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#Dieselpreis – und nun?

9. März 2022

Wat’n Schreck gestern: Der Diesel kostet 2,23 €! Jedenfalls an unserer Scharbeutzer Shell-Tanke. Wahnsinn! Und warum kostet der 7 Cent mehr als Super? Dabei hatte ich Anfang Februar noch geunkt: Spritpreise? Mir egal, ich tanke nur für 20 €! Na ja, ich sag’s heute mal so: Mittlerweile muss ich ziemlich häufig für 20 € tanken.

Aber warum ist das so?
Meier hat recherchiert:

Normalerweise – aber was ist dieser Tage noch normal? – liegt der Preis für Diesel wegen der geringeren Besteuerung unter dem für Super-Benzin. Also hat Meier recherchiert. Fündig geworden bin ich bei der dpa:
1. In den vergangenen Krisen-Wochen, und besonders jetzt seit Kriegsbeginn, ist die Nachfrage nach Heizöl wegen zukünftig befürchteter Lieferprobleme stark gestiegen. Da a) Rohöl knapp ist (s. 2.) und b) Heizöl wie Diesel in den Raffinerien fast identisch hergestellt wird, sind die Preise gekoppelt.
2. Große Importeure haben ihre Einkäufe aus Russland zurückgefahren, betreiben quasi ihre eigene Sanktionspolitik. Das macht sich besonders beim Diesel bemerkbar, denn der wurde in großen Mengen bereits fertig raffiniert importiert und diesen Wegfall können unsere europäischen Raffinerien nicht ohne weiteres kompensieren. Das verknappt die Dieselmenge zusätzlich und je knapper ein Gut, desto teurer.

Und nun?

Über mein persönliches Dilemma, dass wir mit in Russland eingekauften Energien auch Putins Krieg finanzieren, hatte ich bereits geschrieben. Es tröstet mich allerdings wenig, wenn das mittlerweile auch von namhaften Politkern & Experten so diskutiert wird. Letztlich wird dazu jeder seine Meinung haben und die gilt es (für mich) zu respektieren. Nur gibt es – wie so oft im Leben – unterschiedliche Blickwinkel auf ein und dieselbe Realität: Bspw. die Dackel- und die Vogel-Perspektive. So oder so sieht die Welt ganz anders aus:

Symbolbild | Bildquelle und Copyright: Der Wilhelm -> Neue Perspektiven finden (DANKE!)

Was würde es bedeuten, wenn wir ab sofort keine Energien mehr aus Russland beziehen würden? Dabei ist es egal, ob wir das als Sanktion beschließen oder Putin seine Exporte nach Europa einstellt.

Experten, bspw. die Leopoldiner, sagen, dass „ein kurzfristiger Lieferstopp für russisches Gas für die deutsche Volkswirtschaft handhabbar“ ist – schränken aber ein: „Engpässe könnten sich im kommenden Winter ergeben“. Dem widerspricht unser Wirtschaftsminister Habeck zwar nicht, weist aber darauf hin, dass es
a) auch um Kohle und Erdöl aus Russland geht und
b) niemand weiß, wie lange wir die Sanktionen werden durchhalten müssen. „Zwei Jahre, drei Jahre? Niemand kann das heute sagen!“
c) Die Anmerkung, dass eine politische Entscheidung mehr als eine wissenschaftliche Expertise ist, denn sie muss auch auf den sozialen Frieden achten.
Der Bundesverband der Energie- und Wasserwirtschaft (BDEW) warnt hingegen ausdrücklich vor einem Embargo russischer Energielieferungen: „Ein solches hätte massive negative Auswirkungen auf die deutsche Wirtschaft und auch auf die Verbraucherinnen und Verbraucher.“

Sicher scheint eins – und damit wechsele von der Dackel- in die Vogel-Perspektive: Wenn es zu einem Importstopp kommen sollte, dann geht es, Zitat Habeck: „nicht nur um die persönliche Betroffenheit der Bürger und die Frage, ob sie mal mit dem Fahrrad zu Arbeit fahren. Dann reden wir über eine schwere Wirtschaftskrise in Deutschland und damit in Europa.“ Nach meinem Verständnis volkswirtschaftlicher Belange sehe ich keinen Anlass, unserem Minister zu widersprechen. Im Gegenteil. Es nützt jedoch heute nicht zu klagen, dass wir uns in den letzten 20 Jahren viel zu sehr von russischen Energien abhängig gemacht haben, dass die Warner recht hatten und wir (Deutschen) Putin gegenüber zu naiv waren. Ich halte es ebenso für nicht angebracht, andere Kriegsformen, bspw. Cyberangriffe, als Teufel an die Wand zu malen. Bleiben wir beim Konkreten, das ist schlimm genug: Die Gefahr einer veritablen Wirtschaftskrise.

Autofreier Sonntag – Kiel, kein Autoverkehr auf der Holstenbrücke. Blickrichtung Kleiner Kiel.

Wir (Älteren) erinnern uns an die Ölkrise 1973 (Autofreie Sonntage), weiter ging’s 2000 mit der Dotcom-Blase und 2007 folgte die Finanz- und Wirtschaftskrise. Zuletzt, gerade in der Erholung begriffen, die Corona-Krise seit 2020. Alle Krisen hatten ihre volkswirtschaftlichen Auswirkungen, mal mehr davon, mal mehr davon. Stichworte: Inflation, sinkende Wirtschaftsleistung, Insolvenzen, Betriebsschließungen, Kurzarbeit, Arbeitslosigkeit, soziale Härten. Alle Zutaten liegen nun wieder auf dem Tisch. Dieses bedingt bekanntlich jenes. Dazu kommt, dass die Staatskasse(n) wegen Corona leer sind und neue Konjunkturhilfen schwerlich zu finanzieren sein dürften.

Ich merke diese Punkte nur an, damit jeder eine Ahnung davon haben kann, was ohne russische Energie auf uns zukommen …, ich sag‘ mal könnte statt wird. Ich bitte euch nur, bei euren Überlegungen auch einmal die andere Perspektive zu wählen, so wie bekanntlich 1 Medaille 2 Seiten hat. Und bitte zieht bei euren Gedanken die Möglichkeit in Erwägung, dass hoffentlich nicht der Krieg, aber die Sanktionen länger als bis zum kommenden Herbst dauern könnten und wir nach den zuletzt milden Wintern auch mal wieder einen deftig kalten kriegen können.

Persönliche Anmerkung

Ich schreibe das hier weder um zu klookschiertern, noch um irgendjemanden von irgendetwas zu überzeugen. Das Schreiben hilft mir beim Sortieren meiner Gedanken. So versuche ich aus meiner, ich sag‘ mal Komfortzone, heraus auch die zu sehen, zu hören, die unter einer Krise am meisten (werden) leiden müssen. So wie ich gestern schon gesagt habe: Hör mol’n beten to was he so seggt un se so seggt – denn die Ängste & Sorgen sind heuer vielfältig! Schlussendlich bleibt die Hoffnung, dass wenigstens bald irgendwie ein Waffenstillstand ausgehandelt werden kann …!

888 [Inhaltsverzeichnis Sven Meier erzählt | Fotoblog]

34 Kommentare leave one →
  1. 9. März 2022 11:01

    Mach´s wie ich. Ich fahre seit Jahren nur noch Fahrrad.

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    • 9. März 2022 11:07

      Moin.
      Täte ich ja gerne, wenn ich denn noch könnte. Mein „Herr Bechterew“ limitiert mich da ein bisschen 😉 Aus dem Grunde habe ich meinen Drahtesel vor ein Paar Jahren an einen bedürftigen jungen Mann verschenkt.
      Allerdings versuche ich mehr denn je keine unnützen Wege zu machen, sondern möglichst eins mi dem anderen zu verbinden. Bei reinen Spritkosten von mittlerweile über 10 Cent pro Kilometer für meinen kleinen Polo-Diesel macht sich schon bemerkbar.
      Grüße aus Scharbeutz

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      • 9. März 2022 11:10

        Sorry. War ja eher auch als Scherz gemeint. Man könnte es auch „Galgenhumor“ nennen, nach dem was da im Moment passiert.
        Viele Grüße aus Hamm.

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      • 9. März 2022 11:11

        Alles gut, habe ich auch so verstanden. Neige ja auch dazu 😉 Bleibe munter!

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      • 9. März 2022 11:16

        Bei mir gibt es auch nicht nur Grund zum jubeln. Ich habe Bandscheibenschäden die nicht mehr operiert werden können. Fahrradfahren hilft mir aber. Laufen ist ein Problem.

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      • 11. März 2022 06:41

        Moin. „Gefällt mir“ klicke ich nun mal nicht an 😉
        Weil, „Laufen ist das Problem“, das kenne ich. Und das gefällt mir gar nicht. Also es geht schon mit dem Gehen, aber in Maßen. Normalerweise. Wenn mich allerdings der „Herr Bechterew“ richtig heimsucht, sprich ich einen Schub habe, dann geht wenig bis gar nichts. Für die Fälle habe ich meine Gehhilfen hier in der Ecke stehen und ständig genügend Vorräte im Haus, um 1 Woche ohne Einkauf über die Runden zu kommen. Ok, meine Freundin oder meine Wohnungsnachbarin würden mich schon versorgen, aber besser ist’s 😉
        Dann lass uns mal versuchen, trotz unser Zipperlein immer hübsch munter zu bleiben.
        In dem Sinne Grüße von der Ostsee!

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      • 11. März 2022 10:15

        Kopf hoch und Positiv denken. Das ist zwar leicht gesagt, kann aber (wenn es gelingt) sehr hilfreich sein.
        LG zurück.

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    • 10. März 2022 16:24

      Ja, mit Rad fahren kann man eine Riesenmenge Geld sparen. WENN man es wirklich spart. Aber es hat auch seine Nachteile. Dann nämlich, wenn auf Fußgänger und Radfahrer keine Rücksicht genommen wird. Hier in Hunteburg, und nicht nur hier, passiert das ständig! Die Autos lassen fast alle einen dicken Max raus hängen. Die merken nichtmal beim fahren, dass man auf Radfahrer und Fußgänger besondere Rücksicht zu nehmen hat. Die wollen alle schnell ans Ziel kommen.

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      • 10. März 2022 17:01

        Bei mir geht es nicht um Geld. Seit dem Tag, wo ich nur noch Rad fahre, geht es mir gesundheitlich besser. Ich bleibe da cool und lasse die „Deppen“ fahren.

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      • 10. März 2022 20:19

        Ja gut. Rad fahren ist ziemlich gesund. Ich habe auch ein tolles Rad, also nicht super, aber schon gut. Sooo viel fahre ich damit aber nicht. WAS ich aber regelmäßig mache, ist joggen. Damit halte ich mich auch fit. Bin nämlich seit 2 Jahren im Home-Office tätig. 🙂

        VG, Jürgen

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  2. 9. März 2022 11:39

    Sehr schön auf den Punkt gebracht mit der Dackel und der Vogelperspektive – Insbesondere auch, was die von Habek getätigten Äusserungen gestern im Brennpunkt angeht, die ich in dem Zusammenhang wirklich bemerkenswert finde:

    Kein „Wir schaffen das!“, sondern abwägend, was mögliche Konsquenzen angeht, von denen ich wirtschftliche Schäden und daraus folgende soziale Verwefungen im Falle eines spontanen Boykotts russischer Energielieferungen durchaus für wahrscheinlich halte – auch wenn ich einem solchen Boykott grundsätzlich sehr positiv gegenüberstehen würde.

    Gerade diese Aussage eines massgeblich an der Entscheidung beteiligeten Politikers halte ich für wichtig, weil sie
    a.) Vertrauen schafft – und
    b.) zeigt dass der gefühlt beste Weg im Augenblick eben doch nicht der Beste ist.

    Unabhängig davon glaube ich aber, dass der Bokott kommt und es wahrscheinlich auch nicht mehr lange dauert, bis es soweit ist. Und dann werden wir alle die Zähne zusammenbeissen und den Gürtel enger schnallen müssen, ob uns das gefällt oder nicht.

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    • 10. März 2022 09:52

      Moin Wilhelm.
      Ach ja, „Wir schaffen das“ … nur das „Wie“, das hat sie damals nicht gesagt und ohne den vielen freiwilligen Helfern hätte, glaube ich, vieles nicht geklappt.
      Robert Habeck …, ich habe ihn mal als „Meister der schönen Worte“ bezeichnet 😉
      Heute sehe ich ihn als einen völlig authentischen Minister, abseits jedweder Ideologien, der uns in aller Transparenz sagt, was sein kann. Für mich ist er mit seinen Aufgaben gewachsen, so wie Annalena Baerbock übrigens auch. Chapeau!
      So wie du es sagst, das schafft Vertrauen.
      Warten wir ab was kommt. Gestern Abend war der Diesel-Preis an unserer Shell-Tanke noch einmal 12 Cent höher: 2,35€. Meine Tank-App ist seit Tagen wegen „300% mehr Zugriffe“ zusammengebrochen. Und wenn stimmt, was du sagst, „dann werden wir alle die Zähne zusammenbeissen und den Gürtel enger schnallen müssen, ob uns das gefällt oder nicht“, dann war das gestern noch nicht das Ende der Fahnenstange.
      Bleibt munter ihr beiden,
      Grüße aus Scharbeutz

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    • 10. März 2022 16:31

      Ja, es ist ein Dilemma. Wir finanzieren mit rund 200 Millionen Euro täglich (nicht jährlich!!!!) den Krieg. So viel bekommt Onkel Putin von uns. Problem; wir brauchen das Gas und das Öl noch. Weil unsere Staatsoberhäupter Penner sind. Und die Warner wurden vor Jahren in Ihre Schranken verwiesen; machen Sie sich mal keine Sorgen. Wir haben ja jetzt das Nord Stream 2 Projekt, und überhaupt, es wird immer genug Gas vorhanden sein. Wenn ICH (als PV Verstrahlter Bekloppter) sowas sage, dann kann man das ja noch verstehen. Weil ich ein blöder Heini bin, der von nix irgend eine Ahnung hat. Aber da ist der Punkt. Ich bin eben KEIN Staatsoberhaupt. Ich muss es nicht besser wissen. Aber diese Penner aus Politik und Wirtschaft, die haben es verbockt. Und da sage ich ganz klar und deutlich; DAS ist das verdammte Pack! DIE bringen uns in den Ruin. Die sorgen dafür, das Reiche immer reicher werden, und Arme immer ärmer! Man man man!

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  3. 9. März 2022 12:58

    Ja, es ist gut, darüber zu schreiben, um die Gedanken zu sortieren. Und dabei in einen Austausch mit anderen zu treten. Gemeinsam über etwas nachdenken und darüber sprechen, das hilft allen. Es gibt ja wirklich verschiedene Perspektiven, um eine Entscheidung in einer Sache zu treffen – oder zu verstehen – man muss sie eben alle in Betracht ziehen. In einem Fall wie diesem ist es auf jeden Fall besser, das Heft des Handelns in der Hand zu behalten. Bis jetzt haben die EU und Amerika Einheit und Stärke demonstriert. Das hat Wirkung gezeigt. Leider können wir nicht mehr mit Gewissheit davon ausgehen, dass der Herr im Kreml rationalen Argumenten noch zugänglich ist. Die Konsequenzen dessen kann man sich leicht vorstellen.

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    • 10. März 2022 10:01

      Moin Eberhardt.
      Stimmt, das sehe ich auch so: Mit Logik und Rationalität ist der herrschen Kreml-Clique, allen voran Putin, nicht mehr beizukommen.
      Und ja, da bin ich auch ganz bei dir: Wir dürfen uns jetzt nicht auseinander dividieren lassen. Ich glaube, von dieser „Einheit & Stärke“ ist Putin nicht ausgegangen … und vielleicht auch nicht jeder EU- und USA-Politiker.
      Das möchte ich noch anmerken: Ich lasse mir kein „schlechtes Gewissen“ von bestimmten ukrainischen Stimmen einreden, weil wir nicht so handeln, wie die es erwarten.
      Grüße aus Ostholstein ins Vogtland, bleibt munter!

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      • 10. März 2022 12:13

        Für ein schlechtes Gewissen gibt es sicher keinen Grund. Die Rhetorik der Ukrainer wird in manchen Fällen härter, stimmt. Man kann es, wenn man die Auswirkungen des Krieges sieht, auch verstehen. Unsere Politiker haben aber eben auch die Interessen unseres Volkes im Auge zu behalten. Und ich denke, das tun sie zur Zeit, und das gar nicht mal so schlecht. Es is nie leicht, die Balance zwischen verschiedenen Interessen zu finden. Grüße aus dem Vogtland.

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    • 10. März 2022 16:36

      Genau das ist richtig. Die EU, Nato und der ferne Westen haben sich wirklich bis jetzt super gut verhalten. Da ziehe ich meinen Hut. So verwunderlich diese Einheit (für mich) auch ist. Wirklich gut.

      Ja, Putin hat irgendwie einen Schaden. Aber wo ist der Schaden? Im Kopf? Ich weiß es nicht. Aber wo sollte er sonst sein? Ich meine, man kann doch nicht ein paar hundert Jahren nicht einfach von jetzt auf gleich auf die Idee kommen und sagen; Kerl, meine Vor-Staatsoberhäupter haben so viele russische Staaten an die EU abgegeben. Die will ich jetzt mal eben zurück haben. Und zwar mit Bomben. Das kann echt nicht wahr sein. Ich fasse es einfach nicht. Ich bin zwar keine 20 mehr, aber auch noch keine 80. Ich habe einfach keinen Bock auf einen möglichen dritten Weltkrieg, nur wegen diesen Heini Namens Putin.

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      • 10. März 2022 19:21

        Klar, Putin ist der Schuldige an diesem Krieg, aber genauso der Personenkreis, der ihn umgibt. Nach so vielen Jahren unumschränkter Macht lebt der Mann in seiner eigenen Welt, in einer Blase. Sein Weltbild, wie immer das aussehen mag, hat sich so verfestigt, dass das nichts und niemand mehr ändern wird. Es gibt garantiert keinen mehr in seinem Umfeld, der es wagen würde, ihm zu widersprechen. Putin hat die Leute in seinem Umfeld doch vorgeführt, wie man an dieser peinlichen „Diskussion“ mit dem Geheimdienstchef deutlich sehen konnte. Auf diese Weise hat er den Personenkreis noch enger an sich gebunden, denn im Nachhinein kann keiner von denen mehr behaupten, er hätte nichts gewusst. Vor der Weltöffentlichkeit haben sie Putins Ansichten zugestimmt. Auch wenn dieser mächtige Geheimdienstchef ins Stottern kam und wirkte wie ein kleiner Schulbub, den man bei einem Vergehen erwischt hat.
        Aus der Geschichte wissen wir aber auch, dass diese Art der Stiefellecker (um kein schlimmeres Wort zu verwenden) nicht immer die klügsten sind. Sie haben lange versucht, die Welt zu spalten, aber damit haben sie sich dann doch verrechnet. Und auf einmal zeigt Europa, dass Beschlüsse auch ganz schnell gefasst werden können. Da ist doch eine gewisse Stärke zu sehen, wenn es drauf ankommt. Wollen wir hoffen, dass es so bleibt.
        Vielen dank für Deine Antwort noch. 🙂 Und viele Grüße aus dem Vogtland.

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      • 10. März 2022 19:39

        Danke dir für dein Feedback zu meinem Kommentar. Es geht mir eindeutig nicht darum, jemandem die Schuld zu geben. Von meiner persönlichen Einstellung her liegt mir das fern. Ich bin nicht derjenige, der sagt; man, du Blödi. Das ist nicht meins.

        Aber für mich ist auch klar; die deutsche Politik, und die deutsche Industrie sind erheblich mit Schuld an diesem Krieg. Auch wenn es sicher nicht einfach ist, so einen „Typen“ (Putin, einer der den dicken Max raushängen läst) zu stoppen. Man hätte schon viel früher „als einer von da oben“ (unsere Politikelite) erkennen müssen; wir müssen uns unabhängig machen, und wir müssen für die Zukunft planen, falls dieser Diktator mal meinst ausrasten zu müssen, dass wir ihm was entgegenstellen können.

        Aber das haben „die da oben“ (unsere Politiker) nicht hinbekommen. Weil die sich alle einfach nur hingesetzt haben, und die Hand aufgehalten haben. Weil es uns allen so lange so gut ging. Aber DANN darf man bitte nicht einen auf „Politiker“ machen.

        Finde ich nicht okay! Ich kann jedenfalls alle Menschen (nur die, die unten im Keller am Boden rumkriechen, und den Mindestlohn (oder noch weniger) kassieren) verstehen, die nun nach der Coronakrise, die schon voll Kacke (und nicht nur Kacke!) war ihrem Leben ein Ende machen wollen. Denn jetzt kommt noch dieser bekloppte und völlig unsinnige Krieg, der fast alles noch deutlich teurer macht – in einem (deutschen) Staat, der nichts besseres zu tun hat, als auf Kohlekraft, Atomkraft, und VW Beschiss zu setzen. Statt die völlig kostenlose Alternative Energie ENDLICH auszubauen. Aber das wird nichts mehr. „Die“ sind einfach zu blöde.

        VG, Jürgen

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      • 10. März 2022 21:34

        Ja, das stimmt, und es hat ja auch nicht an Warnungen gefehlt. Vor allem an die Vorgängerregierung. Das ist jetzt das Ergebnis. So traurig das ist.

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  4. 9. März 2022 16:44

    Ich habe gelesen, du hast einen Polo Diesel ! Genau das ist der Punkt ! Die Menschen die solche Autos fahren ( nicht missverstehen ) oder andere Kleinwagen bekommen die Spriterhöhung voll zu spüren.
    Ein Porschefahrer wird es vermutlich egal sein wie teuer das Benzin wird !
    Den kleineren Leute mutet man zu mit dem Fahrrad zu fahren bzw. werden es auch bald müssen.
    Den Leuten mit Luxuskarossen interessiert das recht wenig !
    Also der „Kleine“ bezahlt die Zeche aber das was ja auch immer so und wird sich auch niemals ändern !
    Mein Vorschlag wäre eine gefahrene Kilometerleistung pro Jahr und zwar für alle PKW Besitzer egal ob Kleinwagen oder Sportwagen. Über den TÜV könnte man das kontrollieren und festhalten. Fahrverbote wäre auch OK das trifft dann alle egal ob großer oder kleiner Geldbeutel !

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    • 10. März 2022 10:11

      Moin Manni.
      Ja, für den Polo habe ich mich aus rein ökologischen & ökonomischen Gründen entschieden:

      Weniger ist mehr …


      Ja, ich bin völlig bei dir: Die gestiegenen Sprit-Kosten treffen besonders die sog. „kleinen Leute“, die so wie so haushalten müssen und denen das jetzt richtig wehtut.
      Mein Freundin musste bis vor ein paar Monaten noch jeden Tag über 20 km zur Arbeit nach Lübeck fahren. Und zurück natürlich auch. Und das bei einem Tariflohn, der unter dem hoffentlich ab 1.10. gültigen Mindestlohn von 12€ liegt. Sie ist so was von froh, bei diesen Preisen nicht mehr fahren zu müssen.
      Warten wir ab, was noch so kommt.
      Viele Grüße von der Ostsee!

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    • 10. März 2022 16:40

      Manni, da stimme ich generell zu. Aber das Problem wird sein, das Fahrverbote gerade für „die kleinen“, also die, „die unten im Keller am Boden rumkriechen“, Ihr Auto vermutlich brauchen, um zur Arbeit zu kommen. Mit Öffi ist das ja leider immer noch ein Riesenproblem. Zumindest auf dem Lande. Und dann? Verlieren die Ihren Job, der sowieso nur Mindestlohn einbringt. Es ist einfach alles nur Kacke. Und ganz ehrlich; kann kann die Leute verstehen, die Ihrem Leben DANN ein Ende machen – oder die Leute, die stark sind, und auf die Straße gehen!

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      • 11. März 2022 17:03

        Ich denke in Deutschland wird niemand auf die Straßen gehen wegen Benzinpreise. In Frankreich würden die Menschen es sehr wohl tun, die fackeln da nicht lange. Auch die LKW hätten schon längst gestreikt !
        Wir bringen unseren Unmut zu Tage, die Regierung sitzt diese Zeit aus und dann wird es Normalität und keiner redet mehr davon !

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      • 12. März 2022 08:14

        Ja, mannisfotobude. So wird es vermutlich sein. Wie mit praktisch allen Nachrichten. Gestern war Corona noch die Schlagzeile (heute eigentlich auch noch, aber na ja, lass uns nicht weiter über dieses absolut miese Thema reden). Und heute gibts nur noch den Krieg in der Ukraine. Und vermutlich (ist das eher gut, oder eher schlecht?), reiben sich die Nachrichtenorganisationen die Hände; wir haben wieder Schlagzeilen. Eigentlich total traurig. Aber das ganze Leben ist traurig…geboren werden, möglichst früh viel Geld verdienen (und viel Steuern zahlen), und vor der Rente versterben. Dann freuen „die da oben“ sich. Nur so ist man ein guter Bürger. Eine ersetzbare biologische Maschine! Nichts anderes.
        Ich habe gleich meinen Dienst, und wünsche allen hier ein schönes sonniges Wochenende.
        VG, Jürgen, der PV verstrahlte Bekloppte.

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  5. 10. März 2022 16:06

    Das mit dem Tanken macht sich schon bemerkbar, aber zum Glück können wir das steuern, wie viel wir mit dem Auto fahren. Ganz ohne geht es schlecht, wegen Martins Gehbehinderung. Heizen brauchen wir zum Glück nicht, dank Passivhaus, aber es werden auch Lebensmittel und Verbrauchsgüter teurer, es wird uns also irgendwie alle treffen und da ist vermutlich dann auch bei uns gesellschaftlicher Zündstoff drin, auch wenn es verglichen mit dem Leid der Menschen in der Ukraine erst mal nach Luxusproblemen aussieht. Für HartzIV Empfänger und andere ist es das aber auch nicht.

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    • 11. März 2022 07:12

      Moin.
      Stimmt. Ich habe mir vor vielen Jahren mal ein Excel-Haushaltsbuch gebastelt und sehe anhand dessen, dass sonst am Ende des Monats vom Haushaltsbudget noch etwas übrig war, seit Monaten ist es jedoch umgekehrt: Monat für Monat ist mehr Monat übrig, wenn das Budget aufgebraucht ist. Allerdings, auch das sagt mir mein Haushaltsbuch, haben trotz gestiegener Spritpreise weniger Geld an der Tankstelle gelassen als sonst. Simpel weil ich die Fahrten auf die notwendigsten beschränkt habe und bspw. in diesem Jahr auch noch nicht „unten“ in meiner Alten Heimat war.
      Ja, wir „jammern – noch – auf hohem Niveau“, wie man so sagt, und besonders im Vergleich zur Ukraine und den vielen Flüchtlingen. Aber falls kommen sollte, was kommen kann, trifft wohl dieser Satz von R. Habeck zu: „Einigen ist (heute, Zitat vom 8.3.) nicht klar, welchen Preis man dann bezahlt.“ Das bereitet mir Sorgen, denn es trifft zuerst und am meisten die Leistungsempfänger (SGB II) und die im Niedriglohnsektor Beschäftigten.
      Ich hoffe nur, dass es nicht zum Äußersten kommt.
      Schönes WE!

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  6. 10. März 2022 16:20

    Ohne rumzumeckern, und irgend jemandem (oder eine Gruppe) die Schuld zu geben (die Politiker und die Industrie ist schuld, ist doch logisch, verdammtes Pack!);

    in einer Marktwirtschaft geht es nicht um Umweltschutz. Auch nicht um Gut (und nicht um gut), und auch nicht um böse (vielleicht um Böse). Es ist „denen da oben“ total egal, ob jemand sich was leisten kann oder nicht. Das ist ein ständiger Kampf um Geld. Und mit der Kreditpolitik (nichts pauschal dagegen), wird immer wieder neues Geld gemacht.

    Verlierer sind genau die, welche in weniger betuchten Familien aufgewachsen sind, UND keine Beziehungen zu reiche Leute haben. Nee, haben die natürlich nicht. Wie auch. Dann wäre sie ja selbst reich. Denn die Reichen verraten Ihre Rezepte nicht. Und wenn, würde es nur wenig bringen, denn man braucht schon ein wenig Kapital, um auch Gewinn zu machen.

    Kurz; wird müssen die Dinge einfach akzeptieren, Augen zu und durch. Wir sind die, die unten im Keller am Boden rumkriechen. Wir haben KEINEN Einfluss auf diese Sachen. Fakt!

    VG, Jürgen

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    • 11. März 2022 07:35

      Moin Jürgen.
      Vielen Dank für deine Meinung. Ich sag‘ mal so, hab’s gerade schon mal geschrieben:

      Aber falls kommen sollte, was kommen kann, trifft wohl dieser Satz von R. Habeck zu: „Einigen ist (heute, Zitat vom 8.3.) nicht klar, welchen Preis man dann bezahlt.“ Das bereitet mir Sorgen, denn es trifft zuerst und am meisten die Leistungsempfänger (SGB II) und die im Niedriglohnsektor Beschäftigten.

      Bekanntermaßen suchen wir Menschen zu förderst in einer Krise nach dem oder den Schuldigen. Es gilt allerdings auch die alte Weisheit, dass man immer schlauer ist, wenn man aus dem Rathaus rauskommt, als bevor man reinging. Vor dem Hintergrund der aktuellen Ereignisse würde mit Sicherheit die ein oder andere – politische wie auch wirtschaftliche – Entscheidung anders ausfallen als sie getroffen wurde.
      Wie auch immer, jetzt haben wir das Malheur und müssen sehen, wie wir am besten da wieder rauskommen.
      Grüße von der Ostsee.

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      • 11. März 2022 10:39

        Sven, du hast Recht. Es hat wenig Sinn zu meckern, oder zu schimpfen, über andere. Ganz ehrlich, das ist auch wirklich nicht meine Art. Aber es ist auch so; ich bin einfach nur sauer, über diese Zeit. Erst Corona, was echt mistig war. Jetzt dieser Krieg. Und immer der Gedanke im Hinterkopf; wer ist verantwortlich? Und warum?

        Hoffen wir das Beste. Alles Gute wünsche ich dir, Sven.

        VG, Jürgen, der Außenseiter, weil Andersdenkender, weil PV und Windkraftanhänger.

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