seite sieht das so aus:

Zum Vergrößern auf das Bild klicken / Screen von mir etwas bearbeitet.

Laut dieser Prognose können im Bereich der Deutschen Bucht und an den Nordseeküste Windböen bis zu 130 – 140 km/h auftreten. Zur Erinnerung: Bei mehr als 118 km/h, 64 Knoten, sprechen wir von einem Orkan bzw. 12 Beaufort (Windstärke). Es kann also noch deftig werden, deftiger als in der vergangenen Nacht.
Bei den Älteren werden sicherlich Erinnerungen wach: Die Nacht zum 17. Februar 1962. Heute vor 60 Jahren. Die größte Flutkatastrophe in der jüngeren Vergangenheit an der deutschen Nordseeküste, inklusive Hamburg, mit bis dahin noch nie gemessenen Pegelständen [Pegel St. Pauli NN + 5,70 m].
1962 gab es natürlich noch keine moderne Informationstechnologie und auch die Methodik der Wasserstands- und Wettervorhersage war noch längst nicht so entwickelt wie heute. Damals sah das so aus:

Orkanwarnung vom 16.02.1962, gefunden beim NDR, DANKE! Zum Vergrößern … 😉

Der Sturm / Orkan drückte das Wasser in die Deutsche Bucht … und weiter in die Elbe bis Hamburg.

Screen (bearbeitet) aus der NDR-Doku „Sturmflut 1962 in Hamburg“.

In der Nacht passierte dann die Katastrophe und das Hochwasser traf Hamburg ziemlich unvorbereitet. Insbesondere der Stadtteil Wilhelmsburg … 

… wurde durch Deichbrüche sehr in Mitleidenschaft gezogen. Dort starben die meisten der in Hamburg insgesamt zu beklagenden 315 Todesopfer. Link -> hamburg.de/sturmflut1962

Überflutete Gebiete 1962. Zum Vergrößern auf die Karte klicken.

Eine Lehre aus der Katastrophe ist ein verbesserter Hochwasserschutz – und heute die Erkenntnis, dass der Meeresspiegel steigt und die Schutzanlagen dem angepasst werden müssen. Bspw. werden bei uns in SH peu à peu alle Deiche zu Klimadeiche umgebaut -> NDR: 1 m höher – so sollen sie bis in das nächste Jahrhundert sicher sein. I hope so. Das scheint ehr angebracht, denn seit 1962 haben wir bereits ähnliche oder höhere Pegelstände an der Nordseeküste und insbesondere in Hamburg gehabt, wie
– die Januarflut 1976 [Pegel St. Pauli NN + 6,45 m],
– Surmtief Tilo im November 2007 [Pegel St. Pauli NN + 5,42 m] und
– den Orkan Xaver im Dezember 2013 [Pegel St. Pauli NN + 6,09 m].

Zwei Bilder, wie Hochwasserschutz aktuell in Hamburg aussieht: Hier ein Blick über die Dove-Elbe mit dem Ruschorter Hauptdeich zum Schutz des Hinterlandes. Im Hintergrund, Luftlinie ~ 8 km entfernt, das Kraftwerk Moorburg. Dazwischen liegt Wilhelmsburg, quasi wie eine Insel, umschlungen von der Norder- und der Süderelbe (siehe Karte zuvor). Im unteren Bild ist der architektonisch gut angepasste Hochwasserschutz in Form von Terrassen an den Landungsbrücken zu sehen.

Nur der Hamburger Fischmarkt kriegt regelmäßig nasse Füße, heute Morgen auch -> hamburg.de [Pegel St. Pauli NN + 1,98 m]. Hier eine Aufnahme aus dem Februar 2020, als Orkan Sabine sein Unwesen trieb:

Ok Leute, das war ein bisschen was zu Sturm, Hochwasser & Co., seid die kommenden zwei Tage bitte noch vorsichtig. Bis denne, trotz viel Wind wünsche ich ein schönes Wochenende.

883 [Inhaltsverzeichnis Sven Meier erzählt | Fotoblog]

7 Kommentare leave one →
  1. 17. Februar 2022 11:39

    Moin Sven.
    Ist schon irre… Ein Freund von uns richtet sich bei Vorhaben wie schöne Radtouren usw. immer nach den Vorhersagen von Kachelmann und bisher ist es auch fast immer so eingetroffen wie vorher gesagt.
    Na denn hoffe und wünsche ich euch sehr, dass dieser und auch der nächste Sturm sich einigermaßen in Grenzen hält und keine größeren Schäden anrichtet.🍀🍀🍀🍀🍀
    Liebe Grüße von Hanne

    Gefällt 1 Person

    • 17. Februar 2022 17:15

      Moin Hanne.
      Schlau, euer Freund 😉
      Nee, im Ernst, ich habe mir irgendwann mal Kachelmannwetter auf meinen Ackerschnacker und auf mein Laptop gelegt, weil ich die Vorhersage dort am besten finde und auch den Unterschied zwischen verschiedenen Modellen sehen kann. Wenn ich will. 😉
      Und im Grunde bin ich sehr zufrieden. Als neulich meine Tochter herkommen wollte, 270 km fährt man ja nicht mal eben so, und es die ganze Woche über geregnet hatte, habe ich ihr gesagt: „Kachelmann sagt, Sonntag haben wir in Scharbeutz Sonne. Montag regnet es wieder.“
      Erst hat sie geglaubt, ich wolle ihr nur gut zurededen, nee, nee, war wirklich so:

      Liebe Grüße, wir lesen uns!

      Gefällt 1 Person

  2. 17. Februar 2022 12:14

    Hallo Sven, den Norden erwischt es ja bei Sturm und Regen sehr oft schlimmer als den Rst des Landes. Und da es bei mir schon so stark windet, möchte ich jetzt auf keinen Fall in einer achten (oder gar höheren Etage) in Windrichtung in Kiel oder wo anders wohnen. Ich hoffe, dass es ohne Tote oder wenn, dann wenigstens nur ganz wenige, abgeht.
    Wir werden diese Szenarien in den nächsten Jahren oft, öfter, am öftesten haben. Klimawandel ist wirklich nichts Erstrebenswertes oder Leckeres oder anderes.
    Lieben Gruß an dich

    Gefällt 1 Person

    • 17. Februar 2022 18:10

      Huhu Clara.
      Heute grüßt ein fauler alter Sack vom Sofa 😉
      Na ja, mit dem bisschen viel Wind ist da ja so eine Sache …

      … aber so’n richtiger Sturm ist noch mal was anderes – für Leute an’er Küste 😉
      Aber du hast natürlich recht, wegen des Klimawandels müssen wir uns auf schlimmere Szenarien einstellen – tun wir ja auch mit den Hochwasserschutzmaßnahmen – soweit es geht.
      Na ja Clara, ab irgendwann schauen wir uns von einer Wolke – also ich von Wolke neundreiviertel – an, was hier unten so abgeht. Aber nach uns die Sintflut wäre jetzt ein unangebrachter blöder Spruch, schließlich müssen die Kinder von heute ja mit dem leben, was wir ihnen hinterlassen.
      So, Tee ist fertig, es ruft wieder das Sofa 😉
      Liebe Grüße retour!

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